Ex-Trigema-Chef in Klinik: Wolfgang Grupp im Krankenhaus – Sind Schüsse gefallen? Kripo stellt in der Nachbarschaft Fragen

Trigema: Am Tag der offenen Tür am Samstag, 5. Juli, ließ sich Wolfgang Grupp noch mit zahlreichen Besucherinnen und Besuchern ablichten.
Matthias Badura- Ex-Trigema-Chef Wolfgang Grupp (83) liegt aktuell im Krankenhaus.
- Eine Sprecherin berichtet, sein Zustand sei altersentsprechend gut.
- Details zum Grund des Klinikaufenthalts wurden bisher nicht genannt.
- Am 5. Juli begrüßte Grupp noch Gäste beim Trigema-Tag der offenen Tür.
- Weitere Informationen zu seinem Zustand folgen auf swp.de.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Burladingen ist in Aufruhr – und in großer Sorge: Wolfgang Grupp, der „König von Burladingen“, liegt im Krankenhaus. Es gehe ihm altersentsprechend gut, teilte eine Sprecherin des Unternehmens Trigema mit, das der 83-Jährige jahrzehntelang geführt hat. Weitere Details nennt die Sprecherin auch am Montagnachmittag nicht.
Rettungshubschrauber-Einsatz am frühen Morgen
Unabhängig davon bestätigte das Polizeipräsidium gegenüber der SÜDWEST PRESSE, dass es am frühen Montagmorgen einen Einsatz von Polizei und Deutschem Roten Kreuz in Grupps Heimatstadt Burladingen gegeben habe. In einer Privatwohnung sei „eine verletzte Person aufgefunden“ und mit dem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus gebracht worden. Der Notruf sei um 4.54 Uhr bei der Leitstelle eingegangen.
„Keine Straftat, keine Fremdeinwirkung“
Ein Zusammenhang zu Wolfgang Grupps Krankenhausaufenthalt wird von der Polizei weder bestätigt noch dementiert. Was die „verletzte Person“ angehe, gebe es keine Hinweise auf Fremdeinwirkung oder auf eine Straftat. Im Übrigen verwies ein Polizeisprecher in diesem Zusammenhang auf den Pressekodex. Es gebe Themen, über die die Polizei grundsätzlich keine Auskünfte gebe.
Keine Bestätigung gibt es seitens der Polizei auch zu Informationen unserer Redaktion, wonach am frühen Morgen im Umfeld der Firma Trigema Schüsse gefallen seien. Nur so viel: Man habe den Tatbestand überprüft. Es gebe „kein strafrechtlich relevantes Handeln und kein Handeln von Dritten“.
Kripo stellt Fragen in der Nachbarschaft
Wie die SÜDWEST PRESSE erfahren hat, hat die Kriminalpolizei aus Balingen am Montagmorgen in der Nachbarschaft von Wolfgang Grupps Privatanwesen, das direkt gegenüber vom Trigema-Hauptwerk liegt, recherchiert. Den Befragten wurden erklärt, es gehe um einen „Unfall“.
Erst am Samstag, 5. Juli, hatte Wolfgang Grupp beim Tag der offenen Tür bei Trigema noch Gäste bei sich im Unternehmen begrüßt. Der 83-Jährige stand für die Besucherinnen und Besucher auch für Fotos bereit und beantwortete Fragen rund um das Unternehmen.
Der Textilunternehmer Wolfgang Grupp wurde am 4. April 1942 in Burladingen geboren. 1969 übernahm er die von seinem Großvater gegründete Firma. Trigema ist ein bekannter Hersteller deutscher Freizeit- und Sportbekleidung.

Selfies mit dem Ex-Trigema-Chef am Tag der offenen Tür.
Matthias BaduraSeit Anfang 2024 leiten die Kinder das Unternehmen
Anfang 2024 räumte Grupp den Chefposten und gab die Geschäftsführung an seinen Sohn Wolfgang Grupp junior und seine Tochter Bonita Grupp ab. Beide Kinder waren schon zuvor seit Jahren in der Firma tätig. Grupp junior erklärte die Aufgabenteilung Ende des vergangenen Jahres so: „Meine Schwester kümmert sich ums Personal, E-Commerce und Marketing. Meine Mutter verantwortet die Testgeschäfte. Ich bin zuständig für den B2B-Bereich, Verkauf, Logistik und IT.“
Grupp senior gilt durch regelmäßige öffentliche Auftritte als einer der bekanntesten Kaufleute Deutschlands – der mit umstrittenen und streitbaren Äußerungen aber auch immer wieder aneckt. Der frühere alleinige Trigema-Inhaber wurde durch kultige Fernsehspots bekannt. In diesen warb ein Schimpanse im weißen Hemd und mit schwarzer Krawatte – verkleidet als Nachrichtensprecher – für T- und Sweat-Shirts des Mittelständlers. Das lebendige Tier wurde inzwischen von einer Computeranimation ersetzt.
Mit eiserner Hand führte Grupp Trigema aus den roten Zahlen und machte den Betrieb zu Deutschlands größtem T-Shirt- und Tennisbekleidungshersteller. Der Produktionsumsatz lag 2022 bei 127,2 Millionen Euro, die Zahl der Mitarbeiter bei rund 1.160.
„Wer das Billigste möchte, ist nicht unser Kunde“
Zum 100-jährigen Bestehen von Trigema im Jahr 2019 sagte Grupp: „Zu meiner Zielgruppe gehört der Verbraucher, der Wert auf Qualität und Anständigkeit legt. Wer das Billigste möchte, ist nicht unser Kunde.“ Grupp belieferte mit seiner Ware dennoch auch die Discounter. Trigema habe dank eines Großauftrags mit Aldi Ende der 1980er Jahre 36 Millionen Umsatz gemacht, erzählte der Hobby-Jäger immer gerne.
1984 eröffnete Trigema sein erstes eigenes Verkaufsgeschäft im Allgäu. Inzwischen vertreibt das Unternehmen einen großen Teil seiner Ware selbst, online sowie in sogenannten Testgeschäften bundesweit. Die meisten liegen abseits der großen Städte und ihren Fußgängerzonen. Sie stehen in Urlaubsgebieten, wo die Kundschaft stetig wechselt.
Oft kritisierte Grupp einen Größenwahn mancher Unternehmer und forderte die persönliche Haftung für alle Bosse: „Wir brauchen wieder Unternehmer mit Verantwortung, Disziplin und Vorbildfunktion.“


