Für Klimaschutz, für Klimagerechtigkeit und für mehr Engagement der kommunalen Verwaltungen – vor Ort im Zollernalbkreis: Dafür stehen sowohl der Grünen-Ortsverein Balingen als auch die „Fridays For Future“-Gruppe (FFF) Albstadt ein. Und das ganz lautstark und bunt, mit Megafon, Parolen, Musik, Bannern, Fahnen und Plakaten.
Die Demoteilnehmer veranschaulichten ihre Forderungen auf Plakaten.
Die Demoteilnehmer veranschaulichten ihre Forderungen auf Plakaten.
© Foto: Jasmin Alber
Zum ersten Mal haben die beiden Gruppierungen einen zentral organisierten Klimastreik im Zollernalbkreis am globalen Streiktag am Freitag auf die Beine gestellt. Unterstützt wurden sie von den Jusos Zollernalb und dem Nabu – und von vielen weiteren Menschen. Rund 120 Teilnehmende zählte die Polizei, die partiell die Straßen in der Innenstadt absperrte und die Demo begleitete.

Regional mehr für den Klimaschutz tun

Die Forderungen der Initiatoren und Demoteilnehmer sind eindeutig. Sie appellieren, dass regional mehr für den Klimaschutz und zum Erreichen der Klimaziele getan wird. Ganz konkret: Solaranlagen auf städtischen Dächern und Flächen, die aktive Unterstützung von Windenergieprojekten vor Ort, der beherzte Ausbau des Radwegenetzes sowie zukunftsfähiges Bauen ohne Flächenfraß.
Start und Ziel der Demo war der Balinger Marktplatz, wo es anschließend ein offenes Mikrofon gab.
Start und Ziel der Demo war der Balinger Marktplatz, wo es anschließend ein offenes Mikrofon gab.
© Foto: Jasmin Alber
Der vergangene Sommer mit Hitze und Trockenheit sei „nur ein Vorgeschmack auf die Katastrophe“ gewesen, die bevorsteht, wenn Klimaschutz nicht sofort und konsequent umgesetzt werde, betonte Sophie Seng. Die Mitinitiatorin und Beirätin im Balinger Ortsverein von Bündnis 90/Die Grünen machte den Auftakt der Redebeiträge auf der kleinen Bühne vor dem Rathaus, nachdem die Demo durch die Innenstadt gezogen war.

Hass mit starker Demokratie entgegentreten

Man müsse die „Angst katalysieren und in Mut und Engagement umwandeln“, appellierte sie. Voraussetzung dafür sei eine starke, mutige Demokratie. Nur so sei dem Hass – mit dem sowohl die FFF-Aktivisten als auch den Grünen oft online wie offline konfrontiert sind – entgegenzuwirken. „Energie kann grün und verlässlich sein“, ist sie sich sicher.
Dass der Klimawandel die Kluft zwischen Arm und Reich verstärkt, machte Peter Weiger deutlich. „Das ist keine Meinung, keine Panikmache, sondern eine Tatsache und belegbar“, betonte der 17-jährige Jusos-Kreisvorsitzende, der dazu gleich einige Beispiele und Zahlen lieferte. FFF-Funktionär Pascal Faude zeigte auf, wo insbesondere in Albstadt noch Handlungsspielraum ist: Zu wenige E-Auto-Ladesäulen und ein lückenhaftes Radwegenetz innerhalb der Stadt waren nur zwei der von ihm genannten Missstände.
Beim anschließenden offenen Mikrofon hatten alle die Gelegenheit, ihre Meinungen und Positionierung zum Klimaschutz und den Forderungen des Klimastreiks kundzutun.