Katastrophenübung in Rangendingen: Es besteht keine Gefahr, auch wenn die Lautsprecher anderes verkünden

Land unter an der Starzel: In diesem Fall allerdings nicht bei Rangendingen, sondern ein Stück weiter flussabwärts bei Bietenhausen. Das war im Juni vorigen Jahres. Hochwasser kann es aber ständig geben, auch im Winter. Deshalb legt die Rangendinger Feuerwehr jetzt einen ganzen Tag lang den Fokus auf entsprechende Übungen.
Feuerwehr Rangendingen- Katastrophenübung in Rangendingen: Hochwassereinsatz am Samstag von 8:30 bis 15 Uhr.
- Szenario: Überflutung der Starzel, wie zuletzt 2008 und im Juni des Vorjahres.
- Feuerwehr warnt: Lautsprecherdurchsagen sind Teil der Übung, keine echte Gefahr.
- Fokus: Hochwasserfolgen wie vollgelaufene Keller, mögliche Überraschungen geplant.
- Nachwuchsförderung: „Löschzwerge“-Programm für Kinder ab 5 Jahren. Anmeldung bis Montag.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Gut, wenn man vorgewarnt wird. Bei heftigem und ständigem Einsatz von Blaulicht plus Signalton an Rettungsfahrzeugen und gleichzeitigem Sirenenalarm steigt die allgemeine Verunsicherung bei der Bevölkerung doch merklich an. Gibt es darüber hinaus sogar Lautsprecherdurchsagen in den Straßen, dann kann man sich vorstellen, dass allseits zum Handy gegriffen und bei Polizei und Feuerwehr die Leitungen blockiert werden, weil alle wissen wollen, was denn geschehen sein mag. Gut, wenn die Rangendinger Feuerwehr vorab informiert: alles nur eine Übung. Man muss anfügen: Aber was für eine!
Ob der Vollzug der sogenannten Zeitenwende bei der Landesverteidigung jemals funktionieren wird? Nach dem neuerlichen Desaster über die Bundeswehrpolitik in Berlin muss man zweifeln. Aber in anderen Bereichen, da läuft es noch. Die Feuerwehren machen landauf, landab einen guten Job und werden hoffentlich auch weiterhin mit dem benötigten Gerät ausgestattet.
Am Albrand, aber nicht allein dort, müssen die Wehren und genauso der Katastrophenschutz des Technischen Hilfswerks und das DRK einen Schwerpunkt auf ganz spezielle Einsätze legen: Überflutungen, ausgelöst durch Starkregen, der Bächle zu reißenden Strömen macht. Die Spitze der bisherigen Katastrophen: drei Tote bei der Mega-Flut im Killertal und Hechingen, die auch noch Rangendingen ziemlich voll erwischt hatte. Seither wissen die Feuerwehren, was die Stunde schlägt. Zwar haben die Projekte des Zweckverbands Starzeltal viele Gefahrenpunkte minimiert, aber restlose Sicherheit gibt es nie.
Aus diesem Grund steht für Samstag im Rangendinger Gemeindekalender: „Übung einer Flächenlage im Ortsgebiet Rangendingen“. Was ist nochmal eine Flächenlage? Antwort aus der Suchmaschine: Beim Katastrophenschutz handelt es sich um eine Situation, in der eine große Fläche gleichzeitig von einem Ereignis betroffen ist, was zu einer Vielzahl von parallelen Einsätzen führt. Wieder etwas gelernt!
Das Szenario ist ein bekanntes
Das Ereignis für die Rangendinger Feuerwehrleute an diesem Samstag, 18. Oktober, ist kein Unbekanntes: Die Starzel tritt über ihre Ufer. Das freilich äußerst kräftig, wie in der Übungsidee angenommen wird. Und was massiv zuletzt 2008 der Fall war. Im Juni vorigen Jahres freilich gab es ebenfalls Überschwemmungen, wenn auch nicht auf Höhe von Ortschaften.
Abends ist zu wenig Zeit
Die Rangendinger Wehrleute nehmen sich Zeit für den Hochwasser-Einsatz. Los geht es am Samstag gegen 8.30 Uhr, und fertig sein will man etwa um 15 Uhr. Bis dahin bestimmen Feuerwehrfahrzeuge mit Blaulicht das Ortsbild vor allem in der Nähe der Starzel. Es wird groß aufgefahren, weil man an einem Samstag einfach viel mehr Zeit hat als bei den abendlichen Übungen. So die ist gut 15-köpfige Führungsgruppe komplett mit eingebunden.
Das Szenario geht von einem inzwischen gar nicht mehr unüblichen Dauerregen aus, der wiederum ein extremes Hochwasser zur Folge hat. Übersetzt: ein Extremereignis. Das ist noch seltener als das ebenfalls gern bemühte Jahrhunderthochwasser.
Man schaue in die Gefahrenkarten
Wo die Starzel bei Hochwasser überschwemmt, wissen viele im Ort, und vor allem die Feuerwehr kennt die Bereiche genau. Zur Sicherheit und den Fall, dass auch auswärtige Wehren gerufen werden müssen, sind die kritischen Zonen in den Hochwassergefahrenkarten vermerkt. Aber es geht nicht um Sandsäcke und Sperren allgemein, sondern ebenso um Begleiterscheinungen: vollgelaufene Keller, umgestürzte Bäume. Und wer weiß, vielleicht mutet das Führungsteam den Mannschaften auch noch ein überraschendes Feuerchen im Übungsplan zu.
Auch wenn noch so viel Blaulicht sein wird, und die Lautsprecherdurchsagen irritieren könnten: Es besteht keinerlei Gefahr für die Bevölkerung, betont die Feuerwehr Rangendingen vorab und ausdrücklich. Das heißt vor allem, dass niemand den Anweisungen bei den Durchsagen nachkommen muss. Falls es doch so wäre: Dann beginnen die Durchsagen nicht (!) mit dem Hinweis „Übung“!
Wer will ein Löschzwerg sein?
Nachwuchsförderung Die Feuerwehr Rangendingen ist am Samstag nicht nur groß im Einsatz, sie pflegt ebenso groß die Nachwuchsförderung. Bei den Löschzwergen können die Kinder unter Voranmeldung und ab einem Alter von fünf Jahren ganz einfach mal vorbei schnuppern, und zwar per Anmeldung bis spätestens am Montag vor dem Übungsnachmittag. Der nächste ist terminiert auf Samstag, 8, November. Es braucht den Namen und das Alter des Kindes auf die Mailadresse loeschzwerge@feuerwehr-rangendingen.de.

