Hohenzollerischer Geschichtsverein
: Spannend wie ein Krimi: Unbekanntes Grafenportrait aufgetaucht

Historisch interessierte Mitmenschen dürften beim Namen Eitelfriedrich II. aufhorchen. Für den Rest der Welt ist die Zuordnung eines Gemäldes aus dem 15. Jahrhundert aber ebenfalls ein Lesestoff.
Von
swp
Hechingen
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Graf Eitelfriedrich II. von Hohenzollern auf einem wiederentdeckten Gemälde vom Ende des 15. Jahrhunderts (Ausschnitt).

Graf Eitelfriedrich II. von Hohenzollern auf einem wiederentdeckten Gemälde vom Ende des 15. Jahrhunderts (Ausschnitt).

Hohenzollerischer Geschichtsverein/Kunsthandlung Salomon Lilian, Amsterdam​
  • Gemälde von Eitelfriedrich II. (1452-1512) aus dem 15. Jh. identifiziert
  • Porträt zeigt melancholischen Mann mit rotem Hut; einst Paarbild mit Margarete
  • Bild tauchte vor drei Jahren bei Auktion in Barcelona auf
  • „Hohenzollerische Heimat“: Artikel zu Bauernkrieg bei „Tigerfeld“ und Hof Jungental
  • Drei Buchbesprechungen, Auszüge Zimmersche Chronik, Info zur Ausstellung „Landleben“

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Eitelfriedrich? Im Hohenzollerischen, also zwischen Hechingen und Sigmaringen, sagt der Name manchen Menschen auch heute noch etwas. Exakt handelt es sich um Eitel Friedrich II. von Hohenzollern (1452-1512), der Graf war in der Grafschaft Hohenzollern und deren schwäbischer Linie angehörte. In Hechingen freilich war er eher selten, ist über ihn nachzulesen. Brandenburg war sein Hauptaufenthaltsort. Der Graf war unter der Bezeichnung Kammerrichter der erste Präsident des Reichskammergerichts. Deshalb hat der Mann heutzutage trotzdem keinen Ruf wie Donnerhall. Aber wenn ein historisches Gemälde endlich jemand zugeordnet werden kann, dann ist das sehr wohl eine Nachricht.

Melancholischer Blick, roter Hut

Aus so einem Stoff sind schon Bestseller geschrieben und Kinoerfolge entstanden: Das Titelbild des neuen Heftes der „Hohenzollerischen Heimat“ des Geschichtsvereins ziert ein Gemälde vom Ende des 15. Jahrhunderts, das einen melancholisch blickenden Mann mit rotem Hut zeigt. Die spannende Geschichte hinter diesem Portrait, und wie der Dargestellte durch kunsthistorische, nahezu kriminalistische Untersuchungen als Graf Eitelfriedrich II. von Hohenzollern identifiziert wurde, erklärt der Beitrag des niederländischen Redakteurs Arjen Ribbens.

Ursprünglich hatte das Bild eine zweite Hälfte, welche die Ehefrau von Eitelfriedrich, Margarete von Brandenburg, zeigte. Das Porträt tauchte vor drei Jahren überraschend bei einer Auktion in Barcelona auf.

Der Archivar und Historiker Joachim Jehn, der in jüngster Vergangenheit zusammen mit Sören Frommer eine Geschichte der Stadt Gammertingen veröffentlicht hat, geht in der neuen „Hohenzollerischen Heimat“ der Frage nach, ob es im Bauernkrieg eine große Schlacht bei „Tigerfeld“ gab, und stellt seine Resultate in einer spannend lesbaren, minutiösen Abfolge der Ereignisse vor.

Der Johanniterhof Jungental bei Starzeln. Auf dem sogenannten Lidar-Bild, einer Laser-Messmethode, ist der Ort des abgegangenen Hofes Jungental samt Johanneskirchlein gut zu identifizieren.

Der Johanniterhof Jungental bei Starzeln. Auf dem sogenannten Lidar-Bild, einer Laser-Messmethode, ist der Ort des abgegangenen Hofes Jungental samt Johanneskirchlein gut zu identifizieren.

Hohenzollerischer Geschichtsverein/Opengeodata, Wintermantel

Von Stefan Wintermantel kommt wieder ein äußerst detailliert recherchierter Artikel, diesmal über Jungental, einen Wirtschaftshof des Johanniterordens oberhalb von Starzeln, der von der Kommende Hemmendorf aus verwaltet wurde. Der Autor hat in diesem ersten Teil seiner Untersuchung die Lage, die zugehörigen Gebäude sowie die Geschichte und Verwaltung dieses Gutes vom 13. bis zum 18. Jahrhundert dargestellt; ein zweiter Teil folgt.

Drei Buchbesprechungen dazu

Falko Hahn stellt im Heft eine neue Folge seiner Auszüge aus der Zimmerschen Chronik vor. Daneben können die Leser sich über die Ausstellung „Landleben“ in der Kreisgalerie in Meßkirch informieren. Drei Buchbesprechungen runden das Heft ab: über das Badische (und Hohenzollerische) Klosterbuch, eine Publikation zur Jugendkultur um Meßkirch in den 1960er-Jahren und einen Bildband zu Wilhelm Prinz von Hohenzollern, der zu Beginn des Zweiten Weltkrieges in Frankreich fiel. Er war ein Enkel von Kaiser Wilhelm II.