B32 im Killertal
: Kleine Baustelle in Schlatt sorgt für riesige Staus – Stadt bessert nach

Eine halbe Stunde oder noch mehr, um durch Schlatt zu kommen! Das nervt nicht allein die Verkehrsteilnehmer. Anwohner fordern, dass die Baustelle beim Kindergarten besser geregelt wird.
Von
Ernst Klett
Hechingen
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Dienstagmorgen, kurz nach 8 Uhr: Talabwärts staut sich der Verkehr auf der B 32 wegen der Baustellenampel in Schlatt bis weit nach Jungingen hinein.

Dienstagmorgen, kurz nach 8 Uhr: Talabwärts staut sich der Verkehr auf der B 32 wegen der Baustellenampel in Schlatt bis weit nach Jungingen (bis zum Freibad) hinein.

Ernst Klett
  • Staus auf der B 32 in Schlatt wegen Baustellenampel beim Kindergarten – teils über 30 Minuten.
  • Ursache ist die Verlegung von Stromkabeln unter dem Gehweg auf Bahnseite, Bauzeit „bis Ende Oktober“.
  • Stadt Hechingen passt Schaltung an: kürzere Rotphasen, Ampel bleibt aus Sicherheitsgründen auch nachts.
  • Ausfahrt Killertalstraße zur B 32 wird gesperrt, um Wartezeiten zu verringern.
  • Am Montag lief die Ampel ohne Arbeiten, was Beschwerden von Anwohnern und Pendlern auslöste.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Mit Behinderungen im Killertal, wo es so gut wie keine Umleitungsmöglichkeiten gibt, ist es meistens eine furchtbare Sache. Die neuerliche Baustellenampel im Hechinger Stadtteil Schlatt sorgt seit Montag ganz in diesem Sinne für enormen Verdruss bei allen Betroffenen. Die für die Anlage zuständige Stadt Hechingen bessert jetzt nach. Die Ampel selbst aber bleibt, und das auch nachts.

Stau beginnt noch auf der dreispurigen Bundesstraße

Montagabend, 18 Uhr durch, aber noch reger Feierabendverkehr im Killertal talaufwärts. Das flotte Fahren auf der dreispurigen B 32 wird deutlich vor dem Ende der Ausbaustrecke jäh gebremst: Es staut sich, und das massiv. Durch Schlatt durchzukommen, dauert zu diesem Zeitpunkt mehr als eine halbe Stunde. Die Menschen in den Autos und Lastwagen sind schwer genervt. Es ist nicht allein der Zeitverlust, man bedenkt genauso die extrem hohen Spritpreise. Bei den Anwohnern in Schlatt hat sich da längst Wut aufgebaut, denn für sie steht die Baustellenampel pausenlos auf Rot.

Dienstagmorgen, kurz nach 8 Uhr. Weil man vom Montagabend noch vorgewarnt ist, nimmt man sich für die Strecke von Jungingen zum Obertorplatz nicht die üblichen zehn Minuten Zeit, sondern deutlich mehr. Als es von der Weilbachstraße allerdings schon direkt in den Rückstau von Schlatt her geht, nagt wieder die Killertal-Verzweiflung an einem: Man muss da durch, es gibt kein Entrinnen. Immerhin: Talabwärts braucht man „nur“ stark 20 Minuten durch Schlatt.

Kann das tatsächlich so weitergehen? Die Ampel ist sehr wohl auch nachts in Betrieb, weil eine Fahrbahnhälfte gesperrt ist. Das wird über Nacht zwar abgebaut, aber weil der Gehweg gesperrt ist, bleibt die Ampel trotzdem in Betrieb.

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Neue Stromkabel unterm Gehweg

Anlass der Megastaus während der morgendlichen und abendlichen (und genauso mittäglichen) Stoßzeiten ist die Verlegung von Stromkabeln unterm Gehweg auf der Seite zur Bahnlinie hin. Aktueller Standpunkt: beim Kindergarten. „Bis Ende Oktober“ ist als Bauzeit in der städtischen Mitteilung angegeben.

