Gratulation nach Jungingen: Seine Gemeinde ist 900 Jahre älter: Bürgermeister Simmendinger wird 50

Was man in seiner Freizeit alles macht: Das Junginger Gemeindeoberhaupt Oliver Simmendinger sammelt Motorräder.
Hubert Pfister- Bürgermeister Oliver Simmendinger aus Jungingen feiert seinen 50. Geburtstag am 15. Juli 2025.
- Amtsantritt 2020 fiel in den Lockdown – Corona prägte seinen Start und die Amtszeit.
- Familiär und musikalisch engagiert: Vater von drei Kindern, aktiver Musiker und Jugendleiter.
- Beruflicher Quereinsteiger: Vor dem Bürgermeisteramt 20 Jahre in der Softwareentwicklung tätig.
- Leidenschaft für Eisenbahnen und Motorräder prägt sein Leben, keine große Geburtstagsfeier geplant.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Simmendinger ist einer der vielen Quereinsteiger: Ein Schultes, der nicht aus der Verwaltungslaufbahn kommt. Das soll kein Nachteil sein, weiß man. Und? Nochmal Bürgermeister werden? Seine Antwort: „Ohne zu zögern: Ja!“
Oliver Simmendinger feiert an diesem Dienstag seinen 50. Geburtstag. Am 12. Januar 2020 wurde er mit über 50 Prozent der abgegebenen Stimmen zum Bürgermeister von Jungingen und Nachfolger des nicht mehr angetretenen Harry Frick gewählt. Der hatte das Amt drei Perioden inne. Simmendinger wurde am 15. Juli 1975 in Hechingen als mittlerer von drei Söhnen von Johanna und Jürgen Simmendinger geboren. Er wuchs in Killer auf und zog bereits im Alter von 23 Jahren im Mai 1999 nach Jungingen. 2003 heiratete er seine Ehefrau Ina, mit der er drei Kinder hat: Benjamin (20), Mia (15) und Lisa (12). Der Einzug ins eigene Häusle auf dem ehemaligen Casse-Areal erfolgte nach viel Eigenleistung im Jahr 2017.
Aus Killer, aber Junginger durch und durch
Dadurch habe er viele Alltags-Stationen als Einwohner von Jungingen miterlebt: Umzug, Kinder, Kindergarten, Grundschule, Vereine, Vereinsfeste und vieles mehr. Diese Erkenntnisse helfen auch und gerade als Bürgermeister. „Ich versuche empathisch zu sein und an jeder Stelle zu helfen, klar ist aber auch, dass die Gemeinde nicht für alles zuständig ist und auch nicht sein kann. Das letzte Wort hat ohnehin der Gemeinderat, den es zu überzeugen gilt“. Dies gelang Simmendinger nach eigenem Bekunden beispielsweise beim Gemeinde-Entwicklungskonzept, der Fertigstellung der Sanierung der Bahnhofstraße, der Entwicklung des Gewerbegebietes und vielen, vielen Kleinigkeiten, die, wie er selbst sagt, zwar keiner so richtig sieht, diese aber doch über Jahre und Jahrzehnte einen wichtigen Beitrag leisten (zum Beispiel neue Spielgeräte auf dem Spielplatz/Freibadgelände).
Kein leichter Start wegen Corona
Nicht zuletzt bescherte ihm die Corona-Pandemie auch einen schweren Start, nachdem sein Amtsantritt (1. April 2020) direkt in die Zeit des Lockdowns fiel. Simmendinger sagt heute dazu: „Die vielen teils einschneidenden Entscheidungen, die Impf- und Corona-Test Geschichten, viele Diskussionen, Unmut, Missstimmung, teils bis heute – das war und ist für unsere Gesellschaft eine bittere Pille gewesen, an der wir vermutlich noch lange verdauen.“

Auch das ist der Geburtstagsjubilar: Musiker durch und durch und weiterhin engagiert im heimischen Musikverein.
