Ferienspiele in Rangendingen
: Zwillingsschwestern leiten ein ganzes Dorf für 150 Kinder

Einmal im Jahr öffnet „Rangdengcity“ seine Pforten. Was im Ferienspieldorf in Rangendingen so alles geboten ist, erklären Jennifer und Ann Katrin Schilling.
Von
Klaus Stifel
Rangendingen
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Die Zwillingsschwestern Jennifer Schilling und Ann Katrin Schilling vom Rangendinger Jugendbüro freuen sich auf den Start der Ferienspielwoche in „Rangdengcity“.

Die Zwillingsschwestern Jennifer Schilling und Ann Katrin Schilling vom Rangendinger Jugendbüro freuen sich auf den Start der Ferienspielwoche in „Rangdengcity“.

Klaus Stifel
  • In Rangendingen öffnet „Rangdengcity“ nächste Woche für 150 Kinder der Klassen eins bis sechs.
  • Federführung: die Zwillingsschwestern Jennifer und Ann Kathrin Schilling vom Jugendbüro.
  • 29 Jugendliche betreuen die Kinder, alle Plätze waren schon im Dezember vergeben.
  • Jedes Kind erhält Tasche mit Bürgerausweis, T-Shirt, Sparbuch und 15 Rangel – eigene Stadtstruktur.
  • Programm mit Bank, Post, Arbeitsagentur, Kaufhaus, Yoga, Waldspaziergängen, Schnitzeljagd und Elterncafé.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die beliebten Ferienspiele in „Rangdengcity“ nehmen nächste Woche ihren Lauf, und wie jedes Jahr ist der Andrang enorm. 150 Kinder aus den Klassen eins bis sechs aus Rangendingen, Bietenhausen, Höfendorf und Stein verbringen fünf Tage lang gemeinsam ihre Zeit. Noch mehr Kinder aufzunehmen, ist aus organisatorischen Gründen nicht machbar. Deswegen gab es eine Warteliste, und dennoch musste mehreren Kindern abgesagt werden.

Organisiert wird die Ferienspielwoche vom Jugendbüro, federführend von den beiden Zwillingsschwestern Jennifer Schilling und Ann Kathrin Schilling. Seit 2018 gibt es „Rangdengcity“. Besonders erfreulich: Auch die zukünftigen Erstklässler sind willkommen. Sie werden in kleinen Gruppen betreut und stehen unter ständiger Aufsicht – ein Punkt, den die beiden Organisatorinnen ausdrücklich betonen.

29 Betreuerinnen und Betreuer am Start

Doch ohne engagierte Betreuerinnen und Betreuer wäre das Großprojekt nicht zu stemmen 29 Jugendliche im Alter von 14 bis 17 Jahren kümmern sich dieses Jahr um die Ferienspiel-Kinder. Und das Beste: Die Suche nach Helfern ist längst kein Problem mehr. „Um Betreuer zu finden, müssen wir keine Werbung machen. Es gibt einen Pool an Kräften“, freut sich Ann Kathrin Schilling. Schon im Dezember seien alle Plätze belegt gewesen. Viele langjährige und erfahrene Betreuerinnen und Betreuer bleiben der Ferienspielwoche treu, andere hören auf und werden ersetzt. Die Mund-zu-Mund-Propaganda funktioniere hervorragend, und oft bringen die Jugendlichen noch Freunde mit, was die Arbeit erleichtere und die Stimmung hebe, so Ann Kathrin Schilling.

Bürgerausweis, T-Shirt, Sparbuch für jedes Kind

Zur Vorbereitung gab es zwei Betreuer-Treffen: eines im März, das andere kurz vor den Sommerferien. Bei den Zusammenkünften wurden die einzelnen Aufgaben verteilt, Abläufe besprochen und die Aufsichtspflicht thematisiert. Als Entschädigung bekommen die Betreuer lediglich ein kleines Taschengeld.

Im Jugendhaus neben der Schule herrschte in den vergangenen Wochen Hochbetrieb. „Jetzt ist Endspurt angesagt und es gibt noch viel zu tun“, sagte Jennifer Schilling am Dienstag. Taschen, Materialkisten und Bastelutensilien stapeln sich im Jugendhaus-Büro. Jedes Kind bekommt vorab eine Tasche mit Bürgerausweis, T-Shirt, Sparbuch und 15 Rangel – der Währung im Ferienspieldorf. Denn Rangdengcity ist ein kleines und funktionierendes Gemeinwesen.

Das Ferienspieldorf verfügt über eine eigene Bank, ein Postamt, eine Arbeitsagentur, ein Kaufhaus, einen Gemeinderat, der Entscheidungen trifft und ein Bürgermeister-Paar. Letztes Jahr beschloss dieser Kinder-Gemeinderat die Erhöhung des Stundenlohns von sechs auf neun Rangel. Schließlich müssen die Kleinen arbeiten, um Geld zu verdienen, das sie dann im Kaufhaus und zum Kauf von Snacks und Getränken ausgeben können. Vom Lohn werden Steuern abgezogen, die wiederum die große „Überraschung“ am Mittwoch finanzieren.

Von Yoga bis Schnitzeljagd

Neben den vielen aufgebauten Spiel- und Bastelstationen rund um die alte Schule gibt es Yoga, Waldspaziergänge und eine Schnitzeljagd. Das Mittagessen, das in drei Schichten ausgegeben wird, liefert die Schulmensa. Für die Eltern gibt es täglich das „Elterncafé“ von 14 bis 15.30 Uhr.

Dankbar zeigen sich die beiden Zwillingsschwestern Ann Katrin und Jennifer Schilling über die Unterstützung von Spenden ortsansässiger Handwerksfirmen und Banken. Außerdem unterstützen zahlreiche Vereine wie der Tennisclub, der Obst- und Gartenbauverein und die Narrenzunft Jägi die Ferienspielwoche mit der Zurverfügungstellung von Zelten. Vom Sängerbund leiht man Kaffeekannen aus und vom Diasporahaus Bietenhausen Sonnenschirme.

Zum Schluss wird Dorffest gefeiert

Die Ferienspiele in „Rangdengcity“ beginnen am Montag, 31. August, um 9 Uhr im Pausenhof der alten Schule. Am Freitagnachmittag endet die Woche traditionell mit dem großen Dorffest, das ebenfalls im Schulhof stattfindet und bei dem Kinder, Eltern, Geschwister, Großeltern und Betreuer gemeinsam feiern.