Energiebericht Stadt Hechingen: Verbrauch sinkt, Kosten steigen trotzdem: Noch mehr Photovoltaik soll helfen

Auf Neubauten wie dem Anbau des Kindergartens Sickingen lässt sich Photovoltaik problemlos montieren. Das städtische Gebäude ist denn auch ein Vorzeigestück in Sachen Energiegewinnung.
Archiv- Hechingen senkt Wärmeverbrauch, doch Heizkosten steigen 2024 auf über 819.000 Euro.
- Photovoltaik-Ausbau auf städtischen Gebäuden wird gefordert – Statik und Ausrichtung oft Hürden.
- Stromverbrauch der Stadt wächst um 11 %, trotz LED-Umstellung und Sparmaßnahmen.
- Wasserverbrauch bleibt stabil, Energiekosten insgesamt bei rund 1,6 Mio. Euro.
- Bauausschuss soll Übersicht zu PV-Potenzial erhalten – Fokus auf Neubauten und Sanierungen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Beim Wasserverbrauch kann sich Hechingen auf die Schultern klopfen: Die Zahlen sind seit Jahren konstant. Und das auf einem akzeptablen Niveau. Noch mehr nach unten, das dürfte schwierig werden. Frustrationen löst der Blick bei der Wärmeenergie aus: Da wird der Verbrauch in den städtischen Gebäuden konsequent gesenkt – aber die Kosten steigen trotzdem. Öl und Gas sind eben nicht mehr so günstig wie ganz früher, und die beispielgebende Alternative mithilfe von Erdwärme, des riesigen Speichers und Fernwärme, gibt es vorerst allein fürs Neubaugebiet Killberg.
Bei der Wärme kann aktuell nur weiterhin eingespart werden. Und da tut die Stadt seit Jahr und Tag einiges. Das hat Bürgermeister Philipp Hahn bei der Vorlage des aktuellen Energieberichtes dick unterstrichen. Nur ein Beispiel von vielen: Die Hausmeister der städtischen Gebäude werden regelmäßig zu Schulungen entsandt, damit sie die Heizungen passgenau einstellen können, und zwar tatsächlich in Eigenregie. Wer es schonmal im eigenen Keller versucht hat, der weiß, dass es dafür Kurse braucht.
Insgesamt 44 städtische Liegenschaften listet der Bericht auf. Da sind die dicken Schlucker wie die Schulen und das Hallen-Freibad drin, aber auch kleinere Posten wie die Feuerwehrhäuser in den Stadtteilen oder die Ortschaftsverwaltungen. Gleich zu Beginn macht ein Schaubild deutlich, dass man sich zumindest mittelfristig gedulden muss: Der Gesamtenergieverbrauch besteht zu 87 Prozent aus Heizenergie, und vergleichsweise geringe 13 Prozent macht der Stromverbrauch aus.
Wärme macht den Löwenanteil aus
Die Stadt beziffert die Gesamtenergiekosten fürs Jahr 2024 auf rund 1,6 Millionen. Das ist beinahe derselbe Wert wie der von 2022. Zwischendrin war es merklich weniger, aber 2023 galt halt die staatliche Energiepreisbremse, die ab 2024 wieder perdu war. Die Autorinnen des Energieberichtes stellen denn auch fest: „Die Heizkosten erreichten mit über 819.000 Euro ihren Höchststand, trotz des rückgängigen Wärmeverbrauchs.“ Die Stromkosten nahmen im Vergleich zu 2023 ebenfalls um knapp 18 Prozent zu. Beim Wasser sind die Kosten über die Jahre hinweg relativ konstant.
PV-Anlagen auf neuen Dächern – kein Problem
Bei der Wärmeenergie steht man noch vor großen Hürden, aber Strom, den kann man selbst produzieren! Das zeigt Hechingen seit geraumer Zeit mit etlichen Photovoltaik-Anlagen auf städtischen Gebäuden wie dem Kindergarten Sickingen, der Ortschaftsverwaltung Stein, der Grundschule Stetten und auch dem Feuerwehrgerätehaus in der Ermelesstraße. Auffallend ist, dass es sich vorzugsweise um Neubauten und runderneuerte Gebäude handelt.
Ginge es in Beuren unter aktuellen Voraussetzungen?
Da müsse doch noch haufenweise Potenzial brachliegen, lautete deshalb das Signal aus Teilen des Gemeinderates. Jürgen Fischer (SPD) wollte wissen, wo überall städtische Dachflächen für die Gewinnung von Sonnenenergie noch zu nutzen sind. Es brauche einen aktuellen Überblick, was geeignet sei, und nicht eine Auflistung unter den Vorzeichen von vor zehn oder gar 15 Jahren. Fischer erinnerte daran, dass in Beuren vor einiger Zeit PV auf dem Dach des Dorfgemeinschaftshauses wegen der Statik abgelehnt wurde. Das könne heute aber wieder ganz anders sein.

Das Dach des Dorfgemeinschaftshauses Beuren ist vor geraumer Zeit als nicht geeignet für PV-Anlagen eingestuft worden. Das könnte inzwischen aber ganz anders sein.
ArchivAlmut Petersen (Bunte Liste) forderte genauso Reaktionen aus dem Energiedilemma, in dem Hechingen und alle anderen Kommunen in der Regel stecken und riet dringend zum weiteren Ausbau der Photovoltaik-Systeme.
Bauausschuss soll Überblick bekommen
Alles nicht so einfach, wie man es sich vorstellen mag, konterte Bürgermeister Philipp Hahn. Hinter der Untersuchung stecke ein komplizierter Prüfungsaufwand, weil nach wie vor nicht jedes Dach geeignet sei für die Montage von PV-Anlagen. Die Erste Beigeordnete Dorothee Müllges sprang bei: Doch, es werde einen Überblick geben, der dem Bauausschuss des Gemeinderates vorgestellt werde. Sie warnte schon mal vor: Neben der Statik komme es ebenfalls auf die Ausrichtung des Gebäudes an.
Begrüßenswert wäre noch mehr Strom aus Sonnenkraft allemal. Denn der jüngste Energiebericht zeigt auf, dass das Stromsparen Grenzen hat. Von 2023 auf 2024 gab es ein Plus von gut elf Prozent. Die Stadt nennt als Ursachen die intensivere Nutzung technischer Geräte, längere Betriebszeiten und organisatorische Veränderungen, vor allem in den Schulen. „Gegebenenfalls“ müssten zusätzliche Energiesparmaßnahmen ergriffen werden.
Ständig in LED-Leuchten investiert, und jetzt das?
Die Stadt Hechingen rühmt sich, dass mittlerweile ein Großteil der Straßenbeleuchtung auf energiesparende LED-Technik umgestellt ist. Und doch sind die Verbrauchswerte 2024 gegenüber dem Vorjahr um 16 Prozent angestiegen (von 528.100 auf 612.600 Kilowattstunden). Stadtrat Gerhard Schneider (FWV) bat um Aufklärung und fragte, ob das neue Hoch vom großen Neubaugebiet auf dem Killberg herrühren könnte. Nein, es ist viel einfacher, erklärte Stadtoberhaupt Hahn: 2023, das Jahr mit dem Tiefstwert überhaupt, hatte wegen der Energiekrise eine temporäre Nachtabschaltung mit sich gebracht.

