30 Dosen Biontech können niedergelassene Ärzte laut einem aktuellen Schreiben der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW) pro Woche bestellen. „Das ist ein schlechter Witz“, kommentiert der Ebinger Internist Dr. Bernd Swarovsky.
30 Dosen seien ganz nebenher weggeimpft, ohne dass man im Praxisalltag überhaupt etwas davon merke. Für größere Impfaktionen reiche die Menge bei Weitem nicht: „Am Samstag haben wir in zweieinhalb Stunden über 80 Dosen gebraucht.“

Höherer Aufklärungsbedarf bei Moderna

Deswegen ist Swarovsky – wie durch die Rationierung beabsichtigt – gezwungen, vermehrt Impfstoff von Moderna zu verabreichen. „Das Problem ist, dass man oft eine halbe Stunde mit Leuten diskutieren muss, die lieber Biontech hätten“, erklärt er.
Den Grund dafür sieht er bei der Politik: „Der Staat hat Moderna den Leuten verkauft wie einen Ladenhüter, der nun weg muss.“
Dabei sei Moderna nicht schlechter als Biontech und habe speziell bei den Booster-Impfungen noch einen Vorteil: „Bei den Auffrischimpfungen mit Moderna reicht eine halbe Dosis – entsprechend sind auch die Nebenwirkungen geringer“, erklärt der Internist.
Dennoch nähmen viele Patienten längere Wartezeiten auf einen Impftermin in Kauf, um mit Biontech anstelle von Moderna geimpft zu werden.

Auch bei Moderna keine Liefergarantie

Doch auch bei Moderna könnte es laut KVBW Lieferengpässe geben. Zwar könne man im Gegensatz zu den 30 Biontech-Dosen von Moderna unbegrenzt Impfstoff bestellen, jedoch könne nicht garantiert werden, dass die bestellten Dosen auch vollumfänglich geliefert werden.
Bernd Swarowsky hat zwar bisher immer alle Moderna-Dosen, die er bestellt hat – für kommende Woche sind es 120 Stück – erhalten, dennoch sagt er: „Es werden nun neue Impfzentren aufgemacht und überlegt auch in Apotheken zu impfen – dabei fehlt es nicht an Impfmöglichkeiten, sondern schlichtweg an Impfstoff.“
Die niedergelassenen Ärzte seien nämlich bereit und dazu in der Lage, mehr zu impfen – wenn sie mehr Impfstoff hätten.