Feuerwehr Hechingen
: Tanklöschfahrzeug kostet 280.000 Euro mehr als geplant – es muss trotzdem her

Der Bedarfsplan gibt es vor, weil in zu vielen Hechinger Gebieten die Löschwasserversorgung aus dem Netz hakt. Also muss das Feuerwehrfahrzeug mit dem extra großen Wassertank gekauft werden. Auch wenn es keine Zuschüsse gibt. Allerdings spart man sich dadurch ein anderes Fahrzeug.
Von
Christian Steinhilber
Hechingen
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In der Nacht auf Sonntag wurde ein leerstehendes Wohnhaus direkt neben der Kirche des Hechinger Stadtteils Stein durch ein Feuer zerstört.

In etlichen Teilen der Gesamtstadt Hechingen gibt das Wassernetz nicht genügend Löschwasser für die Feuerwehr her. Die Stadt muss deshalb ein weiteres Löschfahrzeug mit extra großem Tank kaufen. Das ist aber immer noch viel billiger, als das Leitungsnetz aufzurüsten. Viel Wasser gebraucht hat die Hechinger Wehr beim Brand eines leerstehenden Wohnhauses in Stein.

Feuerwehr Hechingen
  • Hechingen beschafft ein Tanklöschfahrzeug 4000 – Angebot 880.000 Euro statt geplanter 600.000.
  • Grund ist unzureichende Löschwasserversorgung in mehreren Stadtteilen, Zuschüsse gibt es nicht.
  • Das Fahrzeug ersetzt ein HLF, spart dadurch Kosten und bietet Platz für vier Atemschutzkräfte.
  • Geplant ist ein neues Gerätehaus für Weilheim: Baugesuch 2027, Spatenstich im Frühjahr 2028.
  • Einsatzzahlen bleiben hoch, Mitgliederzahl steigt; zahlreiche langjährige Kräfte wurden geehrt.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Kaum Geld in der Kasse, und gleichzeitig diese Pflichtaufgaben! Die Stadt Hechingen spart, wo es geht, aber nicht an der Sicherheit ihrer Einwohner. Deshalb wird die aktuell geplante Neubeschaffung für die Feuerwehr auch durchgezogen. Das wurde bei der Tagung der Gesamtwehr in Bechtoldsweiler unterstrichen.

Teuer, aber notwendig

Das neu zu beschaffende Tanklöschfahrzeug steht im Gemeinderat zur Vergabe an. Das Angebot beläuft sich auf 880.000 Euro. Geplant waren 600.000 Euro. Nicht selbstverständlich ist es, dass diese Beschaffung trotz der Mehrkosten möglich gemacht werden soll. Der Grund ist der wachsende Löschwasserbedarf. Besonders schmerzhaft: Für das Fahrzeug gibt es keine Fördermittel.

Zudem ist man übereingekommen, das im Bedarfsplan zwingend ausgewiesene neue Feuerwehrgerätehaus für die Abteilung Weilheim zu bauen. 2027 soll das Baugesuch eingereicht werden, sodass im Frühjahr 2028 der Spatenstich folgen könnte. Danach soll der Anbau an das m Gerätehaus Sickingen folgen.

Bürgermeister Philipp Hahn hatte zu Beginn der Gesamtwehrversammlung Komplimente verteilt: „Stark im Zusammenhalt, stark im Einsatz – einfach eine starke Truppe!“, attestierte er den Hechinger Wehren. Die Einsätze – in der vergangenen Woche waren es schon wieder drei – bedeuteten auch eine psychische Belastung für die Feuerwehrkräfte. Sie seien ein tragendes Element des Gemeinwesens. Weshalb Gemeinderat und Stadtverwaltung die Wehren stets unterstützen. Froh, so eine starke Truppe in der Stadt zu haben, von der er selbst Teil ist, zeigte sich Ortsvorsteher Bernd Zimmermannn. Und auch er versicherte: „Der Gemeinderat steht hinter der Feuerwehr.“

Zahlreiche Ehrungen seitens der Feuerwehr Hechingen und des Kreisverbandes wurden bei der Jahreshauptversammlung der Gesamtstadtwehr Hechingen vorgenommen. Darunter auch ganz besondere mit vielen Jahren der Zugehörigkeit zur Feuerwehr, nämlich: Helmut Bogenschütz und Hans-Hermann Beck für 50 Jahre, Franz Basler für 60 Jahre und Georg Bulach für stolze 70 Jahre Zugehörigkeit zur Freiwilligen Feuerwehr.

Zahlreiche Ehrungen seitens der Feuerwehr Hechingen und des Kreisverbandes wurden bei der Jahreshauptversammlung der Gesamtstadtwehr Hechingen vorgenommen. Darunter auch ganz besondere mit vielen Jahren der Zugehörigkeit zur Feuerwehr, nämlich: Helmut Bogenschütz und Hans-Hermann Beck für 50 Jahre, Franz Basler für 60 Jahre und Georg Bulach für stolze 70 Jahre Zugehörigkeit zur Freiwilligen Feuerwehr (Bildausschnitt).

Christian Steinhilber

Mit aktuell 207 aktiven Mitgliedern und insgesamt 328 Feuerwehrangehörigen geht die Tendenz bei den Mitgliederzahlen nach oben, so Gesamtstadtkommandant Frank Brecht. Der Ausbildungsstand ist dabei auf einem hohen Niveau und wird stetig ausgebaut. Als sehr wichtig bezeichnete es Brecht, schon Jugendliche für die Feuerwehr zu begeistern.

