Bundesverdienstkreuz: Deutschland bedankt sich bei Melchingens Power-Frau

Erhebende Szene: Die Melchinger Bundesverdienstkreuzträgerin Waltraud Barth-Lafargue trug sich nach der Verleihung ins Goldene Buch der Stadt Burladingen ein, flankiert von ihren Enkelinnen. Hinten von links: Bürgermeister Davide Licht, Landrat Günther-Martin Pauli, Tochter Oriane, Ehemann Thierry, Ortsvorsteher Horst Lamparth, Grünen-Landtagsabgeordnete Cindy Holmberg und Christoph Naser, CDU-Bundestagsabgeordneter.
Adelbert Barth- Waltraud Barth-Lafargue erhielt im Theater Lindenhof das Bundesverdienstkreuz.
- Landrat Günther-Martin Pauli überreichte die Auszeichnung und hielt die Laudatio.
- Gewürdigt wurden Jahrzehnte kommunalen Engagements und Einsatz für die Städtepartnerschaft.
- Rund 150 Gäste aus Politik, Kirche und Bürgerschaft nahmen an der Feierstunde teil.
- Die Geehrte zeigte sich gerührt und kündigte an, ihr Engagement fortzusetzen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Als die Melchingerin Waldtraud Barth-Lafargue 1989 zur ersten Ortsvorsteherin im Zollernalbkreis gewählt wurde, hatte niemand geahnt, dass sie für überdurchschnittliches Engagement im Burladinger Stadtteil Melchingen das Bundesverdienstkreuz erhalten würde. Es hatte zugleich niemand geahnt, dass sich der Burladinger Teilort unter ihrer sanften und doch starken Führung so gut entwickeln würde.
Bei einer Feierstunde in der Theaterscheuer des Theater Lindenhof wurde ihr die hohe Auszeichnung von Landrat Günther-Martin Pauli, überreicht. 150 Gäste, darunter der CDU-Bundestagsabgeordneter Christoph Naser, die Grünen-Landtagsabgeordnete Cindy Holmberg, hochrangige Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, der Kirchen und viele Melchinger Bürgerinnen und Bürger zollten Waldtraud Barth-Lafargue ihren Respekt und ihre Anerkennung. Auch unter den Gästen: Der vormalige Bürgermeister der Burladinger Partnerstadt Didier Dousset. Um dabei zu sein, hatte er eigens seinen Urlaub in der Normandie unterbrochen und war angereist.
Eröffnet wurde die Feier von den Melchinger Lauchertmusikanten, ehe der Intendant des Theaters, Stefan Hallmayer, in den Abend einführte. Er war nicht als Laudator auf der Bühne, aber schon zu Beginn stellte er fest: „Waldtraud, die dem Stiftungsrat des Lindenhofs angehört, war eine Perle, auf die man sich immer verlassen konnte. Sie hat diesen Orden verdient.“
„Eine herausragende Kommunalpolitikerin.“
Bürgermeister Davide Licht, dem die Begrüßung der Ehrengäste oblag, nannte Barth-Lafargue eine „herausragende Kommunalpolitikerin, die sich über Jahrzehnte mit überaus großer Schaffenskraft und Herzblut zum Wohle ihrer Gemeinde eingesetzt hat“. Schon in seiner Nennung der Ehrengäste wurde deutlich: Die zu Ehrende hat sich in hohem Maße für ihren Ortsteil, für das Ansehen der Stadt Burladingen und die Völkerfreundschaft mit Frankreich eingesetzt. (Sie ist überzeugte Europäerin!)
Ortvorsteher Horst Lamparth, sagte, es sei auch für ihn „eine außerordentliche Ehre und eine persönliche Freude, an dieser Feier teilzunehmen“. Ihre Amtszeit und ihr Engagement charakterisierte er mit den Worten: „Nicht wegschauen, sondern anpacken und Verantwortung übernehmen. Diese Eigenschaften hast du uns über 30 Jahre vorgelebt. Für dich war dein Amt eine Lebensaufgabe und eine Berufung.“
Er zählte viele Errungenschaften auf, die in der Amtszeit seiner Vorgängerin erreicht wurden. „Es war eine spannende, aktive Zeit, in der es auch mal Streit gab, aber immer auch Versöhnung, wenn es um die Sache ging.
Weltengammler Manfred fordert Kampf für Demokratie
Das Protokoll wurde durch Stefan Hallmayer aufgelockert, der in der Figur des Weltenbummlers – oder Weltengammlers – Stefan Bogenschütz, Szenen aus seinem Theaterstück „Einmandfrei Manfred“ vortrug. Trotz aller Späße ging daraus klar und scharf hervor, dass es darum geht, die Demokratie und das Grundgesetz zu verteidigen. Der gedankliche Brückenschlag zu Waltraud Barth-Lafargue lag nicht weit: Sie hat diese Werte stets verteidigt – und tut es noch.

