„Laufen für das Leben“
: Läufer werben für Organspende

Im Fürstengarten setzten Läufer ein Zeichen für Organspende. Dieses Thema wollen die Teilnehmer in den Fokus des öffentlichen Interesses rücken.
Von
Alexander Kauffmann
Hechingen
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Einige der Teilnehmer des Organspendenlaufs kurz vor dem Start.

Einige der Teilnehmer des Organspendenlaufs kurz vor dem Start.

Alexander Kauffmann
  • Im Fürstengarten setzten rund 45 Läufer ein Zeichen für Organspende.
  • Im Fokus steht Aufklärung: Es zählt nicht die Zeit, sondern die geringe Spenderzahl.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Gut 45 Läufer haben im Fürstengarten auf das Thema Organspende aufmerksam gemacht. Unter ihnen war auch der zwölfjährige Mathia aus Weilheim. Er hatte kurz vor seinem vierten Geburtstag eine Spenderniere in Tübingen erhalten. Inzwischen wirkt er putzmunter, läuft mit seiner Schwester sogar mit. Das neue Organ ermöglicht ihm ein leichteres Leben.

Das Motto der Veranstaltung hieß nicht umsonst „Laufen für das Leben“. Eingeladen dazu hatte das „Ärzte Netz Zollern“, und die bundesweite Initiative dazu ging von der „Deutschen Gesellschaft Chirurgie“ aus. Es geht dabei nicht um die Zeit, die einzelne Läufer benötigen, sondern darum, auf die geringe Anzahl der Organspenden in Deutschland hinzuweisen.

Auch Mathia unterstützt die Aktion. Seine Mutter, Iris Diaz, erinnert sich an die Transplantation, als ob ihr Sohn erst gestern operiert worden wäre: „Die Operation hat knapp vier Stunden gedauert.“ Er ist einer der Drillinge, die schon in der 23. Schwangerschaftswoche das Licht der Welt erblickten.

„Glücklich, dass es geklappt hat“

„Ein knappes Jahr“ hat ihr Sohn auf die Niere gewartet. „Dann kam der Anruf“, so blickt Iris Diaz zurück. Solch ein Termin für eine Transplantation kann schnell gehen: Die Familie musste zuvor ein Jahr erreichbar sein, um spontan zu reagieren. Die Mutter erklärt: Man durfte deshalb präsent bleiben, um rechtzeitig zur Klinik eilen zu können. „Wir waren glücklich, dass es geklappt hat“, erzählt die Mutter.

Matia Diaz und seine Schwester Malia nehmen ebenfalls am Organspendenlauf teil.

Mathia Diaz und seine Schwester Malia nehmen ebenfalls am Organspendenlauf teil.

Alexander Kauffmann

Es sind solche Fallbeispiele, die Läufer motivieren, an der Aktion der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie teilzunehmen. Florian Sell, der als Chirurg in Balingen tätig ist, hat sich das Event nicht entgehen lassen. Über das Thema Organspende sagt er: „Das liegt mir am Herzen, weil man viele Menschen retten könnte.“

Wenige Verstorbene kommen infrage

Tatsächlich ist eine Organspende nur möglich, wenn eine verstorbene Person zu Lebzeiten zugestimmt hat, dass bei der verstorbenen Person der unumkehrbare Ausfall der gesamten Hirnfunktionen (Hirntod) festgestellt worden ist. Dazu kann man einen Organspendeausweis ausfüllen und mit sich führen. Organe können demnach ab dem 16. Lebensjahr gespendet werden. Auf der Internetseite www.organspende-info.de heißt es dazu weiter: „Da der Hirntod selten auftritt, kommen nur wenige Verstorbene für eine Organspende infrage.“

Es gibt also nach wie vor Bedarf an Organspenden. Nicht umsonst findet dieses Jahr schon der zweite Organspendenlauf statt. Der Arzt Jürgen Lehmann aus Hechingen, selbst Unterstützer der Aktion, sagt: „Das Thema betrifft uns alle.“ Zu den Zielen des Laufes gehört deshalb auch, Organspenden ins Gespräch und in den Fokus des Interesses zu rücken.

Zum Ausdrucken und zum Bestellen

Auf der Internetseite www.organspendenlauf.de heißt es zum Organspendenausweis:

„Ein Organspendeausweis dient dazu, die eigene Entscheidung zum Thema Organspende festzuhalten. Möglich ist nicht nur die generelle Entscheidung für oder gegen eine Organspende, sondern auch die Eingrenzung einer Spende auf bestimmte Organe oder der Ausschluss einzelner Organe von einer Spende. Auch die Übertragung der Entscheidung auf eine andere Person ist möglich. Mit der Unterschrift auf dem Ausweis ist die Entscheidung verbindlich; sie wird aber nirgends registriert. Das bedeutet: Die getroffene Entscheidung kann jederzeit geändert oder widerrufen werden, indem der entsprechende Ausweis vernichtet und durch einen neuen ersetzt wird.“

Den Organspendenausweis gibt es zum Ausdrucken, man kann diesen aber auch bestellen, weitere Informationen beim „Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit“.