Einsatzzahlen konstant hoch

Obwohl es keine Unwetter gab, blieben die Einsatzzahlen der vergangenen beiden Jahre mit 165 und dann 168 konstant hoch. Das Verhältnis von Brand- zu technischen Hilfeeinsätzen hielt sich dabei die Waage, so Brecht. Herausragend waren die Einsätze bei der glättebedingten Massenkarambolage  auf der B27, ein rechtzeitig gelöschter Fassadenbrand im Stockoch sowie die Brände auf dem Obertorplatz, in Stein an der Kirche und an einem Ökonomiegebäude in Weilheim.

Eine ganz besondere Ehrung überreichten Bürgermeister Philipp Hahn, Gesamtstadtkommandant Frank Brecht, Kreisverbandsvorsitzender Stefan Jetter und 2. stellvertretender Gesamtstadtkommandant Thorsten Killmaier an Matthias Schimminger (ZWeiter von links). Dieser erhielt für seine Verdienste als Ausbildungsleiter das Ehrenkreuz in Bronze des Deutschen Feuerwehrverbandes.

Eine ganz besondere Ehrung überreichten Bürgermeister Philipp Hahn, Gesamtstadtkommandant Frank Brecht, Kreisverbandsvorsitzender Stefan Jetter und 2. stellvertretender Gesamtstadtkommandant Thorsten Killmaier an Matthias Schimminger (ZWeiter von links). Dieser erhielt für seine Verdienste als Ausbildungsleiter das Ehrenkreuz in Bronze des Deutschen Feuerwehrverbandes.

Christian Steinhilber

Angeschafft wurde im vergangenen Jahr ein neuer Kommandowagen. Begonnen hat die Ausgabe der leichten Schutzkleidung. Mit dem neuen Social-Media-Team, der Einführung eines Pressesprechers und dem Aufsetzen der neuen Homepage wurden Projekte zur Außenwirkung umgesetzt. Der digitale Einsatzstellenfunk kommt bis zum Sommer und damit schneller als erwartet.

Ein Fahrzeug gespart

Die Fortschreibung des Feuerwehrbedarfsplans hat auch Auswirkungen auf die Zukunft. So ist die Freude groß, dass die Einsatzbereitschaft in den vergangenen fünf Jahren gestiegen ist. Dennoch bleibt die Mitgliederwerbung oberstes Credo der Wehr. Das neue Tanklöschfahrzeug 4000 ist auch laut Bedarfsplan notwendig. Es ersetzt die Neubeschaffung eines Hilfeleistungslöschfahrzeugs (HLF) und spart der Stadt damit Geld. Ferner bietet es Platz für vier Atemschutzkräfte und ist auch für die Wald- und Vegetationsbrandbekämpfung geeignet.

Die zweite besondere Ehrung erhielt Michael Binanzer (Zweiter von links). Er erhielt für seine 15-jährige Tätigkeit als stellvertretender Kommandant der Stadtabteilung und vor allem wegen seiner verbindenden Art im Feuerwehrwesen auf städtischer Ebene und im ganzen Kreis die Ehrenmedaille in Silber des Baden-Württembergischen Feuerwehrverbandes.

Die zweite besondere Ehrung erhielt Michael Binanzer (Zweiter von rechts). Er erhielt für seine 15-jährige Tätigkeit als stellvertretender Kommandant der Stadtabteilung und vor allem wegen seiner verbindenden Art im Feuerwehrwesen auf städtischer Ebene und im ganzen Kreis die Ehrenmedaille in Silber des Baden-Württembergischen Feuerwehrverbandes.

Christian Steinhilber

Die Grußworte des Landkreises überbrachte Kreisbrandmeister Sven Röger, der erstmals bei der Versammlung in Hechingen war. Im Gepäck hatte er Auskünfte zum Feuerwehrwesen in Kreis und Land, darunter die Anpassung des Feuerwehrgesetzes, den Katastrophenschutztag an Schulen und den Neubau der integrierten Leitstelle.

Eine Gesamtwehr, ganz viele Ehrungen

Zahlreiche Ehrungen wurden bei der Versammlung wieder für alle Abteilungen vorgenommen. Ausgezeichnet wurden für zehn Jahre Fabian Saile, Sarah Merz und Jens Schetter. Geehrt für 15 Jahre wurden Philipp Binanzer, Stefan Kostanzer, Philipp Kugler, Matthias Lohmüller, Moritz Keller und Manuel Beck. Die Auszeichnung für 20 Jahre ging an Carsten Buck, Patrick Lagiewski und Holger Beck. Uwe Klemenz erhielt die Ehrung für 25 Jahre. Die Auszeichnung für 30 Jahre erhielten Jürgen Haug und Daniel Steck. Edwin Wolf, Frank Brecht, Michael Denig, Michael Konstanzer, Ralf Schaal und Bernd Weißenegger wurden für 40 Jahre geehrt.

Ganz besondere Ehrungen für besonders lange Zugehörigkeit zur Feuerwehr erhielten für 50 Jahre Helmut Bogenschütz (Beuren) und Hans-Hermann Beck (Weilheim), Franz Basler (Bechtoldsweiler) für 60 Jahre und für beachtliche 70 Jahre Georg Bulach (Stein).

Kreisverbandsvorsitzender Stefan Jetter würdigte für dessen jahrelanges Engagement als Leiter der Ausbildungsgemeinschaft Matthias Schimminger mit dem Ehrenkreuz in Bronze des Deutschen Feuerwehrverbandes. Nicht zuletzt für seine 15-jährige Tätigkeit als stellvertretender Stadtabteilungskommandant erhielt Michael Binanzer die Ehrenmedaille in Silber des Baden-Württembergischen Feuerwehrverbandes. In großer Runde wurde Dieter Strobel in die Altersabteilung verabschiedet.