Hechingen hilft in Burundi
: Neues von der Behindertenhilfe mitten in Afrika

Seit die USA ihre Unterstützung bremsen, sind Initiativen wie die des Hechinger Missionsausschusses noch wichtiger. Generaloberin Joséfine Toyi berichtet.
Von
Matthias Badura
Hechingen
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Ein Herzstück des Zachäus-Hauses ist die Schreinerei. Dort werden Jugendliche ausgebildet, sie dient aber genauso als wichtige Einnahmequelle. Vor Ort: Diakon Dr. Karl Heinz Schäfer (links) und Herbert Selig, als Architekt selbst vom Fach. Mit auf dem Bild: die Leiterin der Einrichtung, Schwester Josephine.

Ein Herzstück des Zachäus-Hauses ist die Schreinerei. Dort werden Jugendliche ausgebildet, sie dient aber genauso als wichtige Einnahmequelle. Vor etlichen Jahren schon vor Ort: Diakon Dr. Karl Heinz Schäfer (links) und der inzwischen verstorbene Herbert Selig, als Architekt selbst vom Fach. Mit auf dem Bild: die Leiterin der Einrichtung, Schwester Josephine (Archivbild).

Monika Selig
  • Hechinger Missionsausschuss unterstützt Zachäus-Haus in Burundi.
  • Heim, Schule und Werkstatt für körperbehinderte Kinder, betreut 100 Jugendliche.
  • Generaloberin Joséphine Toyi besucht die Bene-Tereziya-Schwestern in Freiburg.
  • Sie schätzt deutsche Kultur und spricht Deutsch trotz seltenem Gebrauch.
  • Rückkehr nach Burundi und tägliche Arbeit in kommenden Tagen.
  • Spendenkontakt: Diakon Karl Heinz Schäfer, Tel.: 07471/15860.
  • www.kath-hechingen.de

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Im Zuge der Kolonialisierung des Kontinents begaben sich einst „weiße“ Missionare nach Afrika, um den dort lebenden Bevölkerungen den christlichen Glauben zu bringen. (Oft mit Methoden, die wenig mit Nächstenliebe zu tun hatten.) Veränderte Welt. Heute kommen afrikanische Geistliche und Ordensschwestern nach Europa, um hier den Priestermangel zu dämpfen und um karitative Dienste zu leisten, etwa in der Alten- und Krankenpflege.

Darunter derzeit auch elf Angehörige der Bene-Tereziya-Schwestern aus Gitea/Burundi, die bei Freiburg stationiert sind. Bei ihnen weilt dieser Tage ihre Ordensmutter Joséphine Toyi. Die Generaloberin war zunächst zur Teilnahme an einer Kongregation in Rom gereist. Natürlich wollte sie es nicht versäumen, ihre Schwestern zu besuchen. Und es bot sich ein weiterer Besuch an: In Hechingen beim Missionsausschuss der Kirchengemeinde St. Jakobus, der das 1977 mit seiner Hilfe gegründete Zachäus-Haus in Burundi unterstützt.

Heim, Schule und Werkstatt

Das inzwischen von Joséphine Toyi geleitete Zachäus-Haus ist Heim, Schule und Lehrwerkstätte für körperbehinderte Kinder. Aktuell werden dort rund 100 junge Menschen zwischen 5 und 25 Jahren betreut oder ausgebildet. Empfangen wurde die Generaloberin in Hechingen von Diakon Dr. Karl Heinz Schäfer, jahrzehntelanger Leiter des Missionsausschusses. Joséfine Toyi erzählte gegenüber der HZ von den Tagesabläufen im Haus, in ihrem Orden und von den gesellschaftlichen Verhältnissen in ihrem ostafrikanischen Land.

Schwester Joséphine Toyi mit Diakon Karl Heinz Schäfer. Die Generaloberin nutzte ihren Europaaufenthalt zu einem Besuch in der Zollerstadt und beim Hechinger Missionsausschuss, der das Zachäus-Haus in Burundi als Mitbegründer seit Jahrzehnten unterstützt.

Schwester Joséphine Toyi mit Diakon Karl Heinz Schäfer. Die Generaloberin nutzte ihren Europaaufenthalt zu einem Besuch in der Zollerstadt und beim Hechinger Missionsausschuss, der das Zachäus-Haus in Burundi als Mitbegründer seit Jahrzehnten unterstützt.

Matthias Badura

So viel Gutes gebracht

Sie tat das in einem Deutsch, das man als fast geschliffen bezeichnen möchte. Dabei benötigt sie diese Sprache weder für ihre Arbeit, noch hat sie allzu oft Zeit, sie anzuwenden. Dienstlich unterhält sie sich zu Hause in der burundischen Amtssprache, das ist Französisch, daneben auf Englisch. Deutsch habe sie gelernt, weil sie die deutsche Kultur liebe. Die Deutschen, meint sie, hätten ihrem Land so viel Gutes gebracht. Außer staunenswerten Sprachkenntnissen besitzt die Generaloberin einen Doktorgrad in Philosophie. Thema ihrer Arbeit war die Karmeliterin und Kirchenlehrerin Terese von Lisieux.

Unbedingt helfen wollen

Auch wenn sie früh den Wunsch verspürte, Nonne zu werden, erzählt die Afrikanerin, habe ein Werk Terese von Lisieux sie ganz besonders inspiriert, ihr den Anstoß gegeben, den Schritt zu tun: Meine Berufung ist die Liebe. Ihr Vater, berichtet sie außerdem, war Schreiner und die Bildung seiner Kinder ihm wichtig. „Geht zur Schule, lernt einen Beruf“, habe er ihnen immer wieder gesagt. Sie habe die Möglichkeit dazu gehabt, aber andere Kinder, Gleichaltrige, die sie sah, hatten diese Chance nicht. „Ich wollte helfen“, erklärt sie ihre Bestimmung.

Freude am Glauben

Fragen, was denn in Europa schiefläuft, warum immer mehr Menschen die Kirche verlassen, was die Afrikaner da anders oder „besser“ machen, weicht sie aus, sie will nicht urteilen oder gar verurteilen. Soviel aber: Die Menschen hier wenden sich, soweit es die Ordensfrau erkennen kann, zu Gott, wenn sie ihn brauchen oder er auf dem Plan steht. Die Christen in Afrika leben „immer“ mit Gott, er ist Teil des täglichen Daseins. Doch diese innere Haltung, die Freude am Glauben, ihre Zuversicht scheint es zu sein, die Menschen beeindruckt/berührt, die mit den Bene-Tereziya-Schwestern hier in Kontakt kommen. „Wir wirken nicht durch Worte, sondern durch Taten. Selbst eine kleine Hilfe und Beistand können im Dunkel des Lebens ein Licht entzünden“, so Joséphine Toyi. Das sei ein Anfang und schon sehr viel!In kommenden Tagen reist die Generaloberin zurück in ihre Heimat und an die tägliche Arbeit.

Für jede Spende und Unterstützung dankbar

Wer sich für die Arbeit des Zachäushauses in Gitea/Burundi interessiert und sie unterstützen möchte, kann sich direkt an Diakon Karl Heinz Schäfer wenden, Kontakt über Tel.: 07471/15860; Mail:info@kath-hechingen.de. Oder www.kath-hechingen.de