Feuerwehr Rangendingen
: Löschangriff und Menschenrettung unter Extrembedingungen

Die alte Grundschule in Rangendingen diente am Samstag als Übungsobjekt der Feuerwehr-Hauptübung. Sogar die Drehleiter aus Hechingen rückte an. Für die Zuschauer ein interessantes Manöver.
Von
Klaus Stifel
Rangendingen
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Bei ihrer Jahreshauptübung probte die Rangendinger Feuerwehr die Rettung von Kindern und Lehrkräften aus dem Schulhaus.

Bei ihrer Jahreshauptübung probte die Rangendinger Feuerwehr die Rettung von Kindern und Lehrkräften aus dem Schulhaus.

Klaus Stifel
  • Rangendingen: Feuerwehr übte Rettung aus der alten Grundschule bei angenommenem Kellerbrand.
  • Rauch füllte Treppen und Flure, 23 Menschen blieben in Klassen und wurden später gerettet.
  • Notruf um 15 Uhr, erster Kommandowagen nach zwei Minuten vor Ort – 80 Zuschauer verfolgten die Übung.
  • Drehleiter aus Hechingen und Steckleitern retteten aus Obergeschossen, Wasser kam rasch aus Hydranten.
  • Sommerliche Hitze erschwerte den Innenangriff, Leitung und Bürgermeister lobten die rund 30 Einsatzkräfte.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Angenommen wurde bei der Jahreshauptübung der Feuerwehr Rangendingen ein Brand im Keller der alten Grundschule, der mangels Brandfrüherkennungsanlage zunächst unbemerkt bleibt. Der Rauch breitet sich rasch aus, macht Treppenraum und Flure unpassierbar. Lehrer und Schüler müssen in den Klassenzimmern ausharren, bis die Rettungskräfte eintreffen. Die Lage: dramatisch, zeitkritisch, herausfordernd.

Gut 80 Zuschauer bei der Jahreshauptübung

Pünktlich um 15 Uhr setzte Hermine Grupp – mit dem Handy und gut hörbar für die vielen Zuschauer – den Notruf über die 112 ab. Sie schilderte einen sich ausbreitenden Vollbrand und Kinder, die mit ihren Lehrern an den Fenstern der Obergeschosse um Hilfe schreien. Ihr Mann, der stellvertretende Gesamtwehrkommandant Siegfried Grupp, kommentierte den Verlauf der Übung über Lautsprecher und führte die gut 80 Zuschauer – darunter auffällig viele Kinder – durch das Geschehen.

Die ersten Helfer sind nach zwei Minuten da

In den Feuerwehrgerätehäusern Rangendingen und Höfendorf standen die Rettungskräfte in den Startlöchern. Nur zwei Minuten nach dem Notruf traf der Einsatzleiter vom Dienst, Sebastian Zug, mit dem Kommandowagen ein. Er verschaffte sich sofort einen Überblick und wies den nachrückenden Feuerwehrmännern und -frauen gezielt die kniffligen Aufgaben zu. Eine etwas längere Fahrt hatte die Abteilung Höfendorf mit der Löschgruppe Bietenhausen.

Drehleiter aus Hechingen mitalarmiert

Automatisch mitalarmiert wurde die Drehleiter aus Hechingen, die in Stein auf einem Parkplatz wartete. Mit drei Mann Besatzung bog sie in den Schulhof ein und begann sofort mit der Menschenrettung aus den oberen Stockwerken – ein entscheidender Vorteil bei einem Objekt wie der Schule. Die Drehleiter kann Personen aus einer Höhe von bis zu 23 Metern retten, wenn sie zwölf Meter vom Gebäude entfernt steht. Am Samstag in Rangendingen musste sie nicht voll ausgefahren werden.

Parallel dazu lief die Rettung über die Steckleitern an den Gebäudeseiten. Insgesamt 23 Menschen mussten aus dem verrauchten Gebäude gebracht werden, was auf Anhieb gelang. Die Geretteten brachte man seitlich der alten Turnhalle in Sicherheit.

Die Hitze erschwert die Arbeit

Schnell stand die Löschwasserversorgung aus den naheliegenden Hydranten. Das Tanklöschfahrzeug der Rangendinger Feuerwehr lieferte sofort Wasser. Während draußen die Rettung vorbildlich lief, begannen Atemschutztrupps mit dem Innenangriff. Die sommerlichen Temperaturen jenseits der 30 Grad erschwerten für alle Einsatzkräfte die Bedingungen. In voller Ausrüstung war das eine körperlich anspruchsvolle Herausforderung.

Nur Lob bei der Übungskritik

Bei der Übungskritik zeigten sich Einsatzleiter Sebastian Zug, der stellvertretende Gesamtwehrkommandant Siegfried Grupp und Bürgermeister Manfred Haug äußerst zufrieden. Alle drei fanden nur lobende Worte für die rund 30 beteiligten Feuerwehrleute, die eine bravouröse Leistung zeigten. Die Mischung aus realistischer Darstellung, fachkundiger Kommentierung und sichtbarer Teamarbeit machte deutlich, wie professionell die Rangendinger Wehr im Ernstfall reagieren würde.

Personalstärke auch tagsüber sehr wichtig

Einsatzleiter Sebastian Zug sagte, gerade bei Kindern müsse behutsam vorgegangen werden: „Ein Brand tagsüber während der Schultage ist für die Rettungskräfte sehr anspruchsvoll.“ Deshalb sei die Tagesverfügbarkeit der Rangendinger Feuerwehr – und auch die Bereitschaft überhaupt – sehr wichtig. Zwar sei die Feuerwehr während des Tages personell gut aufgestellt, Verstärkung könne man dennoch gut gebrauchen. Interessierte können jeden Montag in den geraden Kalenderwochen ab 19.30 Uhr zu den Übungen zum Feuerwehrhaus kommen.

Löschwasser ist genug vorhanden

Im Ernstfall würde bei einem Brand der Schule, so Zug, reichlich Löschwasser zur Verfügung stehen. „Bei Mehrbedarf kann Wasser aus dem Stausee und dem Dorfbach beim ‚Rössle‘ entnommen werden.“ Dies sei jedoch nur mit einer langen Wasserförderstrecke mit dazwischengeschalteten Pumpen möglich. Derzeit führt der Dorfbach aufgrund der Trockenzeit aber sehr wenig Wasser.