Kunstverein Hechingen: Feuerpferd reitet in neue Fantasiewelten

Im denkmalgeschützten Hechinger Rathaus-Treppenhaus wird der Kunstverein wieder seine Jahresausstellung zeigen. Vielleicht sind dort dann schon Spuren eines Neuanfangs zu bemerken.
Klaus Stopper- Hechinger Kunstverein zeigt ab Freitag, 9. Oktober, seine Jahresausstellung im Rathaus.
- Neues Vorstandsteam: vier junge Künstlerinnen aus dem Umfeld der Stuttgarter Akademie.
- Ziel ist behutsamer Neuanfang in Austausch mit lokaler Vereinswelt und jungen Interessierten.
- Vorsitzende betont Lernen in Hechingen und die wachsende Bedeutung von Bildkompetenz durch KI.
- Vernissage: 18 Uhr mit Grußwort, Performance und Musik – Ausstellung bis 2. November geöffnet.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Ein von KI generiertes Foto eines flammenden Pferds? Dieses Motto und Motiv der diesjährigen Einladungskarte zur Vernissage der Kunstvereins-Jahresausstellung dürfte manche erstaunt haben. In dieser Schau werden wieder die aktiven Künstlerinnen und Künstler des Vereins jeweils eine kleine Auswahl neuer Arbeiten zeigen. Eröffnung ist am Freitag, 9. Oktober, um 18 Uhr im Rathaus.
Neues Vorstands-Quartett aus Stuttgart
Was dort in dem Galerieraum bestens geeigneten Treppenhaus zu sehen sein wird, könnte spannend werden. Denn im März dieses Jahres hat der Hechinger Kunstverein beschlossen, neue Wege zu gehen. Den Vorstand bildet nun ein Quartett aus den aus dem Dunstkreis der Stuttgarter Kunstakademie stammenden jungen Künstlerinnen Thora Gerstner, Silja Lenz, Chen Wang und Minqui Sun. Sabine Wilhelm-Stötzer, bis dahin Vorsitzende des Vereins, übernahm nun das Amt der Kassiererin. Die vier jungen Künstlerinnen wollen in Hechingen durchaus neue Akzente setzen, das alles aber behutsam und im stetigen Austausch mit dem, was sie vor Ort vorfinden. Das wird Zeit brauchen, aber die aktuelle Jahresausstellung könnte durchaus schon Hinweise geben.
Was treibt junge Künstlerinnen aus Stuttgart an, in einem Hechinger Verein Vorstandsverantwortung zu übernehmen? Vielleicht gibt auch die aktuelle Jahresausstellung darauf Antworten. „Für uns ist das Kennenlernen einer neuen Kunst-Perspektive aus einer kleinen Stadt heraus sehr spannend“, sagt die Vorsitzende Thora Gerstner. Die Stuttgarter Akademie sei ein professionell geprägter Raum. In Hechingen erlebe man aber auch die Zusammenarbeit mit Leuten, die eben keine Berufskunstschaffenden seien, die Denkweise von kunstbegeisterten Amateuren – aus all dem lasse sich viel lernen. „Künstler ist kein gesetzlich geschützter Begriff, so können sich alle nennen, die das wollen“, sagt sie, „und das finde ich richtig“. Für sie sei das jetzt schon eine Inspiration für ihre Arbeit.
„Wir können in Hechingen viel lernen“
Einige Kontakte zu Hechingern hatte sie schon bei Aufsichten im Weißen Häusle und bei Ausstellungen. „Da kommen schon ungewohnte Äußerungen, und ich überlege dann genau, wie ich das aufgreifen kann für eine gute Unterhaltung“, erzählt sie. Sie und ihre drei Kolleginnen im Vorstand seien alle auch in der Lehre tätig. „Wir interessieren uns deshalb für Kommunikation über Kunst.“ Auch die ganz alltägliche Organisation eines Vereins in einer kleinen Stadt sei für sie und ihre Kolleginnen Neuland. „Kunst spielt sich nicht nur in der Großstadt ab, wir können da in Hechingen viel lernen“, ist sie überzeugt.
Thora Gerstner ist überzeugt, dass Kunst als Denkweise wieder bedeutender wird. Durch Künstliche Intelligenz könnten plötzlich sehr viele Menschen sehr einfach Bildwelten schaffen, würden mit neuen Bildwelten konfrontiert, und so werde die Frage, wie man Bilder einschätzen und wie man darüber reden könne, sehr wichtig.
Die junge Generation im Blick
Ihr Engagement in Hechingen wollen die vier Vorständinnen auch für den Versuch nutzen, den stärkeren Kontakt zu jungen Kunstinteressierten zu finden. Sie können Informationen aus erster Hand aus dem Stuttgarter Akademie- und Kunstbetrieb geben. Im Gespräch mit Schülerinnen und Schülern könnten sie erfahren, welche Bilderwelten und -vorstellungen die neue Generation hat. Und auch für die eigene künstlerische Arbeit sei der Kontakt mit Hechingen wichtig, erklärt die Vorsitzende. „Ein großes Thema von mir und Silja ist die Natur, da sind wir hier natürlich richtig“, meint sie, „und für Chen und Minqui, die ja aus China stammen, ist auch der Begriff der Zugehörigkeit unter Menschen wichtig.“
Auch die Vorständinnen stellen aus
Auch die vier jungen Vorständinnen werden in der Jahresausstellung im Hechinger Rathaus eigene Arbeiten zeigen, gemeinsam mit den anderen Aktiven, die hier teilweise schon seit Jahrzehnten mit Werken präsent sind. Wie das Nebeneinander des Verschiedenen hier zu einem Gemeinsamen verwächst, ist sicher ein spannender Aspekt der Kunstvereins-Jahresausstellung.
Die Vernissage und die Öffnungszeiten
Zur Eröffnung der Jahresausstellung im Hechinger Rathaus am Freitag, 9. Oktober, um 18 Uhr wird Bürgermeister-Stellvertreter Klaus Jetter die Gäste begrüßen, Liv Rahel Schwenk wird eine Performance zeigen, und die Jugendkapelle des Musikvereins Sickingen spielt. Die Schau ist bis zum 2. November im Rathaus zu sehen, montags bis freitags von 8.30 bis 12.30 Uhr, dienstags von 14 bis 16.30 Uhr. Außerdem ist die Ausstellung sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet.
