Die Bundeswehr will, wie berichtet, einen neuen Standort im Zollernalbkreis errichten: Auf dem Gelände der landeseigenen Domäne Waldhof soll – auf Geislinger Gemarkung – ein militärisches Übungsgelände für Fallschirmsprünge des Kommandos Spezialkräfte (KSK) entstehen. Als die Pläne bekannt geworden sind, hatte Tobias Vötsch bereits deutliche Worte gefunden: Er sprach von einer Katastrophe.
Sein Hof ist zwar auf Rosenfelder Gemarkung, liegt aber unmittelbar angrenzend an das geplante KSK-Gelände. Vötsch, der den Danneckerhof als Vollerwerbslandwirtschaft führt, bezweifelt, ob sich der zu erwartende Fluglärm und seine Tierhaltung vereinbaren lassen.

Landwirt startet Petition als „Initiative Waldhof Tobias Vötsch“

Nun hat der Landwirt, der auf dem Danneckerhof Ackerbau betreibt sowie rund 15.000 Freiland-Legehennen hält, eine Aktion gestartet: Mit einer Online-Petition sucht er seit dem 3. März Unterstützer, um das Vorhaben der Bundeswehr zu verhindern. „Die Initiative Waldhof möchte verhindern, dass dieses geplante KSK-Absetz-/Übungsgelände mit Militärflugplatz realisiert wird“, schreibt Vötsch im Namen der Initiative in der Erklärung der Unterschriftensammlung.
In der Begründung führt er aus: „Wird dieses Vorhaben realisiert, kommen auf die Bürger der Städte und Gemeinden Geislingen, Rosenfeld, Balingen, Haigerloch, Schömberg und Teile des Landkreises Rottweil erhebliche Beeinträchtigungen zu. Insbesondere steigt die Lärmbelastung an den vielen Übungstagen enorm an.“ Geplant sind Starts und Landungen an bis zu 120 Tagen im Jahr, diese Zahl wurde bereits bei Bekanntwerden von Seiten des Staatsministeriums genannt.

Verweis auf Truppenübungsplatz Heuberg als Alternativstandort

Zudem würden regional bewirtschaftete Ackerflächen aus der Lebensmittelproduktion genommen, argumentiert Vötsch bei Beschreibung. „Dies ist ein Punkt, der unakzeptabel ist in einer Zeit, in der es Krieg in Europa gibt und die Ernte von jedem Zentner Getreide benötigt wird. So wird beste landwirtschaftliche Fläche unnötig für ein Militärobjekt geopfert“, heißt es dort weiter.
Der Initiator der Petition informiert auf der Unterschriftenplattform außerdem, dass auf dem Truppenübungsplatz Heuberg genügend Fläche zur Verfügung stehe. „Das KSK-Absetz-/Übungsgelände würde nur 1 Prozent des Truppenübungsplatzes benötigen.“
Die Petition richtet sich an das Landratsamt Zollernalbkreis und in Person an Landrat Günther-Martin Pauli, ist auf der Webseite zu lesen. Stand Sonntag, 17 Uhr, haben bereits rund 1400 Personen die Petition mit ihrer digitalen Unterschrift unterstützt. Ein Großteil – 1252 der insgesamt 1407 Unterstützer – kommt dabei aus dem Zollernalbkreis, ist auf dem Portal nachzulesen.
So genanntes Quorum liegt bei 1800 Unterzeichnern
1800 Unterzeichner sind im Fall der Petition der „Initiative Waldhof Tobias Vötsch“ der Schwellenwert für ein so genanntes Quorum. „Unser Quorum gibt für jede Petition an, wie viele Unterschriften aus der jeweiligen Region benötigt werden, damit Open-Petition von den zuständigen Entscheidungstragenden eine Stellungnahme einfordert“, heißt es erklärend zu diesem Begriff auf der Webplattform für Petitionen. Werde das Quorum erreicht, sei dies ein Indikator, dass ein Thema aus Sicht einer erheblichen Anzahl von Bürgerinnen und Bürgern relevant ist.
Die Online-Unterschriftenliste ist bei „Open-Petition“ unter dem Titel „Kein KSK-Absetz-/Übungsgelände beim Waldhof in Geislingen“ zu finden.
Aufruf zur Gründung einer Bürgerinitiative Protest gegen Militärflugplatz in Geislingen

Haigerloch