Grenzsteinfest Boll und Stetten: Historische Treibjagd auf den Hasen beim Fest nachgespielt

Das Grenzsteinfest der beiden Narrenzünfte Stetten und Boll wurde zu einer herrlichen Sommerparty für Gäste aus nah und fern.
Christian Steinhilber- Grenzsteinfest von Boll und Stetten wurde zur gut besuchten Sommerparty auf dem Blattachweg.
- Anlass war das 100. Jubiläum der Hagaverschrecker, die mit den Hasawedeln feierten.
- Die historische Treibjagd auf den Hasen wurde nachgespielt – Erinnerung an die Narrensage.
- Der Hasen-Grenzstein symbolisiert die Narrenfreundschaft, die 1990 in Metall gegossen wurde.
- Musik von Schalmeien, „Tom Young“ und „Wolfbeats“ sorgte für Stimmung, Hüpfburg für Kinder.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Mehr noch als sonst war am vergangenen Samstagabend auf dem Blattachweg zwischen Stetten und Boll reger Publikumsverkehr. Und diesmal waren es nicht nur Jäger, Treiber und Hasen beider Ortschaften wie anno dazumal. Schuld daran waren die Narrenzünfte, die Hagaverschrecker und Hasawedel aus Stetten und Boll, die endlich einmal wieder gemeinsam zum „Grenzsteinfest“ luden.
Passend zum 100. Geburtstag der Hagaverschrecker
Die Begrüßungsworte der beiden Zunftoberen, Rainer Daiker und André Göckel, machten es bereits deutlich: Passend zum 100. Jubiläum der Hagaverschrecker hatten sich die beiden Vereine erneut zusammengetan, um mit ihrem Ausdruck gelebter Narrenfreundschaft gemeinsam ein „super Fest“ zu feiern.
Denn 1990 wurde mit dem Hasen-Grenzstein, der dort an Ort und Stelle steht und die Bollemer Narrensage verbildlicht, diese Narrenfreundschaft der benachbarten Fasnetszünfte in Metall gegossen.
Pünktlich dazu, nachdem er in der Fasnetszeit 2020 abgeflext worden war, hat die Hasenfigur durch Gerd Kleinmaier nun auch wieder einen Wedel erhalten. Selbstverständlich ragt nur dieser über die Grenze nach Boll, während der Has’ auf Stettemer Gemarkung steht.
Erinnerung an die Bollemer Narrensage
Warum das so ist? Das zeigte auch die am Samstag nachgespielte Treibjagd und damit die Bollemer Narrensage, die den „Hasawedeln“ ihren Titel gab. Denn damals gab es Zwist unter den Jägern beider Orte, nachdem ein Hase ausgerechnet auf der Grenze erlegt worden war, wem das Tier nun gehöre. Vermessungen ergaben schließlich dasselbe Ergebnis, wie es heute das Hasendenkmal zeigt.

Wo liegt der Hase? Die historische Treibjagd wurde beim Fest nachgespielt.
Christian SteinhilberDies dürfte auch den beiden Dorfoberhäuptern, Meta Staudt und Otto Pflumm, gefallen haben, die in ihrer Festansprache vor allem die Leidenschaft und den närrischen Geist lobten, mit denen ihre Vereine Traditionen weitergeben und leben.
Dabei ging die Zusammenarbeit vom Aufbau bis zum Abbau Hand in Hand. An allen Ständen, ob Küche, Getränke, Weizenbrunnen oder Bar, arbeiteten Mitglieder beider Vereine gemeinsam. Das funktionierte so eingespielt und reibungslos, dass die Gäste zahlreich, gern und lange blieben.
Den passenden Anlass dazu lieferte auch das musikalische Programm des Abends. So spielten die Schalmeien der Hagaverschrecker sogar einen Klassiker aus der Bollemer Fasnet gekonnt auf. Im Wechsel mit „Tom Young“ unterhielten sie die Gäste bis kurz vor 21 Uhr. Dann übergaben sie an die vierköpfige Nachwuchsband „Wolfbeats“. Die vier Jungs wussten mit bester Popmusik bis spät in den Abend zu unterhalten. Da wurde selbstverständlich auch der Narrennachwuchs in der extra bereitgestellten Hüpfburg nicht müde.
Eine herrlich verbindende Sommerparty
Bleibt nur zu hoffen, dass sich die beiden Vereine bis zum nächsten gemeinsamen Grenzsteinfest nicht allzu viel Zeit lassen, denn das Fest am Samstag war eine herrlich verbindende Sommerparty.