Hubert PfisterSeinen schulischen und beruflichen Werdegang bezeichnet er selbst als „nicht normal“. Nach der mittleren Reife an der Realschule Burladingen und der erfolgreichen Ausbildung zum Industriekaufmann bei der Firma Trigema, entschied er sich im Anschluss über den zweiten Bildungsweg das Abitur nachzumachen. Die damals relativ neue, zweijährige Wirtschaftsoberschule in Riedlingen, suchte er täglich mit dem Auto auf. Vor dem Beginn des Studiums an der Berufsakademie in Villingen-Schwenningen (heute: Duale Hochschule), absolvierte er den Zivildienst bei der KBF in Hechingen. Das berufsbegleitende Studium bei einem Softwarehersteller in Balingen schloss er 2001 erfolgreich ab und war bis im Januar 2020, also fast 20 Jahre lang, als Softwareentwickler und Projektleiter im betriebswirtschaftlichen Umfeld, hauptsächlich in der Automobilbranche tätig, zuletzt bei Webasto in München.
Heimat und Tradition
Als Leiter des Deutschen Peitschenmuseums in Killer und auch dem Heimatverein Killer ist Simmendinger kein unbeschriebenes Blatt in der näheren Umgebung. Dieses Erbe übernahm er 2007 von seinem verstorbenen Vater Jürgen.
Weiterhin Jugendleiter
Der Jubilar ist zudem Jugendleiter beim Musikverein Jungingen und aktiver Musiker. Bereits nach der Grundschule startete er beim Musikverein Killer, um nach einer berufsbedingten Pause beim Musikverein Jungingen wieder als aktiver Musiker einzusteigen; mittlerweile seit fast 30 Jahren. 1996 begann er in der Partyband „Why Not?!“, mit der er viele Hochzeiten, Fasnetsbälle und öffentliche Veranstaltungen bereichert hat. Simmendingers größte Leidenschaft gilt der Musik. Sein Talent verhalf ihm viele Instrumente wie Klavier, Schlagzeug, Gitarre, Bass bestens zu beherrschen, aber auch sein Können am Akkordeon, dem Saxofon, der Ukulele und beim Gesang konnte er schon häufig unter Beweis stellen. Wer Simmendinger kennt, der weiß, dass er auch immer für ein Ständchen oder eine musikalische Einlage zu haben ist.
Ein Haus am Gleis
Als Kind war er Modelleisenbahner durch und durch. Auch bei der Bauplatzwahl spielte seine Eisenbahnaffinität eine Rolle. Es sollte entweder ein Bauplatz mit möglichst schöner Aussicht sein oder eben direkt an einem Bahngleis. Es wurde das Bahngleis. Durch diese Affinität zur Eisenbahn ist er seit einigen Jahren Mitorganisator der Eisenbahnbörse des Musikvereins Jungingen.
Mit dem Beiwagen über die Insel
In seiner noch verbleibenden Freizeit fährt er gerne Rad, früher auch durchaus mal sportlich wie beim 24-Stunden-Rennen in München. Die Kombination aus Rad und Motorsport erklärt eine weitere Leidenschaft: Motorräder und Mopeds. Schon als Kind hatte er in der Nachbarschaft und bei seinem älteren Bruder viel über Motoren, Schrauben, Fahren und Basteln an den Zweirädern erfahren können. Ein Freund brachte ihn auf das Gespannfahren (Beiwagen) – mit dem er 2009 mit Frau Ina und Sohn Benjamin halb England und Schottland erkundete.
Große Feier fällt aus
Eine große 50er-Feier wird es nicht geben, zu sehr ist er mit der Planung der 950-Jahr-Feier der Gemeinde beschäftigt. Der Geburtstag wird vorerst nur im Familienkreis gefeiert. Die Frage, ob er denn nochmal das Amt des Bürgermeisters antreten würde, beantwortet er ohne zu zögern mit Ja.
