Biodiversität
: Warum in Salmendingen Randstreifen jetzt von Hand gemäht werden

In Salmendingen werden Gemeindeflächen mit dem Balkenmäher gemäht. Das ist arbeitsaufwendig. Aber im Sinne des Landschaftsbildes und von Kleinlebewesen.
Von
Matthias Badura
Salmendingen
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Insektenfreundliches Mähen in Salmendingen

Fronmeister Stefan Hack bearbeitet eine Randstreifen mit dem Irus-Mäher, Ortsvorsteher Marcel Heim schaut ihm über die Schulter. Das Verfahren ist aufwendiger, als solche Flächen mulchen zu lassen. Trotzdem hat man sich dafür entschieden.

Matthias Badura
  • Salmendingen mäht Randstreifen per Hand, um Biodiversität und Landschaftsbild zu fördern.
  • Statt Mulchen kommt ein Irus-Balkenmäher zum Einsatz, das Mähgut wird abgeräumt.
  • Mulchen ließ Schnittgut liegen, begünstigte dichtes Gras und verdrängte Blühpflanzen.
  • Ziel ist insektenfreundliches Mähen – mehr Aufwand, aber langfristig weniger Nährstoffe.
  • Am Baabrunnen bleibt es parkartig gepflegt, sonst folgen Flächen erst nach der Blüte.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Mäharbeiten von Salmendingens Fronmeister Stefan Hack sind abgeschlossen. Rund drei Hektar Gemeindeflächen hat er bearbeitet: von Hand mit dem neu angeschafften Irus-Balkenmäher. Das Mähgut hat er anschließend abgeräumt. Es handelt sich dabei um Flurstücke, die wegen ihrer Lage an Hängen und wegen ihre Kleinteiligkeit niemand von der Gemeinde pachten will.

Das ist natürlich arbeitsaufwendig. Bis vor anderthalb Jahren erledigte eine Firma diesen Job gegen Bezahlung. Die Firma kam mit dem Mulchgerät angefahren. In dem Fall blieb das geschredderte Mähgut liegen. Das ist zwar guter Dünger für das nachwachsende Gras. Nur: Blühpflanzen, Blumen und Wiesenkräuter also, werden dadurch benachteiligt. Sie kommen gegen das nun dicht und schnell nachwachsende Gras nicht an.

Beschluss des Ortschaftsrates

Insbesondere schlecht ist das für Kleinlebewesen, Insekten, Wildbienen etwa, die dann keine Nahrung und keinen Lebensraum mehr finden. Das Bild von blühenden, bunten und duftenden Wiesen, in denen es summt, kreucht und fleucht, verschwindet.

In Salmendingen entschloss sich der Ortschaftsrat deshalb vor anderthalb Jahren dazu, die gemeindeeigenen Randstreifen und weitere unverpachtbare Flächen nicht mehr mulchen zu lassen, sondern sie mit dem Handmäher zu bearbeiten: Insektenfreundliches Mähen nennt sich das.

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Macht sich später bezahlt

„Das ist mehr Arbeits- und Zeitaufwand. Aber im Lauf der Jahre werden sich die Flächen verändern. Wenn weniger Nährstoffe vorhanden sind, wächst weniger Gras, dann geht es in Zukunft auch schneller und leichter“, sagt Ortsvorsteher Marcel Heimann. Fronmeister Hack – von der Ausbildung her gelernter Forstwirt – stimmt ihm zu. Man könne nicht nur von Biodiversität reden und davon, wie wichtig Insekten für das Ökosystem seien, man müsse auch etwas dafür tun.

Manchen gefällt’s nicht

Das gefällt nicht allen Betrachtern. „Die wollen topfeben abgemähte Stücke sehen, aber solche haben wir ja auch“, so Heimann. Zum Beispiel am Baabrunnen. Dort, an dem beliebten Rast- und Aussichtsplatz gegenüber des Kornbühls, wird das Jahr hindurch regelmäßig gemäht, damit der parkähnliche Charakter der Anlage erhalten bleibt. Doch wenige Meter weiter sieht man wieder einen Wegrandstreifen oder Rain, der erst nach der Blütezeit von Hand abgearbeitet wurde. Man müsse einen Ausgleich zwischen Kulturlandschaft und Natur finden, „damit alle was davon, Menschen und Insekten“, so Stefan Hack.

Positive Rückmeldungen

Die meisten Rückmeldungen zum insektenfreundlichen Mähen seien aber positiv, merkt Heimann an. Er ist nochmals überzeugt, dass sich der Aufwand und die Investitionen von heute später bezahlt machen. „Wir sparen ja bereits jetzt die Kosten für das Mulchen. Und wir erhalten das Landschaftsbild der Alb!“

Baabrunnen in Salmendingen

Der „Park“ am Baabrunnen wird regelmäßig gemäht, um seinen Charakter zu erhalten. In jüngster Zeit fanden dort weitere Pflegemaßnahmen statt. Bäume, die weichen mussten oder bedroht sind wie einige Eschen, werden neu gepflanzt.

Matthias Badura
Mulchen, das ist der reine Insektenkiller
Marcel Heimann
Ortsvorsteher