Hechinger Sanierungen: Highway und Reichenbach: Gemeinsamkeiten und ein Unterschied

Die Fünf vom Brückengeländer am Highway: Offiziell abgenommen haben das Sanierungsprojekt (von rechts) Michael Werner (Hoch- und Tiefbauchef im städtischen Bauamt), Markus Jäschke (Projektleiter und Bautechniker im Tiefbauamt) und die Erste Beigeordnete der Stadt Hechingen, Dorothee Müllges. Ebenfalls mit dabei: Axel Schlee (Bauleiter bei der ausführenden Firma Bau Steeb aus Sulz) und Karl-Heinz Koch (Projektleiter des Tuttlinger Ingenieurbüros Breinlinger).
Ernst Klett- Sanierung des Hechinger Highways erfolgreich abgeschlossen.
- Projektkosten von 615.000 Euro unterschritten.
- Straße seit Mitte Oktober wieder befahrbar.
- Verbreiterung des Gehwegs und Fahrradschutzstreifen hinzugefügt.
- Kostenunterschiede zu anderen Sanierungsprojekten wie der Zinkenstraße.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Der Highway, die Hechinger Oberstadtzufahrt von der B 27 her, und die Stettener Zinkenstraße haben auf den ersten Blick so rein gar nichts gemeinsam. Wenn da nicht der marode Untergrund wäre! Bei der Stillfriedstraße stammt die Hangstützmauer ebenso aus den 70er-Jahren wie einige hundert Meter weiter die Verdolung des Reichenbachs. Beides sind sogenannte Ingenieurbauwerke, an denen allgemein der Zahn der Zeit und speziell das Auftausalz im Winter zu nagen pflegt. Damit hat es sich aber auch schon in Sachen Gemeinsamkeiten.
Der große Unterschied zwischen Stillfried- und Zinkenstraße ist, dass der Highway seit einigen Wochen und nach mehrmonatiger Baustelle wieder frei befahrbar und auf Jahrzehnte hinaus saniert ist. Auf diesen Zustand muss man im Stadtteil Stetten noch lange warten. Dort ist bekanntlich die Zinkenstraße nur noch halbseitig und mit Gewichtsbegrenzung befahrbar, weil die Straße überm Reichenbach einzustürzen droht. Auch bei den Kosten gibt es kräftige Unterschiede.
Es ist eisig kalt an diesem Freitagmorgen. Warum eigentlich gibt es die offizielle Abnahme der Baustelle erst so spät? Wieder frei ist die Hechinger Oberstadtzufahrt schließlich seit Mitte Oktober. Da wäre es noch wärmer gewesen. Man habe die Beteiligten nicht früher zusammenbekommen, erklärt Hechingens Erste Beigeordnete Dorothee Müllges. Terminnot hin oder her, das Projekt Hangstützmauersanierung ist definitiv zum Ende gebracht, und das obendrein zu einem guten: Der Kostenrahmen, geplant waren Ausgaben von 615.000 Euro, ist sogar unterschritten worden.
Kosten im Rahmen, Zeit eingehalten
Das will etwas heißen bei solcherlei Vorhaben! Michael Werner, der Hoch- und Tiefbauchef des städtischen Bauamts, erklärt das mit dem "sehr wirtschaftlichen Angebot" der ausführenden Firma Bau Steeb aus Sulz. Gleichzeitig gab es nur wenig Überraschungen bei den Arbeiten, und dadurch wurde zudem der Zeitplan fast punktgenau eingehalten. Zwei Wochen lag man darüber, aber das sei, so scherzte Michael Werner, absolut pünktlich - wenn man die Maßstäbe der Deutschen Bahn nehme.
Breiter Gehweg und Radschutzstreifen
Wenn man schon mal dabei ist: Im Zuge der Stützmauersanierung ist der bislang kaum benutzbare Gehweg (80 Zentimeter) auf ordentliche 2,30 Meter verbreitert worden. Gleichzeitig hat die Stadt für einen aufgemalten Fahrradschutzstreifen bergaufwärts gesorgt. Der muss oben und unten noch ordentlich angebunden werden. In diesem Zuge ist die mittlere Markierung entfernt worden.
Auszubessern und vor allem neu zu bauen war im Highway-Untergrund einiges. Bei der aus dem Jahr 1974 stammenden Stützmauer waren schon der Beton massiv abgeplatzt und der Stahl erheblich angerostet. Anhand der alle drei Jahre fälligen Prüfungen ist der Verfall des Bauwerks dokumentiert. Bereits in den 90er-Jahren waren erste Mängel aufgetaucht. 2014 dann gab es als Note eine 3,0. Das bedeutet, der Zustand ist "nicht ausreichend". Im Februar 2023 war man bei einer 3,4 (ungenügend). Hätte man noch länger zugewartet, wäre der Fall Zinkenstraße auch am Highway eingetreten: halbseitige Sperrung aus Sicherheitsgründen!

Nicht unbedingt schön anzusehen, aber sehr funktional und vor allem wieder umfassend intakt: die sanierte Hangstützmauer der Stillfriedstraße.
Ernst KlettDoch es wurde gerade noch rechtzeitig eingegriffen. Der teilweise Neubau auf massivem Hechinger Felsgestein hat sich über die gesamten Sommermonate erstreckt, und der Verkehr musste per Baustellenampel einspurig vorbeigeleitet werden. Hält die Hangmauer jetzt wieder ein halbes Jahrhundert? Vielleicht sogar länger. Denn der Beton ist in 50 Jahren widerstandsfähiger geworden. Am besten wäre, im Winter nicht mehr oder wenigstens nicht mehr gar so viel Auftausalz auszubringen, dass sich mit den Jahren durch die Fugen frisst. Aber der Highway ist bei Schnee und Eis eine reichlich gefährliche Strecke. Derzeit hat das Ingenieurbauwerk wohl die Note 1,0. Die nächste Prüfung steht in zwei Jahren an. Es ist zu erwarten, dass man vielleicht in 25 Jahren wieder ausbessern muss.
Wie schützt man Stützmauern und Verdolungen am besten?
Killer von Stahlbeton sind vor allem das Auftausalz im Winter, aber auch das ganze Jahr über das von den Fahrzeugen ausgestoßene Kohlendioxid. Beides frisst sich langsam, aber zielstrebig durch die Fugen des Betons. Das beste Mittel gegen das Vordringen der Schadstoffe ist eine intakte Fahrbahn. Für Hechinger Verhältnisse, so hieß es bei der Bauabnahme am Freitag, sei die Stillfriedstraße noch in einem ziemlich ordentlichen Zustand. Weiter oben gilt das freilich schon nicht mehr. Von der anschließenden Fürstin-Eugenie Straße ganz zu schweigen.

