Hallen-Freibad Hechingen: Im Sommer wird der Flexitag getestet: Auch bei Schlechtwetter geöffnet

Keine Angst! Im schönen, neuen Hechinger Hallenbad ist es einzig dann so übervoll, wenn der Inklusionsverein Downtown Hechingen zum Aktionstag einlädt! In der Sommersaison 2025 bleibt das Hallenbad geöffnet: dann, wenn es fürs Freibad viel zu schlechtes Wetter ist! Ein prima Service.
Archiv- Hechingen testet im Sommer den Flexitag: Hallenbad bei Schlechtwetter geöffnet.
- Montags nur für Schulen und Vereine offen, kein Protest bei Testphase.
- SPD fordert längere Öffnungszeiten bis 21 Uhr; Verwaltung lehnt ab wegen Kosten.
- Gemeinderat diskutiert Änderungen, verlegt Entscheidung in Schwimmbad-Kommission.
- Frühschwimmen und Fußgängerzone als Dauerthemen in Hechingen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Was waren das für Zeiten, als deutlich mehr Geld in den öffentlichen Kassen und vor allem kein Personalmangel war! Beides zwingt die Kommunen inzwischen zu oftmals heftig kritisierten Einschränkungen. In Hechingen ist seit der Pandemie und den knapp gewordenen Schwimmbad-Fachkräften der stets so beliebte Kombibetrieb im Schwimmbad passé. Kombi, das bedeutete, dass das Hallenbad auch während der gesamten Freibadsaison geöffnet hatte. Das war allerfeinst bei Nicht-Freibadwetter und bequem, weil es passionierten Schwimmern herrliche Ausweichmöglichkeiten bot. Aber das ist halt mal Vergangenheit. Allerdings gibt es in der neuen Freiluftzeit ein kleines Comeback, wenn auch nur versuchsweise.
Statt des Kombibetriebs testet man in diesem Sommer im Hechinger Weiher den sogenannten Flexitag. Das ist die eingängige Abkürzung für den flexibel gehalten Betrieb bei Schlechtwetter. Wenn es übel regnet und es fies kalt ist, kann man in der Zollernstadt trotzdem schwimmen gehen: Dann nämlich übt sich das Personal in Flexibilität und öffnet das Hallenbad. Das nennt man ohne jeden Zweifel bürgerfreundlich!
Montags nur Schulen und Vereine
Zu diesem klaren Plus kommt ein Minus, das sich allerdings nach Ansicht des Rathauses verschmerzen lassen dürfte: Der Montag bleibt auch weiterhin im Hallenbad für die Öffentlichkeit ein geschlossener Tag. Montags allein geöffnet für Schulen und Vereine, das hat man in den zurückliegenden Monaten getestet, und der Proteststurm ist wie erwartet ausgeblieben. Also bleibt es dabei. Das hat im Gemeinderat eine einmütige Zustimmung gefunden.
Früher war's immer so
Die Stadt reagiert damit auf die Personalknappheit. An den Montagen können Überstunden abgebaut werden, und die fallen im Weiher eben an, weil immer nur Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für eine Schicht vorhanden sind. Der geschlossene Montag ist Teil des 2024 umgesetzten Einsparpakets und war vor der Wiedereröffnung des Hallenbads 2018 jahrzehntelang üblich. In anderen Kommunen ist der Montag vielfach ebenfalls tabu. Geschlossen bleibt wohlgemerkt allein das Hallenbad. Das Freibad hat montags geöffnet.
SPD will abends länger öffnen
In die Schwimmbad-Kommission verlegt hat derweil die SPD-Fraktion des Gemeinderates ihren Antrag auf Änderung der Öffnungszeiten. An drei Tagen in der Woche sollten Hallenbad und Freibad bis 21 Uhr geöffnet haben, statt nur bis 20 Uhr. Im Gegenzug soll das Bad an drei Wochentagen statt um 7 Uhr erst um 8 Uhr öffnen. SPD-Stadtrat Felix Miller erklärte den Vorstoß mit auffallend vielen Meldungen aus der Bevölkerung an seine Fraktion. Die SPD wirbt in ausgewählten Medien derweil für sich, weil sie sich für Spätschwimmer einsetzt. Allerdings könnte es in der Folge Ärger mit den Frühschwimmern geben!
Forderungen nach Verlängerung am Abend überraschen die Stadtverwaltung: Bürgermeister Philipp Hahn betonte, es habe weder im Rathaus noch im Schwimmbad selbst auch nur eine einzige Anfrage nach längeren Öffnungen gegeben, und das seit Jahren! Das erleichtert ganz offenkundig das Nein der Verwaltung zu diesem Vorschlag. Es gehe ums Geld, so das Stadtoberhaupt, aber auch um Menschen: Putzdienste hinzugerechnet, käme das Personal mit Öffnung bis 21 Uhr erst gegen 23 Uhr aus dem Bad. Da greife die Arbeitgeberfürsorge, unterstrich Hahn.
Hahn erinnert an die Reden
Werner Beck, Fraktionssprecher der Freien Wähler, kam nicht umhin, den früheren Kurs der SPD zu erinnern: Da war die Fraktion vehemente Verfechterin des Frühschwimmens! Beck empfahl, den Antrag zurück an die Schwimmbad-Kommission zu geben. Almut Petersen (Bunte Liste) regte statt dreier Spättage einmalige Aktionstage wie ein Mondscheinschwimmen an. Ihr Fraktionskollege Winfried Rullof erhöhte des Bürgermeisters Blutdruck mit dem Vorschlag, testweise einmal die Woche bis 21 Uhr zu öffnen. Testen müsse man nicht, weil ihm keine Wünsche vorlägen, so Hahn. Zudem erinnerte der Bürgermeister an die nur kurz zuvor gehaltenen Haushaltsreden, in denen es durchweg ums Sparen ging.
Die SPD sah wohl ihren Antrag im Gemeinderat untergehen und rettete ihn in die Kommission. Wann die das nächste Mal tagt, muss erst noch festgelegt werden. Außerdem müssen es wohl keine drei lange Abend sein. Zwei oder nur einer, so Felix Miller, täten es auch.
Zwei Hechinger Dauerthemen
Die im Gemeinderat ziemlich lange geführte Aussprache über längere Schwimmbadzeiten am Abend ließen Bürgermeister Philipp Hahn an ausgewählte Hechinger Besonderheiten denken. Die "Hechinger DNA" zeichneten offenkundig zwei Dauerthemen aus, die ihn seit seinem ersten Tag im Rathaus immer wieder begegnen: der Marktplatz als Fußgängerzone – und die Öffnungszeiten des Schwimmbades. Immerhin diese sind vorerst auf Eis gelegt. Nein, stimmt nicht. Sie sind an die Schwimmbad-Kommission verwiesen.

