USA verwehren Einreise: Touristin aus dem Zollernalbkreis wird wie eine Schwerverbrecherin behandelt

In Fußfesseln und Handschellen wurde die Hausenerin, die Urlaub machen wollte, 24 Stunden nach ihrer Ankunft in den USA zurück zum Flughafen gebracht und abgeschoben.
Friso Gentsch/dpa (Symbolbild)- Eine 22-jährige Lehramtsstudentin aus Hausen wurde in den USA wie eine Schwerverbrecherin behandelt.
- Sie wurde bei der Einreise festgenommen, 24 Stunden später abgeschoben, und in Handschellen zum Flughafen gebracht.
- Trotz Visum wurden ihr Handy durchsucht und sie musste in einer Gefängniszelle warten.
- Sie vermutet, dass ihre geplante Weiterreise nach Mexiko und die Trump-Regierung der Grund waren.
- Sie will nicht mehr in die USA reisen, solange Trump Präsident ist.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Eine 22 Jahre alte Lehramtsstudentin aus Burladingen-Hausen, Zollernalbkreis, wollte in die USA reisen und von dort aus später einen Abstecher nach Mexiko unternehmen. Doch die Einreise ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten wurde der jungen Frau verwehrt. Man schickte sie an der Grenze nach Hause zurück – nachdem sie schon bei der Passkontrolle festgenommen worden war.
12 Stunden in der Zelle
Die Hausenerin verfügte über ein Visum, doch den Grenzbeamten störte daran offenbar etwas. Die 22-Jährige musste daraufhin ihr Handy abgeben, wurde anschließend zwölf Stunden am Flughafen festgehalten und musste einen weiteren halben Tag in einer Gefängniszelle verbringen. Dort blieb sie während der gesamten Zeit des Wartens im Ungewissen. Eine chilenische Mitgefangene, so erzählte sie gegenüber der Bild-Zeitung, habe sich einen orangenen Overall überziehen müssen. Wohl weil sie abgeschoben werden sollte. „Da dachte ich, ich bin als nächstes dran“, wird die junge Frau weiter zitiert. Und: „Die haben mich behandelt wie eine Schwerverbrecherin.“
Wie sich später herausstellte, wurde ihr Handy minutiös durchsucht, alle Eintragungen gesichtet – möglicherweise daraufhin, ob sich die angehende Grundschullehrerin in irgendeiner Form negativ über den US-Präsidenten Donald Trump geäußert hat.
Nicht mehr in die USA, solange Trump an der Macht ist
Nach einem Tag der Ungewissheit – noch heute ist nicht klar, was der Grund für die Festnahme war – wurde die Hausener in Hand- und Fußfesseln auf den Flughafen gefahren und in den nächsten Flieger nach Deutschland gesetzt. Erst jetzt konnte sie ihre Angehörigen in Kenntnis setzen, was ihr widerfahren war.
In einem Interview vermutete die Heimkehrerin, Festnahme, Durchsuchung und Abschiebung hätten mit der neuen Regierung unter Trump zu tun. Möglicherweise sei auch ihre Weiterreise nach Mexiko den Beamten oder Behörden verdächtig vorgekommen. Ihre Konsequenz: „Solange Trump an der Macht ist, werde ich nicht mehr in die USA reisen.“
Bundesregierung prüft mehrere ähnliche Fälle
Der Fall der Hausenerin ist dabei kein Einzelfall: Da in den letzten Wochen mindestens drei Fälle aufgetreten sind, bei denen Deutsche in den USA in Abschiebehaft genommen worden sind, bemüht sich auch die Bundesregierung um Klärung – nämlich der Frage, ob es sich um Einzelfälle oder eine Änderung der US-Einwanderungspolitik handelt. „Ein ganz klares Bild hat sich mir daraus noch nicht erschlossen“, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amts am Montag in Berlin. Im Fall eines in den USA lebenden Deutschen, der kürzlich bei der Einreise in Boston in Gewahrsam genommen worden war, sei das deutsche Generalkonsulat in Boston mit dem Betroffenen, dessen Angehörigen und den lokalen Behörden in Kontakt.
