Das neue Jahr im Hohenzollerischen
: Doppelwahltag, Empfänge, ganz viel Fasnet, und mit der Fürstin ist auch etwas

Was 2026 bringt, das kann hier nur eine Auswahl sein. Nach vielen Terminen muss man noch etwas fahnden, andere springen einen regelrecht an. Bei den Narren gibt es auffallend viele Jubiläen. Historisch Interessierte sind derweil alarmiert wegen einer Jahreszahl.
Von
Ernst Klett
Hechingen
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Welchen politischen Kräfte regieren Hechingen in den nächsten fünf Jahren? Der Endspurt um die Sitze im Ratssaal läuft.⇥

Rathaus Hechingen

Direkt überm Eingang residiert seit acht Jahren Philipp Hahn im Hechinger Rathaus. Das will er auch acht weitere Jahre tun. Am 8. März wird darüber abgestimmt.

Hardy Kromer
  • Philipp Hahn will weitere acht Jahre Bürgermeister von Hechingen bleiben – Abstimmung am 8. März.
  • Die neue Pfarrei St. Jakobus Hechingen ersetzt das frühere Dekanat Zollern – Leitung durch Thomas Fürst.
  • Zahlreiche Jubiläen bei den Narren in der Region – Hagaverschrecker feiern 100 Jahre, Trillfingen 50 Jahre.
  • Neujahrsempfänge starten in Burladingen am Dreikönigstag – Bürgermeister Davide Licht lädt ein.
  • 2026 jährt sich der 250. Hochzeitstag von Fürstin Eugénie – Veranstaltungen sind in Planung.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Mit dem kleinen Ruck der Uhrzeiger auf nach Mitternacht ist es seit dem 1. Januar ganz offiziell: Bei den Katholiken im Hohenzollerischen, die zur Erzdiözese Freiburg gehören, ist es aus und vorbei mit den kleinen Einheiten. Eine Pfarrgemeinde für jede Stadt und jedes Dorf, das war zwar bislang schon Geschichte. Aber jetzt muss es noch größer gehen. Das einstige Dekanat Zollern ist passé jetzt eine einzige Pfarrei. Die reicht von Hörschwag bis in den östlichen Zipfel des Landkreises Freudenstadt.

Dekanat? Pfarrei!

Warmgelaufen haben sich die Haupt- und Ehrenamtlichen der Pfarrei St. Jakobus Hechingen seit Monaten. Mit dem Abschied von Dekan und Stadtpfarrer Michael Knaus gab es den Wechsel zu Thomas Fürst. Der stammt aus eben diesem Freudenstadt-Zipfel und ist nicht Dekan, sondern Leitender Pfarrer. Das Team der Geistlichen ist prompt seit dem 1. Januar kleiner geworden: Prof. Dr. Achim Buckenmaier ist in der Hechinger St.-Jakobus-Kirche in den Priesterruhestand verabschiedet worden. Eine neue Finanzchefin braucht die neue Pfarrei ebenfalls: Die Ökonomin wechselt an den Bodensee.

Der Heilige Jakobus grüßt vom Hechinger Pfarrhaus, dem neuen Zentrum der neuen Pfarrei, die seinen Namen trägt. Der leitende Personenkreis (von rechts): Pfarrer Holger Cerff, Pfarrer Thomas Fürst, Referentin Barbara Feichtinger, Referentin Ulrike Mayer Klaus und Pfarreiökonomin Daniela Hatzenbühler. Es fehlt die Ökonomin Patricia Eckert.

Das Team der Hauptamtlichen in der Pfarrei St. Jakobus Hechingen hat sich schon vor Wochen vorgestellt (von rechts): Pfarrer Holger Cerff, Pfarrer Thomas Fürst, Referentin Barbara Feichtinger, Referentin Ulrike Mayer Klaus und Pfarreiökonomin Daniela Hatzenbühler. Damals fehlte die Ökonomin Patricia Eckert, und die wechselt jetzt auch an den Bodensee.

Ernst Klett

Mit dem Januar geht der Landtagswahlkampf in die Vollen. Am Freitag hat ihn die Hechinger CDU offiziell eröffnet, und das gleich mit dem christdemokratischen Spitzenkandidaten. Manuel Hagel, der Landesparteichef aus Ehingen, hat noch bis zum 8. März Zeit, seinen Bekanntheitsgrad zu erhöhen. Ist man für den lokalen Auftakt nicht ins „Museum“, sondern ins reichlich versteckt liegende Domizil der Kreisjägerschaft gegangen, weil man zu viele leere Stühle gefürchtet hat? Man könnte allerdings auch sagen, dass der Wahlkampf auf andere und spannendere Weise geführt werden will. Und sei’s im Wald zwischen Stein und Rangendingen.

Der 8. März, wir erinnern mal wieder daran, ist für Hechingen Doppelwahltag. Neben den Sitzen fürs Stuttgarter Parlament steht der Bürgermeister der Zollernstadt im Fokus: Philipp Hahn tritt ein zweites Mal an. Um den Posten bewerben kann man sich seit 23. Dezember. Ob’s schon jemand getan hat? Im Rathaus war bislang flächendeckend Urlaubszeit. Wird der Briefkasten trotzdem geleert? Bis 10. Februar läuft die Frist.

