Im Zollernalbkreis
: Haufen extra für Eidechsen – Tiere werden für Klinik umgesiedelt

Für den Klinikneubau ziehen Eidechsen im Zollernalbkreis um. Das kostet. Landrat Günther-Martin Pauli rügt: „Der Gesetzgeber muss hier zügig abrüsten.“
Von
jg/pm
Balingen
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Eine der Eidechsen, die umgesiedelt wurden.

Eine der Eidechsen, die umgesiedelt wurden.

Steffen Maier/Landratsamt
  • Für den Klinikneubau im Zollernalbkreis werden Zauneidechsen vor Beginn umgesiedelt.
  • Biologinnen sammelten die Tiere auf dem Firstäcker-Areal bei Balingen-Dürrwangen ein.
  • Neue Habitate mit Steinschüttungen, Sand- und Totholzhaufen wurden oberhalb des Areals angelegt.
  • Landrat Günther-Martin Pauli kritisiert die Vorgaben als überreguliert und kostenintensiv.
  • Projektleiter Markus Riester und Pauli besprachen vor Ort nächste Schritte und mögliche Einsparungen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Juchtenkäfer und Eidechsen sorgten schon bei Stuttgart 21 für Verzögerungen. Auch auf einer künftigen Großbaustelle im Zollernalbkreis wird aktuell ein kleines Tier umgesiedelt.

Auf dem Gelände des Zentralklinikums laufen vor dem Baustart vorbereitende Maßnahmen. Wache Augen und schnelle Hände waren gefragt, als Pauline Pfau und Lea Heinze auf Pirsch gingen. Mit Eimern und Keschern waren die Biologinnen auf dem Firstäcker-Areal nahe Balingen-Dürrwangen unterwegs, um Zauneidechsen einzusammeln und sie in den unweit gelegenen neuen Lebensräumen auszusetzen.

Vor Ort bei der Umsiedlungsaktion: Landrat Günther-Martin Pauli (rechts), Projektleiter Markus Riester und die Biologinnen Pauline Pfau und Lea Heinze.

Vor Ort bei der Umsiedlungsaktion: Landrat Günther-Martin Pauli (rechts), Projektleiter Markus Riester und die Biologinnen Pauline Pfau und Lea Heinze.

Steffen Maier/Landratsamt

Oberhalb des Baugrundstücks waren für Reptilien im Auftrag des Landratsamts nach strengen naturschutzrechtlichen Vorgaben Steinschüttungen, Wurzelstock-Sandhaufen und Totholzhaufen angelegt worden.

„Diese Habitate bieten den Eidechsen künftig beste Bedingungen“, erläuterte Biologin Pfau Landrat Günther-Martin Pauli und Projektleiter Markus Riester.

Pauli: weder nachhaltig noch finanziell vernünftig

Landrat Pauli betonte die Bedeutung des Artenschutzes und rügte zugleich die damit einhergehende Überregulierung: „Diese Umsiedlung ist ein Beispiel für hypersensiblen, weder nachhaltigen noch finanziell vernünftigen Schutz einzelner Tierarten. Der Gesetzgeber muss hier zügig abrüsten und zurück zu Maß und Mitte finden.“

Die Umsiedlung der Tiere und die Herstellung der neuen Habitate haben Behörden und Planer über Monate beschäftigt und Ressourcen verbrannt, so heißt es in der Mitteilung des Landratsamts. Pauli und Riester nutzten den Besuch vor Ort, um die nächsten Schritte hin zur Realisierung des Jahrhundertprojekts zu besprechen und mögliche Einsparpotenziale auszuloten.