Gratulation nach Rangendingen
: „Wunschlos glücklich“: Pfarrer Norbert Dilger wird 80 Jahre alt

Der Geistliche hat an Christi Himmelfahrt Geburtstag. „Im Dienst“ ist er trotzdem. Zwei Gottesdienste wird er zelebrieren und dabei „der lieben Maria danken, dass sie mich nach Rangendingen geführt hat“.
Von
Sabine Hegele
Rangendingen
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Norbert Dilger

Norbert Dilger wird 80. Da darf er sich in seiner Wahlheimat Rangendingen auf viele Gratulanten freuen.

Sabine Hegele
  • Pfarrer Norbert Dilger wird 80 und feiert in Rangendingen an Christi Himmelfahrt.
  • Er predigt um 10 Uhr in St. Gallus – abends Maiandacht in der St. Josefskapelle.
  • Dilger fühlt sich in Rangendingen zuhause und dient weiter als Subsidiar.
  • Musik prägt sein Leben, Opern-Karaoke bereitet ihm Freude.
  • Private Feier folgt am 16. Mai, Einladung mit humorvollem „biblischem Alter“-Verweis.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Seinen 70. Geburtstag verbrachte er weit weg von Rangendingen, im westlichen Mittelmeer. Jetzt wird Norbert Dilger 80 – wo er diesen Ehrentag feiert? In Rangendingen! Weil sein 80. auf Christi Himmelfahrt fällt. Da sei er selbstverständlich „im Dienst“ – um 10 Uhr predigt er in St. Gallus (anschließend gibt es einen kleinen Stehempfang); um 19 Uhr feiert er eine Maiandacht in der St. Josefskapelle.

„Hier ist meine Heimat“

„Arbeit“ nennt er das nicht, im Gegenteil: An Christi Himmelfahrt im Jahr 1974 feierte Norbert Dilger seine Primiz – dieser Tag sei ihm einfach wichtig. Unabhängig davon, dass sein 80. prompt auf diesen Tag fällt. Und: Die abendliche Maiandacht möchte er dazu nutzen, der „lieben Maria zu danken“ – dafür, „dass sie mich nach Rangendingen geführt hat“. Ein schöneres Kompliment könnte Norbert Dilger der Starzelgemeinde nicht machen – und der gebürtige Furtwanger lässt keinen Zweifel: „Hier ist meine Heimat, hier fühl’ ich mich wohl.“

Von Ruhestand keine Spur

Apropos. Dem Jubilar geht es gut. Er fühle sich nicht wie 80 – wobei: „Ich weiß ja nicht, wie man sich da gemeinhin fühlt.“ Norbert Dilger ist jedenfalls noch fit genug, als Subsidiar (= unterstützender Geistlicher in der Seelsorge und Liturgie) tätig zu sein in Rangendingen, Bietenhausen und Höfendorf. Seit Ende 2019 ist er das – von Ruhestand keine Spur. Nicht von ungefähr wird Norbert Dilger, seit 2014 eigentlich Pfarrer i.R., von den ihn als Mensch und Geistlichen gleichermaßen schätzenden Rangendingern gerne Pfarrer…  „in Rufbereitschaft“, „in Reserve“, „in Reichweite“ oder „in Realität“ genannt – aber halt nicht „Pfarrer im Ruhestand“.

Dabei ist es nicht so, dass Norbert Dilger auf seine alten Tage zum „Hans Dampf in allen Gassen“ geworden wäre – aber er hat eben eine große Präsenz. Er seinerseits sagt, „gesegnet“ zu sein. Viel Schönes habe er in seinem langen Leben erfahren dürfen. Sei es auf den vielen, von ihm organisierten Pilgerreisen (nach Israel, Ägypten, Griechenland, Sizilien, Portugal, Madeira, Andalusien, Kastilien, nach Lourdes und Fatima) oder auch den, ebenfalls von ihm initiierten, Konzert- und Opernfahrten. In diesem Zusammenhang sei in Erinnerung gerufen: Die Reihe der Rangendinger Kirchenkonzerte war einst von ihm angestoßen worden.

So viel Schönes erlebt

Nicht zu vergessen die vielen privaten Reisen, meist mit dem Kreuzfahrtschiff, die er gemeinsam mit dem Ehepaar Christa und Adolf Beiter unternommen hat.  Diese beiden Menschen wurden für Norbert Dilger zum Glücksfall, bei ihnen fand er eine Herberge, als er nach einem Treppensturz im Dezember 2013 Unterstützung brauchte. Bis heute lebt der Geistliche mit den Eheleuten unter einem Dach – sie sind enge Freunde geworden. Familienanschluss inklusive. Dafür ist Norbert Dilger unendlich dankbar. Und man glaubt ihm, wenn er sagt: „Ich brauche nichts, ich habe alles. Ich bin wunderbar versorgt. Das ist ein großes Glück.“

Überhaupt, blickt der Pfarrer im Unruhestand zurück: „In meinem Leben lief nicht alles so spontan, wie ich es im Kopf hatte. Manches gar ganz anders. Aber dann irgendwie doch alles ganz wunderbar.“ Er sei ganz offensichtlich „von oben gut geleitet“ worden.

Spaß an Opern-Karaoke

Begleitet hat ihn dabei stets die Musik, die klassische Musik. Sie ist seine ganz große Leidenschaft. Für sich neu entdeckt hat er erst vor wenigen Jahren das Opern-Karaoke. Kein Spaß – Norbert Dilger singt gerne und sehr gut. Und natürlich verfügt er über eine erlesene (CD-)Sammlung klassischer Literatur.  Zumal seine Opern- und Konzertbesuche seltener geworden sind. Vielleicht glückt es ihm trotzdem, die Berliner Philharmoniker nochmal live zu erleben – sein „letztes Mal“ liegt 60 Jahre zurück.

Wie lange Norbert Dilger noch für seine „Schäfchen“ da sein möchte?  „So lange die Menschen das möchten und ich es gesundheitlich leisten kann.“  Wobei klar ist: Eine Predigt „nach Schema F“ gibt es bei ihm nicht. Der Geistliche möchte die Menschen „persönlich abholen, ihre Wünsche respektieren“ – egal, ob bei einer Taufe, einer Hochzeit oder einer Beerdigung.

Es wird nachgefeiert

Ein Letztes noch. So ganz ohne private Feier geht Norbert Dilger nicht in sein neues Lebensjahr. Er feiert seinen 80. nach – am 16. Mai. Die Einladung dazu liest sich großartig; intelligent und humorvoll sind die ersten einer ganzen Reihe weiterer Sätze formuliert: „Am 14. Mai 2026 werde ich ein biblisches Alter erreicht haben. Die Frage ist nur, was ein biblisches Alter ist! So wurde etwa Noah, der Archenbauer, schlappe 960 Jahre alt. Der ebenfalls im Buch Genesis vorkommende Methusalem packte noch neun Jahre drauf und wurde 969 Jahre alt. Zu diesem biblischen Alter fehlen mir noch einige Tage…“ Einfach nur herrlich! Und damit Glückwunsch zum 80.