Bundesweiter Vorlesetag in Hechingen: Auch ein Kartentrick kann Aufmerksamkeit schaffen – Jürgen Fischer begeistert Schüler

Jürgen Fischer beim engagierten Vorlesen in einer Vorbereitungsklasse der Hechinger Grundschule: Auch Karten- und Streichholztricks hat der Stadtrat in seinem Repertoire.
Hardy Kromer- Heidi Hellstern übergibt nach 20 Jahren an Jürgen Fischer die Organisation des Vorlesetags in Hechingen.
- Fischer begeistert Kinder mit Lesungen und Kartentricks, besonders in Klassen mit geflüchteten Kindern.
- Bürgermeister Hahn und andere lokale Persönlichkeiten lesen an Schulen und Kindergärten.
- Fischer plant, das Event auch nächstes Jahr zu organisieren, um das Lesen zu fördern.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
In die Fußstapfen einer etablierten Vorgängerin zu treten, ist nie leicht. Besonders schwer ist es, wenn die Frau, die das Feld räumt, so erfolgreich war wie Heidi Hellstern, die 20 Jahre lang mit großer Zuverlässigkeit den bundesweiten Vorlesetag an den Hechinger Schulen und Kindergärten organisiert hat. Seit Freitagvormittag weiß man aber: Der Nachfolger, Jürgen Fischer, hat den Stabwechsel souverän gemeistert.
Er kann es einfach mit Kindern
Der SPD-Stadtrat aus Beuren, Juz- und Ratzgiwatz-erfahren, kann es einfach mit Kindern. Das hat man seinen Vorlese-Einsätzen in mehreren Grundschulklassen am Schloßberg schnell angemerkt. Und wenn er das Handicap hat, in einer Vorbereitungsklasse mit Kindern aus geflüchteten Familien aufzutreten, wo viele der Buben und Mädchen noch nicht gut genug Deutsch können, um die vorgelesene Geschichte zu verstehen, dann ist Jürgen Fischer flexibel genug, auch mal einen Streichholz- oder Kartentrick zu zeigen, um eine Bindung zu seinem Publikum aufzubauen.

Zum Dank für den Einsatz gab es Weihnachtssterne: einige der Vorleserinnen und Vorleser um die langjährige Organisatorin Heidi Hellstern (3. v. l.), ihren Nachfolger Jürgen Fischer (3. v. r.) und die Erste Beigeordnete Dorothee Müllges (2. v. r.).
Hardy KromerFischer war einer von zehn Vorleserinnen und Vorlesern, die an der Hechinger Grundschule in den Ring stiegen. Ein letztes Mal war auch Heidi Hellstern unterstützend mit von der Partie, der er künftig die Organisation des Tages abnehmen wird. „Es war sehr spannend“, berichtete die Verabschiedete anschließend im Lehrerzimmer. „Ich war zum ersten Mal überhaupt in einer 1. Klasse.“ Mit 20 Jahren Erfahrung im Rücken fand sie es hochinteressant, wie sich die Atmosphäre in den Klassen verändert habe, schon wegen der vielen Migrantenkinder. „Man merkt genau, welche Kinder daheim Kontakt zu Büchern haben und welche nicht“, lautet Heidi Hellsterns Einschätzung. Und ja, es seien offensichtlich „erschreckend wenige“.

Bürgermeister Philipp Hahn las an der Stettener Grundschule aus dem Kinderbuch "Die schlimmste Klasse der Welt" vor.
Thomas JauchUm diesem Trend entgegenzuwirken, treten Jahr für Jahr engagierte Pädagoginnen und Lokalprominente an. An diesem Freitag konnte man unter anderem Bürgermeister Philipp Hahn und Ortsvorsteher Otto Pflumm an der Stettener Grundschule im Einsatz sehen. Hahn las aus dem Kinderbuch „Die schlimmste Klasse der Welt“ von Juma Kliebenstein und warb bei den Viertklässlern für das Lesen auch daheim – als Alternative zum Computerspielen. „An das, was ihr gelesen habt, werdet ihr euch noch lange erinnern können“, sagte der Bürgermeister. Otto Pflumm hatte sich ein heimatgeschichtliches Thema ausgesucht: die Sage von der Heiligkreuzkapelle nach der Erzählung des Hechinger Chronisten Ludwig Egler.
Heimatkunde war auch am Schloßberg ein Thema, wo Jürgen Fischer Bettina Eikemeiers Buch „Zu den Römern und zurück“, das auf der Villa rustica in Stein spielt, im Repertoire hatte. Neben der Ersten Beigeordneten Dorothee Müllges, Christa Kohler und Hildegard Heimann schlüpfte an der Grundschule auch das Ehepaar Gerd und Conny Eberwein in die Vorleser-Rolle. Der Weilheimer Ortsvorsteher hatte Pippi Langstrumpf mitgebracht und wusste die Kinder mit Geschichten über komische Geburtstagskuchen zu belustigen. Ebenfalls gelesen wurde an der Zollerschule und in den Kindergärten. „Insgesamt sind bestimmt 30 Leute im Einsatz“, freute sich Jürgen Fischer. Nächstes Jahr will er sie wieder zusammentrommeln – immer im Dienste des Kulturguts Lesen.