Zwei der betreffenden Fälle sind nach Angaben des AA-Sprechers bereits gelöst, die Betroffenen hätten nach Deutschland zurückkehren können. Die Mitarbeiter des Generalkonsulats in Boston würden den dritten Fall aufmerksam beobachten. „Klar ist natürlich, dass wir von unseren Partnern genauso wie von allen anderen Staaten auf der Welt erwarten, dass Haftbedingungen internationalen Menschenrechtsstandards entsprechen und Inhaftierte auch entsprechend behandelt werden“, betonte der Sprecher.
Müssen Reisehinweise für die USA angepasst werden?
Das Auswärtige Amt stehe auch im Austausch mit den Partnern in der Europäischen Union, um zu sehen, „ob das sozusagen eine Veränderung der amerikanischen Einwanderungspolitik ist oder ob das jetzt Einzelfälle sind“, erläuterte der Sprecher weiter. Gegebenenfalls werde man auch die Reise- und Sicherheitshinweise für die USA anpassen.
Der in Boston bei der Einreise in die Vereinigten Staaten in Gewahrsam genommen 34-jährige Fabian Schmidt sitzt seinen Angehörigen zufolge seit mehr als einer Woche in einer Haftanstalt. Die Hintergründe des Falls sind unklar. Schmidt lebt seiner Mutter zufolge seit 2007 in den USA und besitzt mit der sogenannten Greencard eine unbegrenzte Aufenthaltsgenehmigung, die ihn rechtlich weitgehend mit US-Staatsbürgern gleichstellt. Schmidt wirft den Behörden vor, von ihnen schlecht behandelt worden zu sein. Unter anderem sei er bei der Befragung am Flughafen angebrüllt worden und habe sich ausziehen müssen. In Gewahrsam sei er krank geworden und in eine Klinik gekommen, wo er ans Bett gefesselt worden sei. Die Vorwürfe ließen sich nicht unabhängig verifizieren. Das US-Heimatschutzministerium beantwortete eine dpa-Anfrage dazu zunächst nicht.
Die betroffene 22-Jährige aus Hausen ist am Ende auf den Kosten für die Reise und dem, was sie möglicherweise schon vorab für ihren USA/Mexiko-Trip gebucht hat, sitzen geblieben. Wie die SWP erfahren hat, ist sie zwischenzeitlich in einen anderen Erdteil gereist. Wo man unbescholtenen Touristen aus dem Killertal hoffentlich gastfreundlicher entgegentritt.
Mit Material von dpa.
Wenn es an der Grenze kompliziert wird
Dass sich die USA unter dem sich autokratisch gebärdenden Donald Trump zunehmend hysterischer präsentieren, passt ins Bild. Man sollte allerdings nicht vergessen, dass es der nordamerikanische Staat mit der Einreise in sein Land von jeher ganz genau nahm. Ein Versehen, eine Nachlässigkeit in den Papieren, gar im Meldezettel für den Flughafen im Transitverkehr konnte dort schon früher zu Ärger oder Einreiseverweigerung führen. Das ist auch in anderen Staaten weiterhin so. Weichen Einreise-Anträge nach Israel von den Eintragungen im Pass ab, etwa wenn es um akademische Titel geht, wird es an der Grenze kompliziert. Das war auch in der Vor-EU-Zeit in Europa nicht unbedingt anders. Dass 22 Jahre alte Studentinnen (aus einem Noch-Partnerland) verhaftet und ins Gefängnis gesteckt, dann ohne Begründung hinausgeworfen werden – davon hat man äußerst selten oder nie gehört. Allenfalls aus weit entfernten Diktaturen und sogenannten Bananenrepubliken.
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Viele Stimmen in Europa sind sich einig, dass der Eklat zwischen Trump und Selenskyj im Weißen Haus eine unumkehrbare politische Wende eingeläutet hat. Die Reaktionen in den USA selbst sagen viel über den Zustand des Landes aus.