Kreisschützentag Zollernalb
: Tradition und Verantwortung – und das Waffengesetz nicht verschärfen

Der Kreisschützentag Zollernalb ist in Jungingen ausgerichtet worden, weil der dortige Schützenverein 100 Jahre alt wird. Neben einem Ehrungsreigen war der Tag auch zur Selbstbestimmung gedacht.
Von
Jörg Wahl
Jungingen
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  • Beim Kreisschützentag in der Junginger Turn- und Festhalle gab es einen wahren Ehrungsreigen. Ein Beispiel für ganz viele Auszeichnungen eines umfangreichen Tagungsprogramms im Bild: Der Schützenkreis Zollernalb verlieh Ehrennadeln für Verdienste und Treue; links Kreisoberschützenmeister Wolfgang Musch.⇥

    Beim Kreisschützentag in der Junginger Turn- und Festhalle gab es einen wahren Ehrungsreigen. Ein Beispiel für ganz viele Auszeichnungen eines umfangreichen Tagungsprogramms im Bild: Der Schützenkreis Zollernalb verlieh Ehrennadeln für Verdienste und Treue; links Kreisoberschützenmeister Wolfgang Musch.⇥

    Jörg Wahl
  • Verliehen wurden bei der Junginger Sitzung die Verdienstehrenzeichen in Gold des Württembergischen Schützenverbandes.⇥

    Verliehen wurden bei der Junginger Sitzung die Verdienstehrenzeichen in Gold des Württembergischen Schützenverbandes.⇥

    Jörg Wahl
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In der Turn- und Festhalle hatte auch der Musikverein Jungingen mitzureden: Die Musikerinnen und Musiker spielten auf beim Fahneneinmarsch der Abordnungen zum 50. beziehungsweise 72. Kreisschützentag des Schützenkreises Zollernalb. Den ersten Teil bildete die Feierstunde. Kreisoberschützenmeister Wolfgang Musch führte durch das umfangreiche Programm.

Die Redebeiträge hatten einen gemeinsamen Nenner: Sportschützen zeigen große Verantwortung und Disziplin im Umgang mit Waffen und sind mit ihren Ehrenämtern unverzichtbar für die Gesellschaft. Große Investitionen fließen in den Schießsport, und die Vereinsarbeit dient dem Allgemeinwohl. Mit Engagement und Leidenschaft einerseits, Verantwortung und Zielstrebigkeit andererseits, setzen sich die Schützinnen und Schützen selbstlos im Ehrenamt ein. Zusammenhalt und Förderung der Gemeinschaft seien wichtige Faktoren, so Kreisoberschützenmeister Wolfgang Musch.

Jungingen hat das Wort

Thomas Häring, der 1. Schützenmeister des Schützenvereins Jungingen, informierte über den Jubiläumsverein. Dessen Vorsitzender Rainer Pröpster erhielt von Wolfgang Musch ein Präsent überreicht. Kreisschützenmeister Rolf Schneider sprach bei der anschließenden Totenehrung.

Landessportbund ehrt

Die ersten Ehrungen vollzog Sportkreis-Präsident Rolf Niggel. Ausgezeichnet wurde mit der Ehrennadel in Gold des Württembergischen Landessportbunds (WLSB) Holger Otto (Bietenhausen). Bronze ging an Christoph Büchert (Balingen). Die Sportkreis-Ehrennadel in Gold erhielt Jürgen Lutz (Owingen). Silber wurde überreicht an Gerhard Fischer (Frommern), Adrian Sauer (Ringingen), Muzaffer Canga (SG Hechingen), Bronze erhielt Stanislaw Enns (Roßwangen).

Kreisoberschützenmeister Wolfgang Musch vollzog daraufhin die Proklamation des Kreisschützenkönigs 2024 auf der Schießanlage des Schützenvereins Jungingen. Er bedauerte, dass sich nur wenige Schützinnen und Schützen daran beteiligt hatten. Den Titel 2. Ritter erzielte mit einem 8.0 Teiler Günter Bitzer (Laufen), und der 1. Ritter ging mit einem 5.0 Teiler an Helmut Haug (Schlatt). Zum Kreisschützenkönig 2024 wurde mit einem 3.9 Teiler Egon Blickle (Bitz) gekürt.

