Marktplatz Hechingen: Autos müssen draußen bleiben: Seit Dienstag ist gesperrt

Schön geht anders. Seit Dienstag ist der Marktplatz von Hechingen gesperrt, und man sieht erst jetzt, wie öde eine riesige Pflasterfläche sein kann. Die Pflanzkübel (links) sind entfernt, und parken kann man nur noch vor dem Rathaus. Aber keine Angst: Es wird ja aufgerüstet, unter anderem mit Stadtstrand, Stadthimmel, Murmelbahn, Sitzelementen, Außenbewirtung und einer Station des Schaukelpfades. Auf dass der Versuch einer Fußgängerzone gelinge.
Ernst Klett- Hechingen sperrt den Marktplatz für einen Fußgängerzonen-Versuch in diesem Sommer.
- Zufahrt nur über die Synagogenstraße bis zum Rathaus; am Kirchplatz schmale Fahrgasse.
- Möblierung folgt: Stadtstrand, Sitzelemente, Murmelbahn, Lampions und Außenbewirtung.
- Eröffnungsfest ist geplant; Förderung kommt aus dem Landesprogramm „aktivmobil BW“.
- Parkleitsystem und Parkplätze bleiben verfügbar, fünf Stellplätze in der Altstadt entfallen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Aufgepasst, wer schnell in die Hechinger Altstadt will, um Besorgungen zu machen, Einkäufe zu tätigen oder im Bürgerbüro oder im Rathaus etwas zu erledigen: Es ist kein direktes Durchkommen mit dem Auto! Der Marktplatz ist komplett gesperrt (bis auf die neue Zufahrt von der Synagogenstraße her), und am Kirchplatz ist nur ein schmales Durchkommen in die Goldschmiedstraße. Aufs Parkdeck und zum Schloßplatz kommt man also ausschließlich über den Bierweg.
Die Mutigen versuchen es
Hinter der massiven Sperrung inklusive großräumiger Umleitung steckt ein mutiges Vorhaben: Nach Jahrzehnten wagen es Stadt und Gemeinderat, den Marktplatz autofrei zu machen. Das Jahr 2026 geht als der Versuch einer Fußgängerzone in die Stadtgeschichte ein. Das Projekt ist immer wieder gefordert, dann aber aus Existenzangst um die Geschäfte nie umgesetzt worden. Nun soll es sein.
Damit der Versuch aber auch wirklich erfolgreich sein kann, starten jetzt die Arbeiten zur sogenannten Aufwertung beziehungsweise Möblierung der guten Altstadt-Stube: Nur Autos raus und Leute rein, das kann nicht funktionieren. Aber Hechingen ist vorbereitet. Seit Monaten schaffen ein Team und ein Fachbüro an der Sache.
Spätestens am Samstag, 2. Mai, muss alles fertig sein. Da eröffnet Hechingen mit einem Stadtfest seinen „neuen“ Marktplatz. Bis dahin ist noch einiges zu tun. Zwischen Goldschmiedstraße und Rathaus gibt es dann noch mehr beziehungsweise endlich ausreichend und bequem Platz für Außenbewirtung. Die riesige Pflasterfläche, die sich am Dienstag urplötzlich und wenig schön präsentiert, wird bestückt mit weiteren Sitzelementen, einem Stadtstrand (einem voluminösen Sandkasten) plus Liegestühlen, einer Murmelbahn und einer zusätzlichen Station des Schaukelpfads. Über allem wird der Stadthimmel schweben: Zwischen den Gebäuden aufgehängte Lampions sorgen auch abends für die ganz spezielle Atmosphäre.

