Haus Hohenzollern: Es ist die Zeit der Rückgaben: Die Preußen bekommen Sargsiegel wieder

Auf der Burg Hohenzollern ist die Rückgabe historisch bedeutender Sargsiegel vollzogen worden. Darüber freuen sich (von rechts) Preußenchef Georg Friedrich Prinz von Preußen, Robert Edsel, der Gründer und Vorstandsvorsitzende der Monuments Men and Women Foundation, die Provenienzforscherinnen Casey Shelton und Dorothee Schneider sowie Anja Hoppe, die Burgverwalterin der Burg Hohenzollern.
Roland Beck- Haus Hohenzollern erhält die Sargsiegel Friedrich Wilhelms I. zurück – verloren seit dem Zweiten Weltkrieg.
- Monuments Men and Women Foundation fördert die Rückgabe historischer Kulturgüter.
- Die Siegel wurden 1945 in einem Bergwerk in Bernterode von US-Truppen entdeckt und bewahrt.
- Zeremonie auf Burg Hohenzollern würdigt die Bedeutung der Artefakte und der Monuments Men.
- Preußenchef dankt für die Rückgabe und betont die Verantwortung, Geschichte zu bewahren.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Es handelt sich wahrhaftig nicht um das legendäre Bernsteinzimmer. Und wenn das jemals wieder entdeckt würde, dann ginge es nicht ans Haus Preußen. In Potsdam und auf der Burg Hohenzollern freut man sich aber auch über kleinere und trotzdem bedeutende Dinge: Die am Ende des Zweiten Weltkriegs zunächst verloren geglaubten Sargsiegel von Friedrich Wilhelm I. von Preußen, bekannt als der Soldatenkönig (1688-1740), sind an die einstigen Besitzer zurückgegangen. Möglich gemacht es die Stiftung der legendären Monuments Men.
Eine Zeremonie zur Ankündigung
Die Aktion war dem Haus Hohenzollern eine feierliche Zusammenkunft und eine umfangreiche Pressemitteilung wert. Die Monuments Men and Women Foundation hat demnach im Rahmen einer Zeremonie auf der Burg Hohenzollern die Rückgabe der historischen Sargsiegel an das Haus Hohenzollern vollzogen. Dahinter verbirgt sich ein interessantes Stück Geschichte: Die außergewöhnliche Reise dieser kleinen, aber bedeutenden historischen Artefakte erstreckt sich über Jahrhunderte. Friedrich Wilhelm I. von Preußen wurde als Vater Friedrichs des Großen dafür bekannt, Preußen mit einer disziplinierten Armee und einer zentralisierten Verwaltung zu einer mächtigen europäischen Macht entwickelt zu haben.

Sie haben locker in einen kleinen Umschlag gepasst: Die für das Haus Preußen historisch bedeutenden Sargsiegel des Soldatenkönigs sind an die einstigen Besitzer zurückgegangen.
Monuments Men and Women FoundationNach ihrem Tod wurden beide Monarchen in der königlichen Gruft der Garnisonskirche in Potsdam beigesetzt, einem Ort, der lange Zeit als Symbol für die Größe Preußens stand. Die Verbindung der Kirche mit dem preußischen Militarismus machte sie allerdings zu einem wirkungsvollen Propagandastandort für die Nationalsozialisten, die dort Zeremonien abhielten und die Gräber darin verehrten. Das wiederum wollen die neuen Nazis von heute befeuern. Als die Bombenangriffe der Alliierten 1943 zunahmen, ordnete Adolf Hitler die Entfernung der Särge zur sicheren Aufbewahrung an. Sie kamen in den letzten Wochen des Krieges tief im Inneren des Bergwerks Bernterode in Thüringen unter.
Die US-Army wird fündig!
Am 27. April 1945 entdeckten amerikanische Truppen dieses versteckte Lager mehr als 550 Meter unter der Erde. Darin befanden sich die Särge von Friedrich Wilhelm I., Friedrich dem Großen und Feldmarschall Paul von Hindenburg und dessen Frau Gertrud. Das Lager enthielt außerdem die preußischen Kronjuwelen, Hunderte von Militärfahnen, Archivmaterial und 271 Gemälde, die zwischen Munition und Dynamit verstaut worden waren. Am 29. April 1945 traf Monuments Man Captain Walker K. Hancock ein, um den Fund zu dokumentieren.
