Dorfplatz Sickingen
: Mehr als eine Fläche: Platz kann ein Stück Heimat werden

Der aus ELR-Mitteln geförderte Sickinger Dorfplatz wurde der Öffentlichkeit übergeben. Jetzt kommt es darauf an, „ihn mit Leben zu erfüllen“.
Von
Matthias Badura
Hechingen-Sickingen
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Dorfplatz Sickingen Einweihung

Das Band ist durchschnitten der neue Sickinger Dorfplatz damit der Öffentlichkeit übergeben. Mit auf dem Bild (von links): Pater Heinrich Oesterle, Ortsvorsteher Siegbert Schetter, Hechingens Bürgermeister Pilipp Hahn, Timbermann-Geschäftsführer Matthias Koch (gelbes Shirt) und Michael Werner, Leiter des Bautätigkeitsbereichs und Fachbereichsleiter für Bau und Technik der Stadt Hechingen (rechts)

Matthias Badura
  • Sickingen übergab den neuen Dorfplatz offiziell – Baukosten liegen bei 520.000 Euro.
  • Hahn und Werner riefen auf, den Platz zu nutzen, damit er zum Treffpunkt wird.
  • Ausstattung: Wasserspiel mit Frischwasser und Bewegungsmelder, drei Bänke, Grünfläche.
  • Fünf neu gepflanzte Bäume sollen Schatten spenden, Bushaltestelle wurde barrierefrei.
  • ELR-Fördermittel von 196.000 Euro flossen ein, ein Bankbrand sorgte zuvor für Ärger.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Es hat lange gebraucht, es mussten Stolpersteine aus dem Weg geräumt werden, und zuletzt stand das Projekt im Hechinger Gemeinderat noch wegen der Finanzierung auf der Kippe. Doch nun konnte der soeben hergestellte Sickinger Dorfplatz am Montagmorgen, 3. August, in einem offiziellen Akt der Öffentlichkeit übergeben werden (Zollernalbkreis). Hechingens Bürgermeister Philipp Hahn machte sich keine Sorgen darüber, dass die Sickinger den Platz mit seinen Baukosten in Höhe von 520.000 Euro „mit Leben erfüllen“. Das sei, betonte er andererseits, jedoch das Allerwichtigste. Nämlich, die Fläche, die Beschattung und die drei Bänke um das Wasserspiel herum sowie die Grünfläche zu nutzen – für Gespräche, für Treffen, für kleinere Feste.

Der Gemeinderat habe der Finanzierung nicht geschlossen zugestimmt, erinnerte Hahn. Auch im Stadtteil selbst gebe es kritische Stimmen, die fragten: „Warum wurde dieses Vorhaben realisiert und nicht ein anderes im Ort?“ Doch diesbezüglich zeigte sich das Stadtoberhaupt wiederum zuversichtlich. Diese zweifelnden Stimmen würden verstummen, sofern, wiederholte er, „der Platz mit Leben erfüllt und genutzt wird. Er kann zu einem Stück Heimat werden“.

Fest mit der Bürgerschaft

Gemeinderäte waren anwesend, Ortschaftsräte, leitende Mitarbeiter des Bauamtes, der Chef der ausführenden Firma Timbermann und zahlreiche Bürgerinnen und Bürger Sickingens. Es waren freilich nicht alle Bewohner des Ortsteils zugegen, vermutlich hatten viele, die gern zugegen gewesen wären, am Montagmorgen keine Zeit. „Aber es wird wohl in kommender Zeit noch ein Einweihungsfest stattfinden?“, so vermutete Hahn und blickte in Richtung von Ortsvorsteher Siegbert Schetter. Der nickte beifällig. Daran ist offenbar bereits gedacht.

Zuerst sollten es Bauplätze werden

Schetter selbst bedankte sich in seiner Ansprache bei allen, die zur Verwirklichung des Dorfplatzes beitrugen. Er ging weiter auf die Vorgeschichte ein. Sie begann damit, dass Pater Heinrich Oesterle (Weiße Väter) im Jahr 2014 auf die Stadt mit der Frage zuging, ob sie das Anwesen seiner Eltern erwerben möchte. Das tat die Kommune, hatte aber damals zunächst, ebenso wie die Ortsverwaltung, im Sinn, zwei Bauplätze aus der nach dem Abriss gewonnenen Fläche zu schaffen.

Es kam anders. Abschließend befürwortete die Bürgerschaft Sickingens in einer Versammlung das Vorhaben. Alles verlief schnell und unkompliziert. Der Baubeschluss war im Gemeinderat bereits 2023 gefallen, der Spatenstich fand im vergangenen Jahr statt. Für Tatkraft und Hilfe bedankte sich Schetter nochmals bei allen Verantwortlichen bis hin zu den Bauarbeitern, die hier tätig waren, sowie bei den Anwohnern. Die hatten die eine oder andere Einschränkung klaglos ertragen.

Niederträchtiger Vandalismus

Absolut kein Lob zollte er einem oder mehreren Unbekannten, die kürzlich eine der drei nagelneuen Bänke angezündet haben (wir berichteten). Das sei purer und niederträchtiger Vandalismus auf Kosten der Gemeinschaft, sagte er sinngemäß.

Neuer Dorfplatz Sickingen Michael Werner

Michael Werner am Rednerpult. Der Fachbereichsleiter für Bau und Technik ging auf technische Einzelheiten ein. Noch trennt das rote Band die Öffentlichkeit vom neuen Platz.

Badura
Dorfplatz Sickingen Siegbert Schetter

Ortsvorsteher Siegbert Schetter bedankte sich bei allen Unterstützern und nicht zuletzt bei den Anwohnern für ihr Verständnis und ihre Geduld während der Bauaurbeiten für den Platz.

Badura

Michael Werner, Leiter des Bautätigkeitsbereichs und Fachbereichsleiter für Bau und Technik der Stadt Hechingen, ging auf technische Einzelheiten ein. Wie er erwähnte, wird das Wasserspiel auf dem Platz mit Frischwasser gespeist und durch einen Bewegungsmelder ausgelöst. Abfließendes Wasser nutze man für die Bewässerung der Grünanlage. Fünf Bäume, Hochstämme, die gepflanzt wurden, spenden in einigen Jahren großflächig Schatten. Durch die Schaffung des Platzes sei zudem der barrierefreie Umbau der nebenliegenden Bushaltestelle mit ermöglicht worden.

Pater Oesterle führt die Schere

Auch Werners Wunsch und sein Anliegen richteten sich zum Schluss an die Einwohnerschaft: „Erfüllen Sie diesen Ort mit Leben.“ Es folgte die Zerschneidung eines roten Bandes, das die Zuhörerinnen und Zuhörer bis dato noch vom Platz getrennt hatte. Eine dieser Scheren führte Pater Heinrich Oesterle, quasi als Ehrengast der Feier.

Anschließend stieß man mit Wasser, Saft und Sekt – oder Sekt-Orange – bei einer Butterbrezel auf die Zukunft der Einrichtung ein. Sie kann zum Treffpunkt werden und zur Belebung des Dorflebens beitragen und stellt darüber hinaus auf jeden Fall eine überaus gelungene optische Aufwertung der Ortsdurchfahrt dar.

Fördermittel in Höhe von 196.000 Euro

Kosten In den Sickinger Dorfplatz mit Bänken, Beschattung und Wasserspiel sowie Grünfläche wurden 520.000 Euro investiert. 196.000 daraus flossen aus dem ELR-Förderprogramm des Landes. Durch den Bau wurde auch die barrierefreie Ertüchtigung der nahe gelegenen Bushaltestelle ermöglicht.