Am Kirchplatz hat am Dienstag die Baustelle zur sommerlichen Aufwertung des Marktplatzes begonnen. Schon am Wochenende soll bei der Kirche alles wieder offen sein.
Ernst KlettWer denkt da Böses?! Hechingen hat doch kein Geld, und jetzt das?! Weit gefehlt. Die Zollernstadt profitiert bei ihrem Fußgängerzonenversuch von einem Landesprogramm, dem „aktivmobil BW“, und eben dieses fördert das Hechinger Projekt finanziell. Sogar fürs Eröffnungsfest gibt es Geld aus Stuttgart. Insgesamt stehen für das Vorhaben bis zu 150.000 Euro bereit, verlautete es im Gemeinderat. Ansonsten lässt die Stadt durchaus Vorsicht walten: Die Lampions sind vorerst nur gemietet. An anderes ist ebenfalls gedacht: Die Gastronomen müssen keine Sondernutzungsgebühren für die Außenbewirtung begleichen.
Es ist reichlich Parkraum da
Und die Geschäfte, in die man ab sofort und bis zur Abschlussveranstaltung am 12. September, nicht mehr ganz direkt mit dem Auto ansteuern kann? Die Stadt richtet ein Parkleitsystem ein, auf dass sich auch weniger Ortskundige zurechtfinden. Parkraum gibt es auch weiterhin nicht zu knapp, und dies eigentlich fast ums Eck. Im Endeffekt fallen nur fünf Stellplätze in der Altstadt weg. Außerdem kann man für Besorgungen und Einkäufe sehr wohl noch vorfahren: Die Einbahnregelung in der Synagogenstraße ist seit Dienstag aufgehoben, und man kann vor dem Rathaus parken.

Von der Synagogenstraße zum Rathaus! Seit Dienstag ist dort die Einbahnstraßen-Regelung aufgehoben, und man kann auch weiterhin für Besorgungen und Behörden auf den unteren Teil des Marktplatzes fahren.
Ernst KlettWissen muss man dazu, dass man die Sperre an der Einfahrt vom Obertorplatz in den Kirchplatz ignorieren darf. Eine Fahrgasse direkt an der Stiftskirche zur Goldschmiedstraße ist freigehalten, und ab da darf munter gekurvt werden. Leider ist in der Schulstraße wegen des langwierigen Abbruchs der ehemaligen Pizzeria „Paradiso“ weiterhin kein Durchkommen, und man muss weiter ausholen. Heraus aus der Altstadt geht es ausschließlich über die Turmstraße und über den Schloßplatz zum Bierweg hin.

Gesperrt ist weiterhin die Schulstraße wegen des Gebäudeabbruchs, der sich lange hinzieht. Wer auf den unteren Teil des Marktplatzes fahren will, muss also über die Goldschmiedstraße ausholen.
Ernst KlettDie Möblierung allein wird nicht einen Sommer lang die Menschen auf den Marktplatz locken. Stadt und Gemeinderat setzen große Hoffnungen auf die Gastronomie, die gern noch wachsen darf. Ein erster Anlauf, im Eckgebäude zur Goldschmiedstraße zumindest temporär einen weiteren Betrieb unterzubringen, soll aber gescheitert sein. So setzt alles auf die bewährte Rolle der Hofkonditorei Röcker und das Café Blixen der Buchhandlung Teresa Welte. Eine gute Nachricht: Der Glufamichel will sonntags wieder öffnen. Außerdem steht weiterhin der beliebte Foodtruck mit Crêpes, Kaffee und mehr am Kirchplatz.
Verlegt auf den Marktplatz
Überdies sollen Veranstaltungen gezielt in die Altstadt gelenkt werden. Gleich nach dem Eröffnungsfest bezieht „Hechingen aktiv“, das Stadtfest des Stadtmarketingvereins, den Marktplatz mit ein. Die Lebenshilfe verlegt ihr Open Air ebenfalls in die Oberstadt. Kinderfest und Ratzgiwatz sind obligatorisch. Die Märkte allerdings finden auch weiterhin auf dem Obertorplatz statt. Vor lauter Möblierung dürfte schließlich der Platz fehlen für Obst und Gemüse sowie Krämerartikel.
Info Gesperrt (bis auf die Fahrgasse) ist der Hechinger Kirchplatz laut Rathausmitteilung bis diesen Sonntag, 12. April. Beim Marktplatz wird die Vollsperrung bis 30. April datiert. Das aber geht dann gleich über in die sommerliche Sperrung bis zum 12. September.

