Dauerzoff wegen Ampel
: Im Frust bei Rot durch: Eine Massenschlägerei soll schon gedroht haben

Der größte Hechinger Stadtteil im Wechselbad der Gefühle: Die neue Kita soll kommen, der Hochwasserschutz ist bald komplett, aber die Halle darf bei Sturm und Schnee nicht betreten werden, und dann noch diese vermaledeite Ampel in der Zinkenstraße!
Von
Ernst Klett
Hechingen
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Der Teil der Fahrbahn überm verdolten Reichenbach ist abgesperrt. Im schlimmsten Fall, Grüße aus Dresden, könnte alles einstürzen. Die noch passierbare Straßenseite geht nur für Fahrzeuge bis 16 Tonnen. Mit dieser Behinderung wird man in Stetten noch einige Zeit leben müssen. Aber die Signalampel reagiert ziemlich flott.

Seit dem vergangenen November (Archivbild mit Nebel) ist die Zinkenstraße im größten Hechinger Stadtteil nur halbseitig befahrbar. Die Verdolung des Reichenbachs droht einzustürzen, wenn mehr als ein übergewichtiger Radfahrer (übertrieben) über die gesperrte Straßenhälfte fährt. Und der Stadt fehlt momentan bis mittelfristig das Geld für die enorm kostspielige Sanierung. Mit der Ampelregelung ist man in Stetten allerdings furchtbar unzufrieden.

Ernst Klett
  • Zinkenstraße in Hechingen-Stetten halbseitig gesperrt – Verdolung des Reichenbachs einsturzgefährdet.
  • Ampelregelung sorgt für Frust – lange Wartezeiten und Missachtung der Signale führen zu Konflikten.
  • Ortsvorsteher Otto Pflumm will Ampel wegen Sicherheit von Kindern behalten – Prüfung durch die Stadt angekündigt.
  • Hochwasserschutzprojekt für 1,5 Mio. Euro bewilligt – Rückhaltebecken und Verdolung geplant.
  • Kostensteigerung durch Naturschutzauflagen – keine Fördermittel, Finanzierung allein durch die Stadt.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

In ein und derselben Sitzung des Hechinger Bauausschusses sind Vor- und Nachteile des Wohnens in oder auch Fahrens durch Stetten bei Hechingen ersichtlich geworden. Zu Beginn hat das Gremium schweren Herzens, aber einmütig die Komplettierung des Hochwasserschutzes in Auftrag gegeben. Nach langer Wartezeit wird jetzt dem Ziegelbach das Überschwemmen der Ortslage bei Megaregen unmöglich gemacht. Oder fast unmöglich, weil der Planer auch in diesem Fall daran erinnert hat, dass es den kompletten Schutz nie geben kann. Für 1,5 Millionen Euro, und das allein aus der Hechinger Tasche, weil es keine Förderung gibt, entstehen ein Rückhaltebecken, eine Verdolung und noch einiges mehr. Das Projekt ist teurer geworden, weil der kostengünstigere Standort fürs Naturbecken nicht ging wegen Naturschutz.

Nach zweieinhalb oftmals quälenden Stunden gab es im Ausschuss nochmals Stetten. Dieses Mal allerdings von Problembär-Seite. Es muss einen wundern, dass das Thema nicht schon viel früher und viel öfter angesprochen worden ist. Unter „Verschiedenes“ meldete sich der Bollemer (!) Stadtrat Roland Huber (FWV) zu Wort und sprach das A-Wort aus. Gemeint ist die Ampel, und zwar die in der Zinkenstraße. Huber schlug vor, das Ding wieder abzubauen, weil sich eh niemand daran halte und der Bereich gut einsehbar sei. Wegen der ewigen Warterei, und weil dann doch bei Rot gefahren wird, sei es beinahe zu einer Massenschlägerei gekommen, werde berichtet. Deutschland, Deine Autofahrer! Oder sollen wir gendern?

Wenn das Geld fehlt

Wir erinnern den Rest der Hechinger, der so gut wie nie im Ortskern von Stetten in Richtung Gewerbegebiet Walkenmühle unterwegs ist, worum es geht: Im vergangenen Herbst hat die Stadt ein kleines Stück Zinkenstraße sperren müssen. Halbseitig. Der Teil der Straße, unter dem der Reichenbach vor sich hinfließt, ist einsturzgefährdet, weil der Beton der Verdolung massiv hinüber ist. Das Geld für eine zeitnahe Sanierung ist nicht da beziehungsweise wird noch dringender anderswo gebraucht. Also regelt die Ampel seit November den Verkehr. Wenn der mal da ist. Denn meistens, bestätigt auch Stadtrat Huber, ist es etwas menschenleer dort. Also hinweg mit der Ampel! Die Stadt hat in der Sitzung reagiert, wie sie es immer tut: Man werde die Sachlage prüfen.

Einspruch von Otto pflumm

Es könnte etwas gehen? Dann aber der Einsatz von Ortsvorsteher Otto Pflumm mit – Einspruch! Über die Ampel in der Zinkenstraße habe man in Stetten sehr wohl unterschiedliche Ansichten. Seine, Pflumms, ist, dass es sie in Stoßzeiten unbedingt brauche, auch wegen der Sicherheit der Schul- und Kindergartenkinder. Also bloß nicht weg mit dem Rot-, Gelb- und Grünlicht. Das macht jetzt die Prüfung kompliziert!

Wenn wirklich sonst keiner da ist

Dass die Ampel ein gar nicht so kleines Unding ist, kann man als HZ-Reporter bestätigen. Schon gleich am Anfang, als die Fotos gemacht wurden zur Ampel-Nachricht, wusste man nicht so recht, ob die Signalanlage überhaupt funktioniert: Rot, immer noch Rot, weiterhin Rot, wie lange denn noch Rot?! Und weit und breit kein anderes Fahrzeug in Sicht. Den Rest kann man sich denken. Aber es war wirklich sonst niemand da.