BeneVit: Durchbruch für Pfisters Pflegekonzept nach jahrelangem Kampf

Für Kaspar Pfister ist ein wichtiger Schritt geschafft. Nach langen Jahren vieler Verhandlungen wird das Stambulant-Konezpt im Bundes-Pflegeversicherungsrecht verankert.
Klaus Franke- BeneVit-Konzept Stambulant wird laut Landesministerium in GKV-Empfehlungen berücksichtigt.
- Ab 2027 soll Stambulant rechtssicher umsetzbar sein – auch für andere Träger.
- BeneVit startet Bauprojekte: Meßstetten, Biederbach und Bachhagel mit Baubeginn 2027.
- Weitere Vorhaben in Buttenwiesen, Gablingen und Frickenhausen folgen, trotz offener Details.
- Stambulant verbindet ambulante und stationäre Pflege und senkt Eigenanteile für Bewohner.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Der über mehrere Jahre andauernde Kampf scheint entschieden. Das Stamublant-Konzept der BeneVit-Pflegegruppe soll ab 2027 „rechtssicher“ umsetzbar sein; nicht nur innerhalb sämtlicher Einrichtungen der BeneVit-Gruppe, sondern auch bei allen Mitbewerbern – sofern sie es auf ihre Unternehmen anwenden wollen.
Wie es in einer Pressemitteilung von BeneVit heißt, eröffnete sich dieser Tage bei der Gala zum 20-jährigen Bestehen des Pflegeunternehmens in Burladingen (unsere Redaktion berichtete) „eine wichtige Perspektive für das von Unternehmensgründer Kaspar Pfister entwickelte Pflegekonzept Stambulant: Staatssekretärin Petra Krebs vom baden-württembergischen Landesministerium für Soziales, Gesundheit und Integration erklärte, dass Stambulant in den derzeit erarbeiteten Empfehlungen des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen, GKV, berücksichtigt wird.“
Dieser Aussage nach würde das Konzept ab 2027 rechtssicher realisiert werden. Als Modell wird das Konzept bereits seit 2016 im BeneVit-Wohnheim Haus Rheinaue in Whyl erprobt. Es erhielt beste Bewertungen von Experten und Unterstützung von politischer Seite. Trotzdem wurde eine Verankerung im Gesetz als Pflege-Möglichkeit nicht freigegeben.
Land Baden-Württemberg unterstützt
Petra Krebs betonte, dass Baden-Württemberg stambulante Wohnformen seit Jahren unterstütze und das Bundesgesundheitsministerium „seit langem und wiederholt“ aufgefordert habe, diese im Bundes-Pflegeversicherungsrecht zu verankern. Die inzwischen geschaffenen Regelungen für gemeinschaftliche Wohnformen würden nun neue Möglichkeiten eröffnen.
GKV-Spitzenverband soll's ermöglicht Stambulant
Der GKV-Spitzenverband erarbeitet derzeit Empfehlungen zu Vertragsinhalten, Voraussetzungen und Finanzierung gemeinschaftlicher Wohnformen. Krebs verwies auf das Ergebnis konkreter Gespräche: „Erst vor Kurzem haben wir uns an den Vorstandsvorsitzenden des GKV-Spitzenverbandes gewandt und noch einmal ganz klar positioniert und explizit auch darauf gedrungen, dass Ihr stambulantes Konzept in den Empfehlungen abgebildet wird.“ Sie freue sich sehr, „dass der Vorstandsvorsitzende Oliver Blatt das auch bestätigt hat, Stambulant bei den Empfehlungen entsprechend einzuarbeiten“.
In ihrer Schlussfolgerung hob die Staatssekretärin vor allem die Rechtssicherheit hervor: „Stambulant wird damit auch neben anderen Ansätzen gemeinschaftlicher Wohnformen in den Empfehlungen wiederzufinden sein und kann dann ab 2027 endlich rechtssicher realisiert werden.“
Projekte auf Eis werden jetzt realisiert
Kaspar Pfister verkündete im Rahmen der Gala und vor dem Hintergrund dieser Nachricht, dass seit langem vorbereitete Bauprojekte jetzt umgesetzt werden. In Meßstetten, Biederbach und Bachhagel soll 2027 Baubeginn sein. Weitere Projekte in Buttenwiesen, Gablingen und Frickenhausen sollen folgen. Der Inhaber und Geschäftsführer hatte die Millionenprojekte auf Eis gelegt oder verschoben, nachdem weiterhin Unklarheit herrschte, ob Stambulant zum Durchbruch kommt.
„Wir packen’s an!“, erklärte Pfister. BeneVit werde die in den Kommunen dringend benötigten Pflegeplätze auch dann schaffen, wenn die endgültigen Rahmenbedingungen für Stambulant noch nicht vorliegen: „Wir tun’s, weil wir’s können und es dringend notwendig ist, um die Bedarfe der Gemeinden nach Pflegeplätzen zu sichern.“
Wie sich die „Rahmenbedingungen“ gestalten, wird sich demnach noch zeigen. In früheren Gesprächen mit unserer Redaktion hatte Pfister deutliche Kritik daran geübt, dass vonseiten der Bürokratie Änderungen an dem Modell vorgenommen werden könnten, nachdem es seit Jahren in der Praxis funktioniere und die Zustimmung zahlreicher Fachleute erhalten habe.
Bisher auf Whyl als Modell beschränkt
Das deutschlandweit größte Pflegediensunternehmen BeneVit setzt Stambulant bereits seit 2016 in seinem Haus Rheinaue in Wyhl um – bisher als auf diesen Standort beschränktes Modell. Das Konzept verbindet die Vorteile ambulanter und stationärer Pflege, stärkt Selbstbestimmung und Teilhabe und ermöglicht geringere Eigenanteile für Bewohner – sprich es spart Kosten. Die angekündigte Berücksichtigung in den Empfehlungen eröffnet nun die Perspektive, Stambulant künftig auch an weiteren Standorten und durch andere Träger umzusetzen.
Die inhabergeführte BeneVit-Gruppe bietet seit 2004 Pflege- und Betreuungsleistungen für ältere Menschen. Das Unternehmen ist mit 48 Einrichtungen an 32 Standorten in fünf Bundesländern vertreten. Im Mittelpunkt stehen das BeneVit-Hausgemeinschaftskonzept und innovative Versorgungsformen wie Stambulant. Rund 2000 Mitarbeitende engagieren sich bundesweit für eine selbstbestimmte und bedarfsgerechte Pflege.
