Feuerwerk unterhalb der Burg Hohenzollern: Nabu Hechingen kritisiert Nähe zu Vogelschutz- und Naturschutzgebieten

Zuviel schützenswerte Natur gab es rund ums Feuerwerk, sagt der Nabu. Hellgrün ist Landschaftsschutzgebiet oberhalb der B 27 beim Brielhof, Rot ist das Naturschutzgebiet Zollerhalde. Geböllert wurde im Hellgrünen, am ersten Knick der Burgauffahrt.
privat- Streit um genehmigtes Profifeuerwerk an der Burg Hohenzollern nach wochenlanger Dürre.
- Nabu Hechingen kritisiert Nähe zu Schutzgebieten: Zollerhalde und Natura-2000-Vogelschutzgebiet.
- Geböllert wurde an der Burgauffahrt im Landschaftsschutzgebiet, Raketen blieben offenbar aus.
- Stadt verwies auf Brandschutzauflage – Feuerwehr war vor Ort und stellte eine Rechnung.
- Nabu fordert generelles Umdenken bei Feuerwerken, auch mit Blick auf Silvester und Vermüllung.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Es ist jetzt schon eineinhalb Wochen her, aber über das Feuerwerk, das nach wochenlanger Dürre an der Auffahrt zur Burg Hohenzollern gezündet werden durfte, erhitzen sich offenbar weiterhin die Gemüter. Der Nabu Hechingen übt im Rahmen einer Pressemitteilung Kritik daran, dass die Stadt Hechingen bei der Genehmigung keine Rücksicht auf die geschützte Umgebung genommen habe.
Profifeuerwerk mit Böllern, ohne Raketen
Ein Feuerwerk der Kategorie F4 hat die Stadtverwaltung auf Anfrage unserer Redaktion vermeldet. Das dürfen nur Profis aufbauen und abbrennen, weil es für Laien zu gefährlich wäre. Hinzufügen muss man ein weiteres Mal, dass Raketen offenbar ausgespart blieben. Das wäre angesichts der Trockenheit und der großen Gefahr von Flächenbränden wohl doch zu viel gewesen.
Trotzdem wundert man sich in Hechingen weiterhin, dass die Sache genehmigungsfähig war. Im Rathaus hat man die Entscheidung damit begründet, dass als Auflage ein Brandschutz gefordert worden ist. Den gab es auch, und die Feuerwehr Hechingen hat dafür eine Rechnung gestellt.
Die Kritik reißt aber nicht ab. Neben den allgemeinen Gefahren hat der Nabu-Ortsverband vor allem die Örtlichkeit im Fokus: Die erste scharfe Kurve der Burgauffahrt, das sei zu nah an den dortigen Schutzzonen.
Nabu äußerst großes Unverständnis über die Genehmigung
Der Nabu erklärt dazu an diesem Montag: „Selbst wenn ein für die Erteilung einer Ausnahmegenehmigung erforderlicher ,begründeter Anlass' vorgelegen hätte, stoßen die Abhaltung eines privaten Großfeuerwerks der Kategorie F4 mit viel Lärm und der Freisetzung von Schadstoffen, aber auch die Erteilung einer Ausnahme vom generellen Verbot bei den Naturschützern auf großes Unverständnis.“ Dies falle umso mehr ins Gewicht, weil ein europarechtlich geschütztes Natura-2000-Vogelschutzgebiet sowie das Naturschutzgebiet „Zollerhalde“ angrenzen. Beide seien von den massiven Störungen betroffen gewesen. Nach Auffassung der Naturschützer wäre eine Verträglichkeitsprüfung vorab zwingend erforderlich gewesen. Der Nabu hegt Zweifel daran, dass es diese Prüfung gegeben hat.

Viele Flächen um die Burg Hohenzollern herum stehen unter Landschafts- oder sogar Naturschutz.
Alexander KauffmannDer Nabu nimmt das umstrittene Böllerfeuerwerk zum Anlass, Feuerwerke grundsätzlich infrage zu stellen, insbesondere am Jahreswechsel. Das geforderte Verbot privater Feuerwerke begründen die Umweltverbände unter anderem mit der Luftverschmutzung, Stress für viele Menschen sowie Wild- und Haustiere, Brandgefahr sowie gesundheitlichen Risiken. Insbesondere, so heißt es in der Pressemitteilung weiter, warne der Nabu vor dem Abbrennen von Feuerwerk in der Natur. Neben den Auswirkungen auf Wildtiere sei die Vermüllung der Landschaft ein gewichtiges Argument.
Argumente an Silvester gelten auch unter dem Jahr
Dies gelte, so der Nabu weiter, ebenfalls für während des Jahres mit einer Ausnahmegenehmigung abgebrannte Feuerwerke, also auch für das Großfeuerwerk am Fuß des Burg Hohenzollern.

