Erneuerbare Energien: Windkraft mit Bürgerbeteiligung: Nicht allein die Anlagen, auch die Gewinne sollen bleiben
Bürgerbeteiligung ist für die Hechinger Stadträtin Almut Petersen (Bunte Liste) absolut kein Fremdwort. Bei der Gemeinschaftsanlagen GbR wird dies bei Photovoltaik-Anlagen seit Jahren erfolgreich demonstriert. Jetzt geht es an die Windenergie, allerdings auf anderen Wegen.
Am Montag, 16. Oktober, findet um 18 Uhr in der Hechinger Stadthalle „Museum“ zum Auftakt eine Veranstaltung zum Thema „Windkraft in Bürgerhand“ statt. Organisiert wird der Abend von der Teckwerke Bürgerenergie Genossenschaft in Zusammenarbeit mit der Gemeinschaftsanlagen Hechingen GbR.
Man kennt sich schon
Die Teckwerke Bürgerenergie Genossenschaft plant, baut und betreibt PV-, Wind- und Wasserkraftanlagen und treibt so maßgeblich den Klimaschutz voran. Die Gemeinschaftsanlagen Hechingen ist bereits am Windpark „Falkenhöhe“ im Schwarzwald beteiligt, der von der Teckwerke Bürgerenergie Genossenschaft im Jahr 2021 realisiert wurde und will jetzt die Zusammenarbeit vertiefen, um den Bürgerinnen und Bürger Hechingens mehr Beteiligungsmöglichkeiten zu bieten und größere Bürgerprojekte im Raum Hechingen voranzubringen.
Drei Windparks im Werden
Bei den Teckwerken stehen aktuell drei Windparks vor der Realisierung mit insgesamt zwölf Windkraftanlagen in Hüfingen, Gomadingen und auf der Falkenhöhe. Bei der Veranstaltung am 16. Oktober werden die aktuellen Projekte der Teckwerke Bürgerenergie Genossenschaft und Beteiligungsmöglichkeiten vorgestellt. Darüber hinaus soll eine Hechinger Regionalgruppe gegründet werden, mit dem Ziel größere Energiewendeprojekte im Raum Hechingen effektiv voranzubringen.
Auch auf der Alb
Landauf, landab werden derzeit Wind- und Solarparks geplant, um die CO2-neutrale Energieversorgung der Zukunft aufzubauen, so auch im Schwarzwald, auf der Schwäbischen Alb und im Hohenzollerischen. Dies gilt als wichtiger Baustein für eine erfolgreiche Energiewende und zur Sicherung der Energieversorgung und der ökologischen Lebensgrundlagen.
Wo es problematisch wird
Allerdings gibt es stets große Diskussionen, wenn internationale Investorengruppen, große Stadtwerke wie die Stadtwerke Stuttgart und Energieversorgungsunternehmen sich Flächen und Projektrechte im ländlichen Raum für Solar- und Windparks sichern wollen. Investitionen in erneuerbare Energien seien an sich nicht schlecht, sondern dringend notwendig, betont dazu Almut Petersen, Geschäftsführerin der Gemeinschaftsanlagen Hechingen GbR und Hechinger Stadträtin. Problematisch sei aber, wenn bei den betroffenen Kommunen zu wenig hängen bleibe: keine Gewerbesteuer, keine Arbeitsplätze, keine Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger. Es könne nicht sein, dass Gewinne zu 100 Prozent abfließen und vor Ort lediglich der Blick auf die Windräder und Solaranlagen bleibe.
Genossenschaft eignet sich besser
Almut Petersen wirbt deswegen von jeher für die direkte Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger und eine enge Zusammenarbeit mit der Kommune. Kleinere Solarstrom-Projekte wurden in Hechingen bisher über die Gemeinschaftsanlagen Hechingen GbR realisiert. Für große Projekte kommt diese Rechtsform laut Almut Petersen aber nicht infrage. Dafür biete sich für die Bürgerbeteiligung das genossenschaftliche Konzept an. Deutschlandweit gibt es bereits knapp 900 Bürgerenergiegenossenschaften mit etwa 250 000 Bürgerinnen und Bürgern, die Miteigentümerinnen und Miteigentümer der neuen Energieinfrastruktur sind, diese mitgestalten und davon auch wirtschaftlich profitieren. Denn bei einer Genossenschaft bleibe das verdiente Geld bei den Genossen.
Gründungsabend
Die Veranstaltung im „Museum“ ist gleichzeitig die Gründungsveranstaltung für eine Hechinger Regionalgruppe. Ein wichtiges Ziel des Abends ist es, für die in der Raumschaft bereits genehmigten Windprojekte die bürgerschaftliche Finanzierung sicherzustellen und Beteiligung zu ermöglichen. Als Hechinger Stadträtin will Almut Petersen die Zusammenkunft aber auch dazu nutzen, Strukturen in Hechingen aufzubauen, mit denen das vom Gemeinderat verabschiedeten Klimaschutzkonzept unter Beteiligung der Bürgerschaft umgesetzt werden kann. „Wir müssen dazu das Rad nicht neu erfinden, sondern können bestehende Organisationen nutzen, um schnell erfolgreich zu sein“, betont Petersen.
Bei Windprojekten sei die überregionale Zusammenarbeit wegen der Projektgröße sowieso erforderlich. Anstatt viel ehrenamtliche Arbeit in den aufwändigen Gründungsprozess einer neuen Genossenschaft zu stecken, soll deswegen am 16. Oktober eine Hechinger Regionalgruppe der Teckwerke ihre Arbeit aufnehmen. Diese könne sofort von der Erfahrung und der professionellen Infrastruktur der Teckwerke profitieren. Eine Ausgründung in eine eigene Genossenschaft soll bei ausreichender Größe jederzeit möglich sein.
Schnell Kontakt aufnehmen
Eine Aufgabe der zu gründenden Regionalgruppe sehen die Veranstalter darin, schnell Kontakt mit den Kommunen und den Stadtwerken Stuttgart aufzunehmen, damit bei den in Planung befindlichen lokalen Windprojekten die Bürgerinnen und Bürger nicht außen vor bleiben. „Wenn wir Bürgerinnen und Bürger uns nicht sinnvoll organisieren, dann machen die großen Projektentwickler die Projekte ohne uns.“ So wirbt Almut Petersen für die Gründung der Regionalgruppe und für das Zusammenkommen am 16. Oktober.
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Windparks mit zwölf Anlagen, also einzelnen Windrädern, stehen bei den Teckwerken derzeit vor der Realisierung: in Gomadingen, auf der Falkenhöhe (Schwarzwald) und in Hüfingen.