Erfolgreich mit dem deutschen Team

Die Sportlerstatuette des Schützenkreises Zollernalb für die Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft bekamen aus den Händen von Uwe Krohn und Rolf Schneider: Raphael Domani (Ebingen), Carolin Bitzer (Laufen), Tina Eckert (Laufen), Paulina Brauchle (Laufen), Benjamin Bäsig (Frommern), Ben Hauser (Rosswangen), Julia-Sophie Bouillon (Tailfingen), Senol Yildiz (Tailfingen und Lukas Krause (Tailfingen).

Karl-Ernst Weißmann (Meßstetten) errang mit der Deutschen Nationalmannschaft in der Disziplin Feldarmbrust den Weltmeistertitel. Günter Bitzer (Laufen) war mit der Deutschen Nationalmannschaft im Vorderlader bei Europameisterschaften in Frankreich höchst erfolgreich (zwei Mal Gold, drei Mal Silber und vier Mal Bronze). Beide erhielten ebenfalls die begehrte Sportlerstatuette.

Gold, Silber und Bronze

Weitere Ehrungen für Verdienste und langjährige Treue folgten durch den 1. Kreisschützenmeister Rolf Schneider und den 2. Kreisschützenmeister Gerhard Fischer. Die Ehrennadel des Schützenkreises Zollernalb in Gold bekamen: Alexander Lock (Gruol), Ralf Dieringer (Rangendingen), Karl Otto Schäfer (Jungingen), Bernhard Sontheim (Jungingen), Kathrin Sontheim (Jungingen) und Lothar Dietmann (Jungingen). Die Ehrennadel in Silber ging an: Stefan Ruiz-Vogt (Bisingen), Christoph Mayer (Bisingen), Florian Winkler (Bisingen), Dr. Rolf Hano (Bisingen), Tobias Krause (Tailfingen), Alexander Roszick (Burladingen), Helmut Geiselhart (Jungingen), Hans Pröpster (Jungingen), Heidi Pröpster (Jungingen), Martin Kaupp (Jungingen) und Heinrich Pacyna (Margrethausen).

Extradank für Hendrik Röhm

Das Verdienstehrenzeichen des Württembergischen Schützenverbandes wurde überreicht in Gold an Rainer Pröpster (Jungingen), in Silber an Thomas Häring (Jungingen), Marianne Pröpster (Jungingen) und Ursel Karle (Truchtelfingen), in Bronze an Ingrid Musch (Truchtelfingen) und Reinhard Bärtle (Margrethausen). Die Goldene Verdienstnadel des Deutschen Schützenverbundes ging an Klaus-Peter Heim (Bisingen). Die Ehrennadel in Gold des Schützenkreises Zollernalb bekam Hendrik Rohm vom Sportkreis Zollernalb. Beinahe 30 Jahre war dieser als Präsident an der Spitze des Sportkreises tätig und hat dabei für die Schützenvereine und den Schießsport viel erreicht.

Mit musikalischer Umrahmung klang der erste Teil der Veranstaltung. Nach der aus Pause folgten die Regularien, also Jahresberichte, Wahlen und Weiteres. Dazu gibt es einen weiteren Bericht.

Oliver Simmendinger: Was Schießsport und Peitschenhandwerk verbindet

Grußworte Der Junginger Bürgermeister Oliver Simmendinger gratulierte seinem Schützenverein zum 100-jährigen Jubiläum und überreichte 1000 Euro seitens der Gemeinde. Der Schießsport habe keinen einfachen Stand, und  durch die Regeln sei die Messlatte sehr hoch gelegt, sagte Simmendinger. Der Schultes zog Parallelen zum Peitschenhandwerk, das einst im Killertal zuhause war: Hier wie da seien Verantwortung und  der richtige Einsatz gefragt.

Wichtige Jugendarbeit Gerade heute seien die Erfüllung im Ehrenamt und eine förderliche Jugendarbeit für das Gemeinwesen und die Demokratie sehr wichtig, betonte der Tübinger-Hechinger SPD-Bundestagsabgeordnete Martin Rosemann.

Zum Waffenrecht Mit der Einführung der Ehrenamtskarte solle Mehrwert entstehen, ließ der Hechinger-Münsinger CDU-Landtagsabgeordnete Manuel Hailfinger wissen, der sich, wie er ankündigte, dafür einsetzen will, dass das Waffengesetz nicht weiter verschärft werden soll. Zollernalb-Sportkreis-Präsident Rolf Niggel schließlich erklärte, die Sportschützen seien die älteste Sportart überhaupt, sie pflegten Tradition und Werte und seien doch eine moderne Vereinigung.⇥jw