Jubiläum in Jungingen: 50 Jahre Nachbarschaftsschule – ein Erfolgsmodell über Gemeindegrenzen hinweg

Sie stießen am Montagvormittag auf 50 Jahre Nachbarschaftsgrundschule Jungingen und auf die nächsten 50 Jahre an (von links): die Bürgermeister Philipp Hahn (Hechingen) und Oliver Simmendinger (Jungingen), Schulleiter Tobias Lillge, der Junginger Alt-Bürgermeister Norbert King und die Ortsvorsteher Jürgen Schuler (Schlatt) und Tanja Saile (Beuren).
Hardy Kromer- Jungingen feiert 50 Jahre Nachbarschaftsgrundschule, gegründet im Schuljahr 1975/76.
- Schule vereint Kinder aus Jungingen, Schlatt und Beuren – ein Erfolgsmodell im Killertal.
- Feier mit Musik, Lobreden und 81 Schülern, die aktiv am Programm teilnahmen.
- Bürgermeister Simmendinger würdigte das Kollegium und die Schulhaus-Sanierung.
- Schulleiter Lillge: Auch die Schule macht Jungingen zur „Perle des Killertals“ – Aufruf, das Miteinander weiter zu pflegen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Zwergschulen auf den Dörfern wurde während des Reformeifers der 1970er-Jahre großflächig der Garaus gemacht. Manche überlebten jedoch in neuer Form – als sogenannte Nachbarschaftsgrundschulen, in denen Kindern mitunter auch über Gemeindegrenzen hinweg unterrichtet werden. Eine davon ist die Grundschule in Jungingen, die seit dem Schuljahr 1975/76 von Schülern aus der selbstständigen Gemeinde Jungingen und aus den benachbarten Hechinger Stadtteilen Schlatt und Beuren besucht wird. Im Killertal gilt die kleine Schule als „Erfolgsmodell“. Ihr 50-jähriges Bestehen wurde am Montagvormittag gefeiert.
Eines von drei Jubiläen
Der Junginger Bürgermeister Oliver Simmendinger eröffnete die Feierstunde auf dem Schulhof bei kühlen zehn Grad mit dem Hinweis auf drei Jubiläen, die zusammenfallen: Die Gemeinde Jungingen feiert in diesem Jahr bekanntlich ihr 950-jähriges Bestehen, seit 50 Jahren gibt es die Verwaltungsgemeinschaft von Hechingen mit Jungingen und Rangendingen, und ebenfalls seit einem halben Jahrhundert werden Kinder aus Jungingen, Schlatt und Beuren „in guter Nachbarschaft“ gemeinsam unterrichtet.

Die Bläserklasse der Grundschule Jungingen unter der Leitung von Stefan Riethmüller umrahmte die Feierstunde musikalisch.
Hardy KromerWürdigende Worte fand Simmendinger für das Lehrerkollegium um Schulleiter Tobias Lillge: „Wir dürfen froh sein, dass wir ein sehr kompetentes und gut aufgestelltes Team haben.“ Von den weiterführenden Schulen höre man jedenfalls „nur Gutes über unsere Kinder“. Unter den Gästen der Feierstunde begrüßte er seinen Bürgermeisterkollegen Philipp Hahn aus Hechingen, die Ortsvorsteher von Schlatt und Beuren, Jürgen Schuler und Tanja Saile, das Team des Betreuungsdienstleisters Haus Nazareth um Tamara Cutali, eine Reihe ehemaliger Lehrerinnen und als Zeitzeugen der Schulgründung den damaligen Bürgermeister Norbert King sowie Rose Harbig, die Witwe des langjährigen Schulleiters Rudolf Harbig.
Optimal ins Gemeindeleben eingebunden
Der Hechinger Bürgermeister Philipp Hahn setzte in seinem Grußwort bei den jungen Musikern an, die zum Auftakt die „Ode an die Freude“ gespielt hatten: bei der gemeinsamen Bläserklasse der Musikvereine Jungingen und Schlatt, die von Stefan Riethmüller, dem Leiter der Jugendmusikschule Hechingen und Umgebung, dirigiert wird. Sie stehe sinnbildlich für die gute Kooperation zwischen Jungingen und Hechingen. „Wir wissen es zu schätzen, dass die Wappen von Schlatt und Beuren mit an der Junginger Schule angebracht sind“, sagte Hahn, um dann den Mehrwert der kleinen Nachbarschaftsschulen herauszustellen: „Sie sind vor Ort und optimal in das Gemeindeleben eingebunden. Von dieser Nähe und Verbundenheit profitieren Schule, Schüler und Dorfgemeinschaft.“

In gereimten Worten sangen die Zweitklässler ein Loblied auf ihre Nachbarschaftsgrundschule.
Hardy KromerHahn erinnerte an die große Gemeindereform 1972/73, in deren Folge es vielen Dorfschulen „an den Kragen“ gegangen sei. Auch die Grundschule von Schlatt sei „zwar nicht ohne Proteste, aber schließlich doch von allen akzeptiert“ aufgelöst worden und in der Junginger Nachbarschaftsschule aufgegangen. Fortan gingen Kinder aus Schlatt, Beuren und Jungingen gemeinsam in Jungingen zur Schule. Aktuell werden dort 81 Schülerinnen und Schüler unterrichtet, davon 30 aus Schlatt und drei aus Beuren. Namens der Stadt und des Gemeinderats Hechingen gratulierte Hahn zum Jubiläum und zu einem „Erfolgsmodell, das sich nunmehr seit einem halben Jahrhundert bewährt hat“. Persönlich fügte er hinzu: „Ich bin froh über jede kleine Schule, in der jede Schülerin und jeder Schüler in besonderem Maße respektiert, gefördert und behütet wird.“
Dann hatten die Kinder ihren großen Auftritt. Die Erstklässler ließen bunte Luftballons in den Herbsthimmel aufsteigen, die Zweitklässler reimten: „Nachbarschaftsschule, hurra, wie schön! Sie bleibt bestimmt noch lange besteh'n.“ Und alle vier Klassen gemeinsam sangen: „Schule ist mehr... als nur lange Stunden. Schule ist: Komm, Du bist nicht allein.“

81 Schülerinnen und Schüler zählt die Junginger Nachbarschaftsschule aktuell. Auch bei der Feierstunde zum 50. Jubiläum spielten sie eine Hauptrolle.
Hardy KromerSchulleiter Tobias Lillge stellte selbstbewusst fest: „Die Bezeichnung ,Perle des Killertals' hat sich Jungingen nicht zuletzt aufgrund seiner Schule verdient“ – und überreichte Bürgermeister Simmendinger symbolisch eine Glasperle. Und weil die Perle nur Glanz verbreiten könne, weil aus Hechingen, Schlatt und Beuren Licht darauf falle, hatte Lillge für die Repräsentanten dieser Nachbarorte kleine Taschenlampen parat. Lillge, der seit 2001 im Amt ist und gleichermaßen Kontinuität verkörpert wie sein verstorbener, langjähriger Vorgänger Rudolf Harbig dies tat, appellierte: „Lassen Sie uns die Perle des guten Miteinanders weiter pflegen!“
Auf die nächsten 50 Jahre!
Abschließend erinnerte Bürgermeister Simmendinger daran, dass die Gemeinde Jungingen ihr über 100 Jahre altes Schulhaus in den vergangenen Jahren schrittweise saniert und modernisiert hat. Und er äußerte die Hoffnung, dass das Gebäude die Kinder aus Jungingen, Schlatt und Beuren auch in den nächsten 50 Jahren gut behüten möge. Darauf stieß er mit den Festgästen an.

