Das große Tauschen in Hechingen
: Massenandrang inklusive: So lief der Warentauschtag im „Museum“

Der alte Kram vom Dachboden des einen kann für manch anderen ein wertvoller Schatz sein. Dieser Idee folgt der Warentauschtag in der Hechinger Stadthalle. Auch bei der 17. Auflage war der Andrang gewaltig.
Von
Klaus Stifel
Hechingen
Jetzt in der App anhören
Warentauschtag in Hechingen

Rund 1000 Leute nutzten im Hechinger „Museum“ die Gelegenheit, ein Schnäppchen zu ergattern oder alten Krempel loszuwerden.

Klaus Stifel
  • 17. Warentauschtag in Hechingen mit rund 1000 Besuchern.
  • Motto: Verschenken statt Wegwerfen, organisiert von Bunten Liste, SPD und Arbeitskreis Asyl.
  • Reges Treiben, viele Helfer, darunter Flüchtlinge, halfen beim Verkehr.
  • Turbulente Szenen im Saal, viele gebrauchte Gegenstände kostenlos angeboten.
  • Nächster Warentauschtag am 18. Oktober 2025.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Der Hechinger Warentauschtag unter dem Motto „Verschenken statt Wegwerfen“, organisiert von der Bunten Liste, dem SPD-Ortsverein und dem Arbeitskreis Asyl, kann wieder als voller Erfolg verbucht werden. Aus kleinen Anfängen vor neun Jahren hat sich die Tauschbörse nach und nach zu einer beliebten, kreisweiten Veranstaltung entwickelt, zu der jedes Mal mehrere hundert Besucher kommen.

Rund 1000 Besucherinnen und Besucher

Rund 1000 waren es laut Cheforganisatorin Almut Petersen, die am Samstag die Stadthalle bevölkerten, um gebrauchte Gegenstände kostenlos weiterzugeben – oder neue Schätze zu entdecken. „Für manche Leute ist es eine große Erleichterung, die Sachen loszuwerden“, meinte Almut Petersen.

Warentauschtag in Hechingen

Das große Wühlen: Beim Warentauschtag in Hechingen war wieder alles umsonst.

Klaus Stifel

Bereits vor Beginn herrschte reges Treiben vor der Stadthalle. Einige der insgesamt 100 eingesetzten Helfer, darunter viele Flüchtlinge, regelten den Verkehr. Es kam zu kleinen Staus. Autos fuhren vor, Helfer luden aus und brachten die Kisten mit tausenden Dingen in die Halle. „Für die ‚Läufer‘ ist das jedes Mal ein Knochenjob“, sagte SPD-Stadtrat Jürgen Fischer, der für die Verkehrsregelung zuständig war. Manches schaffte es nicht einmal bis ins „Museum“, einiges hat schon auf dem Weg zum Eingang die Besitzer gewechselt. „Hier draußen zu arbeiten ist viel entspannter als drinnen im vollen Saal. Deshalb hab‘ ich mich bewusst für die Verkehrsregelung entschieden“, sagte Fischer schmunzelnd.

Turbulente Szenen im Saal

„Die Leute standen schon eine Stunde vor Einlass Schlange, und wir haben wie üblich volles Haus“, erzählte Mitorganisatorin Margot Möck, die am Infostand eingesetzt war, und erklärte, dass immer mehr Menschen den Wert von nachhaltigem Handeln erkennen. Pünktlich um 9 Uhr ging die Tür auf, und es begann ein Wettlauf um die besten Stücke in der Stadthalle, die alle keinen einzigen Cent kosteten. Somit wurde nicht nur Müll vermieden, sondern gleichzeitig auch noch Freude bereitet. Im Saal ging es turbulent zu. Er war so voll, dass man vor lauter Menschen kaum noch die Tische sah.

Das große Tauschabenteuer

Auf fast 100 Tischen waren massenhaft Sachen ausgelegt. Alles, was noch schön, nützlich, brauchbar sowie gut erhalten und zu schade zum Wegschmeißen war, durfte zum großen Tauschabenteuer gebracht werden. Von Haushaltswaren, Dekoartikeln, Elektrogeräten über Kleidung bis hin zu Spielsachen und Büchern war alles vorhanden. Man konnte sich fast mit dem kompletten Haushalt eindecken. Sogar eine Klobrille, ein PVC-Abflussrohr und ein zusammengeklapptes Feldbett waren zu haben. Das allermeiste war noch gut in Schuss, wie zum Beispiel eine nagelneue, originalverpackte Kaffeemaschine. So etwas steht freilich nicht lange auf dem Tisch. Ein Mann nahm einen Rasentrimmer in die Hand, wusste aber nicht, ob das Elektrogerät noch funktioniert. Jeder durfte so viel mitnehmen, wie er tragen konnte, egal ob er etwas mitgebracht hat oder nicht.

Klagen über Gier und Aggression

Ulrike Kschonsek aus Schömberg schaute mit ihrer Freundin Melanie Haiß aus Jungingen vorbei. „Hier ist alles zu haben“, lobten die beiden Frauen die Veranstaltung, die sich freilich an der „Ellenbogenmentalität“ einzelner Leute störten. „Das ist ein Grundcharakter. Menschen reißen sich gegenseitig die Sachen aus den Händen“, ärgerte sich die Killertälerin ein wenig. „Schade, dass bei einem solch aggressiven Verhalten schöne Dinge zu Boden fallen und kaputtgehen.“ Ihr Lob galt den vielen eingespannten Helfern: „Da muss man viel Geduld und Nerven haben.“ Gleicher Meinung war Marianne Fischer. „Die Gier ist ganz extrem“, empfand die Rangendingerin, die sich zwei Mostkrüge zur Dekoration geschnappt hat. „Wir beobachten das Verhalten der Leute und sprechen sie dann an“, erklärte Organisatorin und Aufseherin Margot Möck zum aggressiven Benehmen.

Und was passiert mit den Sachen, die am Schluss übriggeblieben sind? Die Bücher sammelt die Kolpingsfamilie Hechingen und führt sie dem Altpapier zu. Den daraus erzielten Erlös spendet die Kolpingsfamilie für gute Zwecke. Alles, was papierlos und noch brauchbar ist, holt ein Haushaltsauflöser und Flohmarkthändler aus Mössingen ab. Der Rest wird vom städtischen Bauhof entsorgt.

Neuauflage im Herbst

Der nächste Hechinger Warentauschtag findet am Samstag, 18. Oktober 2025, statt.