Großbrand in Bodelshausen
: 17 Menschen aus Mehrfamilienhaus gerettet – keine Suche mehr nach Vermissten

Ein Großbrand hat in der Nacht auf Mittwoch ein Mehrfamilienhaus in Bodelshausen zerstört. Einige der 22 Bewohner galten zunächst als vermisst. Die Polizei geht inzwischen jedoch davon aus, dass sie unversehrt sind.
Von
Jürgen Meyer,
Hardy Kromer
Bodelshausen
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  • In der Nacht brannte ein Mehrfamilienhaus in der Bodelshausener Steigstraße. Die Hechinger Feuerwehr half mit ihrer Drehleiter beim Löschen.

    In der Nacht brannte ein Mehrfamilienhaus in der Bodelshausener Steigstraße. Die Hechinger Feuerwehr half mit ihrer Drehleiter beim Löschen.

    Jürgen Meyer
  • In der Nacht brannte ein Mehrfamilienhaus in der Bodelshausener Steigstraße.

    In der Nacht brannte ein Mehrfamilienhaus in der Bodelshausener Steigstraße.

    Jürgen Meyer
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Die Lage war in der Nacht dramatisch: Starke Rauchentwicklung in einem mehrstöckigen Wohngebäude in der Steigstraße in Bodelshausen (Kreis Tübingen). In dem verschachtelten älteren Haus an der Ausfallstraße Richtung Ofterdingen war gegen 2.50 Uhr ein Feuer gemeldet worden.

Als kurze Zeit später die erste Fahrzeugbesatzung der Feuerwehr eintraf und sich einen Überblick verschaffte, stand fest, dass von den 22 gemeldeten Bewohner nur 17 auffindbar waren. Es musste davon ausgegangen werden, dass die übrigen sich noch im verqualmten Gebäude befanden. Bis am Morgen waren sie nicht auffindbar. „Die Aufregung war entsprechend groß“, schildert Christian Wörner, Sprecher des Polizeipräsidiums Reutlingen die Lage. Am Morgen stellte sich heraus: Fünf der Bewohner waren in der Tat nicht zu Hause, als das Feuer ausbrach. Als „vermisst“ gelten sie inzwischen aber nicht mehr. Es werde nicht aktiv nach ihnen gesucht, sagt die Polizei. Die Einsatzkräfte sind sicher, dass bei dem Brand keine Menschen zu Schaden gekommen sind.

Überlandhilfe aus Mössingen, Hechingen und Tübingen

Das Feuer war in einem Zimmer im ersten Stock ausgebrochen und fraß sich schnell in das darüberliegende Geschoss, Atemschutztrupps hatten Schwierigkeiten gefahrlos die Räume abzusuchen. Die Mössinger Wehr rückte mit ihrer Drehleiter an, um das Feuer von oben zu bekämpfen. Zusätzliche Atemschutzträger wurden von der Abteilung Stadtmitte und aus Belsen eingesetzt. Nachdem sich die Flammen hartnäckig ausbreiteten, wurde von der Feuerwehr Hechingen eine zweite Drehleiter zu Hilfe geholt, auch die Ofterdinger Wehr schickte Personal; Tübingens Wehr stellte einen Abrollbehälter für den Flaschen-Nachschub der Atemschutzträger.

Offener Dachstuhlbrand

Mittlerweile kam es zu einem offenen Dachstuhlbrand, der nun massiv aus den Drehleiterkörben und vom Boden aus bekämpft wurde. Zu den über 60 Feuerwehrfreiwilligen kamen zahlreiche Polizeibeamte und weitere zwei Dutzend Kräfte des Roten Kreuzes dazu, drei Notärzte mit Rettungswagenbesatzungen aus zwei Landkreisen und die Bereitschaften aus Bodelshausen und Mössingen. Die betreuten die allesamt unverletzt Geretteten in der Krebsbachhalle, auch Seelsorgehelfer waren im Einsatz.

Das berichtet die Polizei

Am Vormittag hat nun das Polizeipräsidium Reutlingen wie folgt über den Brand berichtet: Am frühen Mittwochmorgen gegen 2.50 Uhr waren die Einsatzleitstellen von Feuerwehr und Polizei von einem Bewohner alarmiert worden, weil er aus einer Wohnung im ersten Obergeschoss eine starke Rauchentwicklung bemerkt und auf Klopfen niemand reagiert hatte.

17 Hausbewohner evakuiert

Beim Eintreffen der ersten Rettungskräfte hatte der Rauch bereits begonnen, sich innerhalb des Gebäudes auszubreiten, weshalb die 17 anwesenden, der 22 dort gemeldeten Hausbewohner evakuiert wurden. Dabei musste sich die Feuerwehr teils zwangsweise Zugang zu den Gebäudeteilen und Wohnungen verschaffen. Verletzt wurde nach bisherigem Kenntnisstand niemand. Die Evakuierten wurden vorläufig in einer Turnhalle untergebracht.

69 Feuerwehrleute im Einsatz

Die zeitgleich anlaufenden Löscharbeiten der Feuerwehr, die mit 14 Fahrzeugen und 69 Feuerwehrleuten im Einsatz war, dauerten bis kurz vor vier Uhr, wobei sich die Nachlöscharbeiten bis gegen acht Uhr hinzogen, da sich der Brand über das ganze Gebäude hin ausdehnte.

Sachschaden nahe an einer halben Million

Das Haus dürfte derzeit nicht mehr bewohnbar sein. Der entstandene Sachschaden könnte sich ersten, vorläufigen Schätzungen zufolge auf mindestens 450.000 Euro summieren. Neben der Feuerwehr war der Rettungsdienst mit 14 Fahrzeugen und 25 Einsatzkräften vor Ort. Der Polizeiposten Bodelshausen hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen.