Handwerk Burladingen
: Zwei junge Frauen starten als Zimmerinnen durch

Bürojob kam nie infrage: Celine Becker und Mona Scheu haben ihre Ausbildung im Burladinger Zimmereibetrieb Scheu abgeschlossen und werben für ihren Beruf.
Von
Matthias Badura
Burladingen
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Zimmerinnen Mona Scheu und Celine Becker Burladingen

Die frisch gebackenen Zimmerinnen Mona Scheu (links) und Celine Becker lieben ihren Beruf. Stolz auf ihren Prüfungserfolg sind Stefan Pfister, der ihre Ausbildung in der Praxis begleitete, und Michael Scheu, Chef des Lehrbetriebes Zimmerei Scheu Burladingen – zudem Vater von Mona.

Matthias Badura
  • Zwei Frauen schließen ihre Zimmerin-Ausbildung bei Zimmerei Scheu in Burladingen ab.
  • Offizielle Lossprechung ist am 19. September in der Stadthalle „Museum“ in Hechingen.
  • Celine Becker bleibt im Betrieb; Meisterprüfung ist Option, zunächst sammelt sie Praxis.
  • Sie schätzen sichtbare Ergebnisse und Abwechslung – Technik erleichtert körperliche Arbeit.
  • „Zimmerei ist kein Laufsteg“: Schmutz, Wetter, Höhe und Unfallgefahr gehören zum Job.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Viele fanden's cool, andere konnten's nicht glauben. Sie „schauten komisch“ und fragten zweimal nach: „Ihr macht wirklich eine Lehre als Zimmermann?“ Das traf auf den Punkt genau zu.  Inzwischen haben Celine Becker (22) und Mona Scheu (23) ihre Ausbildung erfolgreich abgeschlossen. Am 19. September findet in der Stadthalle „Museum“ in Hechingen die offizielle Lossprechung von der Lehrzeit statt. Die korrekte Berufsbezeichnung der beiden Frauen heißt übrigens Zimmerin!

Es ist inzwischen nicht mehr ungewöhnlich, dass Frauen Handwerks- und Bauberufe ergreifen. Die Branche insgesamt ist dankbar, denn es fehlt allerorten an Nachwuchs. Für Celine Becker aus Erpfingen war aber von Jugend an klar, dass sie diese Richtung einschlagen will. Sie sei durch das Elternhaus so geprägt – zupacken, schaffen. Ein Job in einem Büro an einem Schreibtisch wäre für sie niemals infrage gekommen, sagt sie. Klar war das auch für Mona Scheu: Ihr Vater Michael gründete 1999 einen gut gehenden Zimmereibetrieb in Burladingen, Hirschaustraße 41.

Erst einmal Berufserfahrung

Als Celine Becker Michael Scheu um eine Lehrstelle anschrieb, habe er sich gesagt: „Wir probieren es.“ Schon vor Ende der Probezeit sei für ihn klar gewesen, dass er sie einstellt. Nach ihrer Prüfung will die Erpfingerin weiterhin in seinem Betrieb in Burladingen arbeiten. „Die Meisterprüfung wäre eine Option“, meint sie. Doch zunächst will sie Arbeitserfahrung sammeln.

Was gefällt den beiden frisch gebackenen Zimmerinnen an ihrem Handwerk? Die Antworten: „Man sieht am Abend, was man geschafft hat; man begegnet immer neuen Anforderungen und  Problemen, man muss den Kopf einsetzen; kein Dachstuhl ist wie der andere; kein Gewerk gleicht dem von vorher.“

Zimmerei gibt Kraft

Wie steht es mit den Kräften? Bei der Frage greift Chef Michael Scheu ein: „Heute haben wir Unterstützung durch Technik und Maschinen. Das ist anders als früher. Da musste man alles tragen oder mit dem Seil nach oben ziehen.“ Seine Tochter ergänzt: „Man wird auch ganz schön stark.“ Verschiedentlich würde sie Angebote von männlichen Kollegen erhalten, die anbieten, eine anstrengende Aufgabe für sie zu übernehmen. Aber das lehnen sie und Celine Becker ab.

Jetzt, kurz nach der Prüfung, weisen die Gesellinnen gepflegte Hände und Fingernägel auf. „Das ändert sich auf dem Bau bald wieder“, lacht Celine aus Erfahrung. „Da wächst die Hornhaut schnell.“ Und: „Es muss jeder Frau klar sein, dass Zimmerei kein Laufsteg ist.“ Da werde man auch mal schmutzig und bei Regen nass. Unfallgefahr sei immer vorhanden. Schwindelfrei müsse man sowieso sein. „Trotzdem kann ich den Beruf nur empfehlen“, so die 22-Jährige. Sie macht sich auch keine Sorgen, ihren Job an KI zu verlieren. „Für die Planung kann das eine Rolle spielen, für die eigentliche Arbeit nicht. Da wird man immer Leute brauchen.“

Nicht nur Vater Scheu ist stolz

Michael Scheu ist stolz auf den Prüfungserfolg der beiden. Dasselbe gilt für Mitarbeiter Stefan Pfister, der in vergangenen Jahren den Großteil ihrer praktischen Ausbildung auf den Baustellen begleitete. Inzwischen hat sich eine weitere Frau mit dem Gesuch nach einer Lehrstelle bei der Zimmerei Scheu gemeldet.