Kinderhilfe Rumänien: Nur die Bäume erinnern noch an die Deutschstämmigen

Schön anzuschauen und von großem Nutzen für die Vereinszwecke: Die Kinderhilfe Rumänien hat einst leer stehende Häuser der in den Westen gegangenen Banater Schwaben gekauft.
privat- Kinderhilfe Rumänien betreibt Kinderhäuser in ehemals leer stehenden Schwabenhäusern.
- Edith Kirchmann reiste im Herbst nach Lipova/Arad und verteilte Erntedankgaben.
- Zwei Familienhäuser stehen in der ehemaligen Goethestraße – Gärten verwildern laut Verein.
- Am 24. November findet die Mitgliederversammlung mit Neuwahlen statt.
- Ziel bleibt Kontakt zu Kindern, Mitarbeitenden und Behörden, zudem Beratung neuer Projekte.
Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.
Mit dem Herbst ist für Edith Kirchmann, die langjährige Vorsitzende des Vereins Kinderhilfe Rumänien, eine weitere Reise nach Rumänien fällig geworden. Die Erntedankgaben der evangelischen Kirche Hechingen und Jungingen wurden nach Lipova/Arad verschickt, wo sich das Büro der Stiftung „Ajutati Copiii“, übersetzt „Helft Kindern“, befindet.
Alte Menschen bekommen Hechinger Erntegaben
Wie in den vergangenen Jahren sollte auch jetzt wieder ein Teil dieser Artikel bekannten, älteren und sehr bedürftigen Menschen aus der näheren Umgebung weitergereicht werden. Ergänzt hat der Verein dies durch wichtige Nahrungsmittel wie Öl, Mais, Kartoffeln, Zucker, Kaffee und mehr.
Lipova liegt an der Grenze des ehemaligen Banats, wo einst Banater Schwaben den Ort und die Landschaft prägten. Zwei Familienhäuser der Stiftung befinden sich in der ehemaligen Goethestraße. Nach der Wende 1990 strömten ihre deutschstämmigen Bewohner in den Westen und ließen ihre Häuser verwaist zurück. In der Ceaușescu-Diktatur waren sie geknechtet worden. Deutsche Schulen mussten schließen, Besitz wurde enteignet und das kirchliche Leben weitgehend unterbunden.
Ausgerechnet Deutsche – siehe Betreiber der Kinderhilfe Rumänien e.V. – kauften ab 1991 mehrere dieser leer stehenden Häuser und verwandelten sie in Einrichtungen für institutionalisierte Kinder. Wo früher wohlhabende deutsche Familien mit ausgedehnter Landwirtschaft wie Müller, Wagner, Kilzer oder Beer lebten, sind heute rumänische Minderjährige aus sozial schwachen Schichten untergebracht.
Niemand pflegt die einst fruchtbaren Gärten
Die großen fruchtbaren Gärten in Lipova sind verwildert. Weder das Personal, das im Schichtwechsel arbeitet, noch die Kinder in diesen Häusern mögen Gartenarbeit, bei der man sich die Finger schmutzig macht und sich bücken muss. So direkt drückt es zumindest Edith Kirchmann aus. Die Vergangenheit interessiert nur Wenige. Übrig geblieben sind als stille Zeugen die schönen alten Zierbäume in der ehemaligen Goethestraße, die von der Stadt sorgfältig gepflegt werden. Edith Kirchmann: „Welch ein Zeitenwechsel innerhalb von 35 Jahren!“
Am 24. November ist Mitgliederversammlung
In der bevorstehenden Jahreshauptversammlung des Vereins am 24. November wird Edith Kirchmann über ihre Reise berichten. Da die bisherige stellvertretende Vorsitzende des Vereins im Juni dieses Jahres gestorben ist, stehen als wichtiges Thema unter anderem Neuwahlen auf dem Programm.
Die Vereinsvorsitzende wollte wieder alle Einrichtungen in den drei Kreisen Arad, Timis und Hunedoara besuchen. Wichtig ist ihr der Kontakt zu den Kindern, aber auch zu den Angestellten und den regionalen Kinderschutzbehörden. Man wird im neu gegründeten Stiftungsbeirat über Projekte für das kommende Jahr beraten.
Heimkinder haben es auch in Rumänien schwer
Es gilt außerdem, darüber nachzudenken, wie man generell die Kluft zwischen Kindereinrichtungen und der Bevölkerung verringern kann. Heimkinder sind allgemein unbeliebt. Immer wieder hört man, dass sie in der Schule, aber auch anderswo gemobbt werden. Dabei tragen sie bereits von Hause aus traumatische Erfahrungen mit sich!