Narrhalla Ringingen auf Platz 1

Die Fragezeichen kann man sich derweil schenken, wenn es um die Fasnet geht. Die flutet nach einer vergleichsweise ruhigen und ohne viele Extras garnierten Vorsaison den neuen Kalender regelrecht.  Den Dreikönigstag warten schon lange nicht mehr alle ab. Unserer Recherchen nach ist es erneut die Narrhalla Ringingen, die Startplatz 1 belegt. An diesem Samstag, 3. Januar, ist Showtanztag in der Stadthalle Burladingen, und das ab 12 Uhr und stundenlang.

Nachts im Hallenbad

Wie angekündigt, ist diese Vorschau auf eine Auswahl beschränkt. Nach Kirche, Kommunalem, Wahlkampf und Narren sei darauf hingewiesen, dass es auch anders unterhaltsam zur Sache gehen kann: In der Reihe „Hechingen macht blau“ gibt es am 30. Januar ein Nachtschwimmen im Hechinger Hallenbad. Wichtig für alle, die noch nicht recht wissen, was die Zukunft berufsmäßig bringt, ist die fest etablierte Ausbildungs- und Studienmesse des Stadtmarketingvereins Hechingen am 19. März.

Weil schon am 18. Februar Aschermittwoch ist (mit dem Zusatz „Politischer“ und dem CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann in Bisingen), kommen die närrischen Ereignisse ziemlich geballt daher. Vom 9. bis 11. Januar feiert der Narrenverein Trillfingen sein 50-jähriges Bestehen. Der Sonntag bringt einen Umzug mit angekündigten 2000 Hästrägern. Gleich am folgenden Wochenende geht es in der Nachbarschaft weiter: Der Narrenverein Owingen wird 75 Jahre alt und begeht dies ebenfalls mit Dreitagesprogramm und einem Tiermaskentreffen.

Die Tanzgarde der Narrenzunft Hagaverschrecker bei der Benefizgala am 27.  April im Hechinger „Museum“. Jetzt wird der Erlös im Rahmen einer MDR–Spendengala übergeben.⇥

Showtanz bei der Narrenzunft Hagaverschrecker! Da hätte wir doch den Saisoneröffner und ein 100. Jubiläum thematisch vereint!

Archiv

100 Jahre Fasnet am Reichenbach

Zwei Narrenjubiläen sind ebenfalls in Hechingen fällig. Die Bechtoldsweiler Ehrenwald Dister werden 30 und bitten am 1. Februar zum Umzug. Eine Woche später sind die Hagaverschrecker in Stetten dran, die es auf 100 (!) Jahre bringen.

Davide Licht macht den Auftakt

Jetzt ist aber genug mit Fasnet. Schließlich sind noch alles Weihnachtskrippen aufgebaut. Und erst einmal wollen gewisse Pflichten erfüllt werden. Dazu gehören die Neujahrsempfänge, die manchmal größer und manchmal kleiner ausfallen und manchmal gar nicht stattfinden. Die Besucherzahlen dieser Veranstaltungen zeigen in der Regel, dass sich die Einwohnerschaft gern dabei tummelt. Den Auftakt macht wieder Burladingen. Am Dreikönigstag empfängt Bürgermeister Davide Licht ab 11 Uhr in der Stadthalle.

Neujahrsempfang Stadt Burladingen

Neujahrsempfang Stadt Burladingen

Für viele Besucherinnen und Besucher von Neujahrsempfängen ist das abschließende Beisammensein das Schönste an der ganzen Veranstaltung. Bestimmt auch in Burladingen

Matthias Badura

Die Fürstin hat ebenfalls Jubiläum

Bislang ist ein weiteres rundes Jubiläum zumindest in der Öffentlichkeit wenig beachtet. Aber es wird von ausgewählten Interessierten hartnäckig daran gearbeitet: 2026 ist es 200 Jahre her, dass sich Eugénie Hortense Auguste Napoléone de Beauharnais, Prinzessin von Leuchtenberg, eine deutsch-französische Adlige, im Hohenzollerischen ankam und den späteren Fürsten Konstantin von Hohenzollern-Hechingen ehelichte. Sie war die letzte Fürstin von Hohenzollern-Hechingen und brachte als Stiefenkelin des französischen Kaisers Napoleon Bonaparte ein erhebliches Vermögen in die kleine Residenz. Richtig glücklich, so wird bis heute berichtet, wurde sie nicht mit dem Gatten. In der Stadtgeschichte ist sie aber als überaus große Wohltäterin groß vermerkt. Ob ihr zu Ehren Veranstaltungen stattfinden? Geplant war es zumindest.

David Hendel mit Fürstin Eugenie im Entengewand: Das extra für die Ausstellung in Hechingen geschaffene Werk begeistert den Leiter des Hohenzollerischen Landesmuseums auch nach einem halben Jahr Ausstellungszeit.  Duckomenta

Weil's so schön war: Die Hechinger Duckomenta hat der Stadt in diesem Jahr ein ganz neues und leicht verändertes Portrait ihrer letzten Regentin beschert. Auf dem Bild: Landesmuseumsleiter David Hendel mit Fürstin Eugenie beziehungsweise deren Entenversion.

Benjamin Roth