Gemeinderäte, Ortsvorsteherinnen und Ortsvorsteher, Ortschaftsräte, örtliche Würdenträger, Freunde, Bekannte und Verwandte füllten die Ränge des Melchinger Theatersaales. Gut 150 Gäste wohnten der Verleihung bei.
Adelbert BarthDie Laudatio hielt Landrat Günther Martin Pauli. Waldtraud Barth-Lafargue habe nicht nur innovativ, weltoffen und integrativ in ihrer Gemeinde, sondern auch 40 Jahre als Mitarbeiterin im Landratsamt gewirkt. Sie habe stets pragmatisch und zielorientiert gearbeitet und in ihrer Eigenschaft als Vorsitzende des Fördervereins Städtepartnerschaft unendlich viel von ihrer privaten Zeit für demokratisches Leben gegeben. „Ein solch überdurchschnittliches, vorbildliches Engagement ist nicht selbstverständlich.“ Dafür heftete er Barth-Lafargue im Auftrag von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier das Bundesverdienstkreuz an.
Landrat Pauli meistert die Klippe
Die Rede des Landrates, darf man hinzufügen, war überaus launig, nachdem er vor dem Problem stand: „Das habe ich mir jetzt schon gedacht. Die Vorredner haben bereits alles über Sie gesagt, was soll ich dann noch sagen?“ Doch Pauli meisterte die Klippen, weil er Barth-Lafargue aus dem zurückliegenden Arbeitsverhältnis im Landratsamt persönlich kennt und wertschätzt. So geriet ihm eine sehr persönliche Rede, die zugleich immer wieder Lacher hervorrief.
Oriane Lafargue, die Tochter der Geehrten, schaute auf das Lebenswerk der Mutter zurück. „Ich habe gelernt, was Amt bedeutet: Du hast vorbereitet, zugehört und erst entschieden, wenn du dir sicher warst. Für dich waren der Bau der Festhalle oder andere große Maßnahmen, keine Projekte, sondern der Beweis, was erreicht werden kann, wenn zusammengearbeitet wird. Deine Politik war nicht für die Menschen, sondern mit den Menschen. Dein Amt hast du mit Haltung ausgeführt, und vorgelebt, dass gute Führung nicht laut sein muss und dass es zu Ehrlichkeit, Vertrauen, Sorgfalt und Anstand keine Alternativen gibt. Du hast Maßstäbe gesetzt, an denen man sich orientieren kann. Ich könnte heute nicht stolzer sein.“

Waltraud Barth-Lafargue bei der Dankesrede mit Tränen in den Augen.
Adelbert BarthMit Tränen in den Augen
Abschließend bedankte sich die Geehrte, sichtlich gerührt und mit Tränen in den Augen, bei allen Rednern und bei den Gästen für ihr Kommen. Sie bedankte sich „bei allen, die mich unterstützt haben. Ohne die vielen Helfer wäre mein Engagement nicht möglich gewesen.“ Für sie sei diese Auszeichnung „kein Endpunkt, sondern die Ermutigung, weiterzumachen“. Es folgte minutenlanger stehender Applaus der Anwesenden. Danach durfte sie sich ins Goldene Buch der Stadt eintragen.
„Griechischer Wein“ eröffnet eine lange Nacht
Nochmals betraten die Lauchertmusikanten die Bühne und spielten die für den Abend eigens einstudierte Europahymne, die Nationalhymne und schließlich das Lieblingslied der Bundesverdienstkreuzträgerin: „Griechischer Wein“. Der anschließende „kleine Umtrunk“, zu dem die Stadtverwaltung im Lindenhof geladen hatte, endete erst spät in der Nacht.
