Inklusion Hechingen: Zusammen mit Lorena auf einer Bühne

Die Schlagerpopsängerin Lorena aus Burladingen hatte plötzlich die Martinshof-Bühne voller begeisterter Partygäste.
Michael BrandtAnnähernd 500 Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen feierten mit bei der ersten Open-Air-Schlager-Party im Hechinger Martinshof der Lebenshilfe. Es war ein beeindruckender Abend der Begegnung. Der Hechinger Abendmarkt auf dem Obertorplatz, die riesige Party zum 15-jährigen Bestehen und dem Neubau bei der Firma Bentley und auch noch die Übertragung des Fußball-Länderspiels Deutschland gegen Griechenland im Fernsehen: Die Konkurrenz hätte nicht größer sein können am Freitagabend. Und trotzdem wurde das erste Hechinger Schlager-Open-Air, organisiert von der Stiftung Lebenshilfe Zollernalb und dem Verein Downtown Hechingen, zu einem Riesenerfolg.
Gut 500 junge und ältere Menschen, mit oder ohne körperliche oder geistige Behinderung, versammelten sich im Hof der Lebenshilfe in der Martinsstraße, um gemeinsam bei freiem Eintritt und äußerst flotter Schlagermusik zu tanzen, zu singen, im Rhythmus zu klatschen oder in einer Polonaise mehrere Runden vor der Bühne zu drehen.
Die Protagonisten, die auf der Bühne die Songs präsentierten, waren die Pop-Schlagersängerin Lorena aus Burladingen, Simon Wild mit seiner Steirischen Harmonika aus Pliezhausen, Patrick Schmidberger von der Lebenshilfe Zollernalb sowie „3mal1“, die Schwestern Alexandra, Franziska und Stephanie aus Bisingen. Finanziell unterstützt wurde die Veranstaltung durch den Hechinger Medizintechnik-Hersteller Bentley, Elco, die Hechinger Firma für Heizungssysteme, sowie den Rotary Club Ebingen-Zollernalb.
Was für ein Andrang in der Unterstadt!
Freitagabend in der Hechinger Unterstadt: Die Parkplätze an der Realschule sind voll belegt, genauso wie die Standstreifen der Martinsstraße hin zum Martinshof der Lebenshilfe Zollernalb. Nachdem man endlich eine Parklücke gefunden hat, wird man vorbei an den langen Schlangen an den Essens- und Getränkeständen mit „Ein bisschen Frieden“ musikalisch empfangen.

Simon Wild mit seiner Steirischen Harmonika hat die Polonaisen beim Hechinger Schlager-Open-Air angeführt.
Michael BrandtEs ist nicht Nicole, die 1982 mit dem Song den Eurovision Song Contest gewonnen hatte, sondern die Schlagersängerin Lorena aus Burladingen, die mit weiteren Schlager-Klassikern wie „Ein Bett im Kornfeld“ oder „Wann wird es endlich wieder Sommer?“ bei sommerlichen Temperaturen Wohlfühlmusik präsentiert. Der Funke war sofort übergesprungen, denn spontan versammelte sich bei ihr auf der Bühne eine Gruppe von Menschen mit Behinderungen, tanzte und klatschte im Takt ihrer Lieder mit.
Polonaise unterm Sommerhimmel
Dieser Freudentaumel sollte sich beim anschließenden Auftritt von Simon Wild fortsetzen, allerdings nicht auf der Bühne, sondern davor. Simon Wild, der mit der Steirischen Harmonika, hat es bei der Fernsehsendung von Stephan Mross „Immer wieder sonntags“ 2018 bis ins Finale des Sommerhits geschafft. In Hechingen führte er eine Polonaise an, der sich immer mehr Teilnehmerinnen und Teilnehmer anschlossen – eine wirklich beeindruckende Begegnung.
Mittendrin war Florian Schebe aus Bitz. Der junge Mann mit geistiger Behinderung hielt schon mal die Autogrammkarte der drei Schwestern von „3mal1“ in den Händen, die für ihn der Höhepunkt des Abends werden sollten. Bis dahin reihte er sich in die Tanzenden vor der Bühne ein. Und Berti, eine ältere Dame, war mit dem Fahrrad extra aus Rangendingen gekommen, um „gute Schlagermusik zu hören“.
Bei Sängerin Lorena (Bonura) aus Burladingen wollte die Schlange derjenigen nicht enden, die ein Autogramm nach ihrem Auftritt haben wollten. „Es war für mich ein sehr beeindruckendes Konzert“, stellte Lorena fest. Für sie war es nach krankheitsbedingter Auszeit der erste Auftritt in diesem Jahr.
Das ruft sicher nach einer Fortsetzung
Und das Fazit der ersten Hechinger Schlagerparty unterfreiem Himmel? „Da geht einem das Herz auf, wenn man so viele glückliche Menschen miteinander feiern sieht“, sagte die Vorsitzende des Vereins Downtown, Uli Kapala. Für den Vorsitzenden der Lebenshilfe Zollernalb, Holger Klein, steht nach der „Riesenstimmung“ jetzt schon fest, die Veranstaltung im kommenden Jahr fortzusetzen.