Die Siegel erstmal aufbewahrt
Captain Hancock, so heißt es in der Pressemitteilung weiter, stieß unter Tage auch auf die Sargsiegel Friedrich Wilhelms I., die wahrscheinlich während der mühsamen Manöver zum Absenken der massiven königlichen Särge in die unterirdische Kammer abgebrochen waren. Er erkannte ihre Bedeutung und bewahrte sie auf. Das könnte es dann mit der preußischen Herrlichkeit von Sargsiegeln für immer gewesen sein. Aber unter den persönlichen Unterlagen von Captain Hancock entdeckte seine Erbin einen kleinen Umschlag mit der handschriftlichen Notiz: Siegel des Sarges von Friedrich Wilhelm I. Gefunden in Bernterode, Mai 1945. Sie vertraute diese Objekte der Monuments Men and Women Foundation an, damit sie angemessen behandelt und schließlich ihrem rechtmäßigen Eigentümer zurückgegeben werden könnten.
Verschwundenes soll zurückkehren
Und dazu ist es jetzt gekommen. „Die Rückgabe dieser Siegel an das Haus Hohenzollern ist mehr als nur die Rückgabe eines Kulturschatzes“, sagte Anna Bottinelli, Präsidentin der Monuments Men and Women Foundation. „Zeremonien wie diese stehen im Mittelpunkt unserer Mission: die Arbeit der Monuments Men and Women weiterzuführen, indem wir sicherstellen, dass verschwundene Kunstwerke und Kulturgüter an ihre rechtmäßigen Eigentümer zurückgegeben werden.“
Die Preußen und ein Monuments Man
Eine besondere persönliche Verbindung unterstreicht laut Pressemitteilung die Zusammenkunft auf der Burg oberhalb von Hechingen und Bisingen: Georg Friedrich Prinz von Preußen ist der Großneffe von Cecilie Prinzessin von Preußen (1917-1975), der Enkeltochter Kaiser Wilhelms II. und Schwester seines Großvaters Prinz Louis Ferdinand. Sie heiratete 1949 den amerikanischen Monuments Man Captain Clyde Kenneth Harris (1918-1958), der nach Kriegsende an der Aufklärung des Diebstahls der hessischen Kronjuwelen beteiligt war. Harris ist damit der angeheiratete Großonkel des Preußenchefs – ein weiterer, direkter Bezug der Familie des Hauses Hohenzollern zur Geschichte der Monuments Men.
Der Preußenchef dankt herzlich
Georg Friedrich kommentiert dies so: „Wir nehmen diese Siegel mit Dank entgegen, nicht nur als Symbole der Geschichte unserer Familie, sondern auch als Zeugnis der ehrenvollen Mission der Monuments Men and Women. Ihre Fürsorge und ihre Opferbereitschaft haben dafür gesorgt, dass Objekte wie diese eines Tages an Ihren Herkunftsort zurückkehren konnten. Diese Rückgabe ist mehr als die Rückgabe von zwei kleinen Artefakten – sie ist eine Geste, die uns wieder mit unserer Vergangenheit verbindet und uns an die Verantwortung erinnert, die wir alle für die Bewahrung unserer Geschichte tragen.“
Die Bewahrer von Denkmälern und Kunst
Die Monuments Men and Women Foundation ist eine gemeinnützige US-amerikanische Organisation, die sich der Erhaltung und Förderung des kulturellen Erbes widmet, indem sie das Vermächtnis der Monuments Men and Women des Zweiten Weltkriegs würdigt. Durch Informationskampagnen, Restitutionen und Kooperationen setzt die Stiftung deren Mission fort. Restitutionen werden durch die großzügige Unterstützung von Einzelpersonen und Organisationen, darunter der Bank of America, ermöglicht.
Bekannt wurden die Monuments Men hierzulande vor allem durch den gleichnamigen Film von 2014 mit George Clooney, Matt Damon und Cate Blanchett.