Klang-Labor Hechingen: Profis und Schüler Hand in Hand, und Samuel Restle glänzt zum Auftakt

Heimspiel für Landesjazzpreisträger Samuel Restle mit seiner Posaune: Das Klang-Labor ist in der Alten Synagoge eröffnet worden vom Restle-Wögler-Quintett.
Antonia Lezerkoss- Klang-Labor eröffnet in Hechingen mit dem Restle-Wögler-Quintett – Motto „Swinging Air“.
- Profis spielen mit Jugendlichen zusammen, Workshops und Konzerte prägen die Reihe.
- Quintett würdigt Count Basie, mischt Swing-Klassiker mit modernen Jazz-Elementen.
- Samuel Restle und Lukas Wögler glänzen in Soli, Rhythmusgruppe trägt den Flow.
- Weitere Termine: Barock in Stetten, Kindermatinee in der Villa Eugenia, Abschluss in Stetten.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Luft, das Lebenselixier schlechthin, ist Namensgeberin des 13. Internationalen Klang-Labor-Festi-vals unter der bewährten Regie von Raphaël Schenkel. Das unsichtbare Medium steht für Freiheit, Kreativität, Leichtigkeit und breit gefächerte Klangwelten.
Jazz von einst, ganz modern
Mit federleicht swingendem Jazz unter dem Motto „Swinging Air“ lud das Restle-Wögler-Quintett zum Auftakt der viertägigen Reihe zu einer musikalischen Reise in die 50er- und 60er-Jahre Jahrhunderts ein. Die Musiker Samuel Restle (Posaune und Moderator), Lukas Wögler (Tenorsaxofon und Flöte), Moritz Langmaier (Klavier), Eric Biscalchin (Bass) und David Giesel (Schlagzeug) gestalteten ihren bravourösen Vortrag zum großen Teil als Hommage an Count Basie, dem neben Duke Ellington und Benny Goodman bekanntesten Bandleader der Swing-Ära.
Mit fülligem, kräftigem Sound knüpften die Musiker an dessen Klangbild an. Sei es bei „Back Home Again in Indiana“, „Cute“ oder „Shinny Stockings“: Stets blieb der entspannte, aber treibende Swing-Stil als wesentliches Element der Originale erhalten. Mit Leichtigkeit, Groove, perfektem Zusammenspiel und stupender technischer Expertise bildeten die kongenialen Musiker ein perfektes Gespann, das einmal fast altmeisterlich swingte und das andere Mal einen Hauch von Jazzrock anklingen ließ. Mal elegisch-cool gelassen und federleicht, dann wieder hochdynamisch: Geschickt vermischte das Quintett die Klassiker aus dem „Great American Songbook“ mit federnden Rhythmen und unvorhersehbaren Wendungen, die aus der Gegenwart des Jazz stammen.
Die fünf Ensemblemitglieder verfügen über ein großes Vokabular und begeisterten mit Finessen, kleinen Verzierungen, Hintergrundkommentaren, Breaks und Verschiebungen. Demzufolge fiel der jeweilige Chorus spannungsreich, prägnant und taufrisch aus. Samuel Restle und Lukas Wögler beherrschen die hohe Kunst, auch in bewegten, an Tonsprüngen reichen Soli einprägsame Melodien zu gestalten. Sie vereinten sich zu Unisonopassagen, sie begleiteten den Partner aus dem Hintergrund und sie hoben – getragen von der federnden Rhythmusgruppe – mit einer Fülle an Nuancen in Klang und Empfindung solistisch ab.
Wenn alles fließt
Dabei verwoben sich ihre farbenprächtigen Soli glänzend mit dem Geflecht aus dem elegant-leichtfüßigen Bass Biscalchins, dem energiegeladenen Puls von David Giesel und der wunderbar hellhörigen Klavierbegleitung von Moritz Langmaier zu herrlich fließenden Rhythmen und Harmonien. Wie federleicht doch ein Groove mit warmer Intensität blitzsauber intoniert und schlechthin perfekt vorgetragen auf der Posaune zu klingen vermag!
Wie bei einer Session im Club schloss sich das Solo des Pianisten oder Bassisten nahtlos an. Dabei erwies sich Moritz Langmaier als facettenreicher, großartig swingender Pianist, dessen Finger im Solo mit Bravour über die Tasten flogen und der wie David Giesel am Schlagzeug mit spontanen Improvisationen und als Begleiter wohlgezielt melodisch-rhythmische Akzente setzte.
Zum Finale ein echter Duke
Die Musik des Ensembles entsteht aus der permanenten Begegnung von durchlüfteten, kleinen Elementen und lässt aus diesen den federnden, musikalischen Flow mit ausgefeilten, komplexen Strukturen entstehen. Da glänzte der Tenorsaxofonist mit seiner Kunst des Improvisierens, und aus den tänzelnden Bassbewegungen entfalteten sich vielschichtige Gespinste. Minimalistisches und elegant Pulsierendes kam ins Spiel, verträumte, fast verwunschene Klänge wechselten ab mit zögernden Passagen, sanften Balladenklängen und geradlinig, harten und kantigen Rhythmen. Daraus entstanden interessante und spannungsreiche Kontraste, modern und emotional, voller Vielfalt und Energie: ein spritziger Ensemblesound, swingend und voller lebendiger Klangfarben. Stilgerecht und als Dank für den begeisterten Applaus beendete die „Big-Band im Westentaschenformat“ ihr Konzert mit einem furiosen „In a mellow tone“ von Duke Ellington.
Der Nachwuchs soll lernen
Profis und Schüler Hand in Hand, und Samuel Restle glänzt zum Auftakt
Es ist die ganz besondere Musikreihe: Jugendliche arbeiten mit Profimusikern zusammen, und dazu gibt es Konzerte, die sonst nur in Großstädten zu erleben sind. Wie das Restle-Wögler-Quintett.

Lasst den Nachwuchs auf die Bühne! Beim Klang-Labor ist das ausdrücklich erwünscht und wurde zum Auftakt von einem Ensemble des Gymnasiums Hechingen umgesetzt.
Antonia LezerkossDas Hechinger Musikfestival
Raus aus dem Konzertsaal, hinein in die Bevölkerung. So lautet die Devise des 2012 von Raphaël Schenkel initiierten Hechinger Klang-Labors. Es ist mittlerweile den Kinderschuhen entwachsen und hat sich mit Workshops für Jugendliche und Kinder und einem jährlich stattfindenden Festival mit international renommierten Künstlern äußerst erfolgreich im Musikleben der Region und darüber hinaus etabliert.
Barocke Klänge gibt es beim Klang-Labor an diesem Samstag, 9. Mai, ab 19.30 Uhr in der Klosterkirche Stetten. Am Sonntag folgen um 11 Uhr eine Kindermatinee in der Villa Eugenia für Familien und um 15 Uhr das Abschlusskonzert wieder in der Stettener Klosterkirche mit dem Morphing Saxophone Quartet mit Raphaël Schenkel.