Die Baustellenampel ist in Betrieb, die Baustelle nicht

Als geplagter Mensch im Stau oder zu Hause an der B 32, war der Dienstag psychologisch betrachtet vielleicht weniger schlimm als der Montag. Der Grund: Am Dienstag wurde an der Baustelle gearbeitet, und man erkannte, weshalb man Zeit und Sprit verbrennt. Am Montag dagegen war die Ampel ab der Mittagszeit schon in Vollbetrieb – aber weit und breit keine Baustelle, und das bis zum Abend. Man staute und wohnte im Gestank, obwohl nicht gearbeitet wurde am Gehweg. Die Stadt Hechingen erklärt dieses Ärgernis damit, dass verschiedene Firmen beteiligt waren: Ein Unternehmen hat Schilder und Ampeln aufgestellt, und das andere, das die Stromkabel verlegt, ist erst am Dienstag erschienen.

Geduld, Geduld. Bald sieht man das Ortsschild von Schlatt auf dem Weg killertalabwärts. Die Stadt Hechingen hat Verbesserungen in der Schaltung der Baustellenampel versprochen.

Geduld, Geduld. Bald sieht man das Ortsschild von Schlatt auf dem Weg killertalabwärts. Die Stadt Hechingen hat Verbesserungen in der Schaltung der Baustellenampel versprochen.

Ernst Klett

Die Stadt Hechingen verweist zunächst nur auf ihre Meldung vom 23. September. Allerdings müssen sich seit Montag und dann auch am Dienstag doch zahlreiche Verkehrsteilnehmer im Rathaus beschwert haben. Darunter waren, wie man hört, auch Mitarbeiter übergeordneter Behörden. Der Tenor: Man kann die Verkehrsteilnehmer nicht wegen einer vergleichsweise so kleinen Baustelle so massiv leiden lassen. Und man bedenke auch die Anwohner!

Die Stadt reagiert auf Beschwerden

Zweiter Versuch bei der Stadt Hechingen, und siehe da, es wird nachgebessert. Man habe es selbst gemerkt, dass das nötig sei, wird angefügt. Und das wird gemacht: Zum einen werden die Rotplichthasen „angepasst“. Das bedeutet, dass sie kürzer gehalten werden. Man hofft, dass der Verkehrsfluss dadurch weniger zähflüssig wird. Diese „Optimierung“ des Ampelbetriebs soll auch nachts greifen. Eben da, nach Feierabend und vor dem nächsten Morgen, müsse die Ampel aus Sicherheitsgründen aber in Betrieb bleiben, beharrt die Stadt.

Keine Ausfahrt mehr aus der Killertalstraße in die B32

Zum anderen wird die Ausfahrt der Killertalstraße in die B 32 beim Kindergarten gesperrt. Die ist bislang ebenfalls mit der Baustellenampel geregelt gewesen. Das allerdings hat allem Anschein nach die Wartezeiten noch mehr verlängert. Jetzt soll es besser werden.

In Schlatt ist man sauer

In Schlatt ist man genauso sauer wie die Menschen, die durch den Ort müssen. Wenn nicht noch mehr sauer: Wege zur Arbeit, zur Schule, zum Kindergarten oder zur Tagesmutter dauerten teilweise eine halbe Stunde länger, schreibt ein Anwohner. Der Alltag werde drastisch erschwert bei mehrfach notwendigen Durchfahrten der Baustelle.

Vergleiche mit dem Baustellenärger im oberen Killertal

Die Anwohner haben Ortsvorsteher Jürgen Schuler gebeten, das Thema im Hechinger Gemeinderat unter dem Punkt „Verschiedenes“ zur Sprache zu bringen. Denn in Schlatt dreht man das Rad weiter und vergleicht die neuerliche Baustelle mit der Glasfaserkabelverlegung im oberen Killertal. Auch dort hatte es ewig lang Ärger wegen der Baustellenampeln gegeben. Moniert wurde zudem die mangelhafte Absprache unter den beteiligten Behörden. Im Fall Schlatt ist nur eine beteiligt. Die Stadt Hechingen.