B27-Sperrung zwischen Ofterdingen und Bodelshausen
: Einen Monat früher fertig – ab Samstagmittag freie Fahrt

Gute Nachrichten zum neuen Schuljahr: Das Tübinger Regierungspräsidium ist mit den Sanierungsarbeiten auf der B27 deutlich früher fertig als geplant. Probleme gab es laut RP mit Abkürzungs-Jägern.
Von
Benjamin Breitmaier
Ofterdingen/Bodelshausen/Hechingen
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Seit Juli belastete die Sperrung zwischen Ofterdingen und Bodelshausen Pendlerinnen und Pendler. Ab Samstag werden die Bautrupps verschwunden sein.

Seit Juli belastete die Sperrung zwischen Ofterdingen und Bodelshausen Pendlerinnen und Pendler. Ab Samstag werden die Bautrupps verschwunden sein.

Benjamin Breitmaier
  • B27 zwischen Ofterdingen und Bodelshausen ab Samstagmittag wieder frei – früher als geplant.
  • Sanierung auf 3,2 Kilometern startete am 24. Juli, zweite Bauphase endet am Samstag.
  • Gründe für den schnelleren Abschluss: Witterung, optimierte Abläufe und hoher Einsatz.
  • Umleitung über Dettingen, Hemmendorf und Bodelshausen wird aufgehoben.
  • Restarbeiten wie Abbau provisorischer Ampeln folgen im Laufe des Septembers außerhalb der Hauptzeiten.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Seit Ende Juli müssen Autofahrer auf der B27 zwischen Ofterdingen und Bodelshausen zumindest in eine Richtung lange Umwege in Kauf nehmen. Die regionale Wirtschaft ächzte, Pendlerinnen und Pendler ließen deutlich mehr Zeit auf der Strecke. Jetzt gibt es gute Nachrichten aus dem Regierungspräsidium Tübingen (RP): Bereits am Samstagmittag, 12. September, soll die Strecke wieder freigegeben werden.

Seit dem 24. Juli ließ das RP auf rund 3,2 Kilometern zwischen dem Ortseingang Ofterdingen und der Anschlussstelle Bodelshausen den schadhaften Fahrbahnbelag grundlegend erneuern. Ab dem 27. Juli griff die geänderte Verkehrsführung.

Ursprünglich war mit Bauarbeiten bis Mitte Oktober gerechnet worden. Schon im August zeigte sich allerdings, dass die Arbeiten schneller vorankamen. Ende August ging das RP von einer Fertigstellung bis zum Ende des Septembers aus. Nun geht es noch einmal rund zwei Wochen schneller. Insgesamt ist die Straße damit etwa einen Monat früher fertig als zunächst geplant.

Als Gründe nennt das Regierungspräsidium die günstige Witterung, eine optimierte Bauablaufplanung sowie das „große personelle und logistische Engagement“ der beteiligten Firmen und Planer. Schon vor Baubeginn war der ursprünglich vorgesehene Ablauf mit sechs Bauabschnitten geändert worden: Stattdessen wurden die Arbeiten je Fahrtrichtung gebündelt und in zwei großen Bauphasen erledigt.

Mit der Freigabe endet auch die Sperrung des Gemeindeverbindungswegs zwischen Ofterdingen und Bodelshausen. Die Strecke wurde auf Wunsch des Ofterdinger Bürgermeisters Simon Wagner gesperrt. Die Ofterdinger machten bereits in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen mit der übermäßigen Nutzung des „Promillesträßles“ bei einer Sperrung der Bundesstraße.

Für zahlreiche Betroffene kommt die Freigabe keinen Tag zu früh. Betriebe wie der Kastanienhof in Bodelshausen oder der Oberwiesachhof in Ofterdingen sprachen von Umsatzeinbußen von bis zu 60 Prozent während der Sperrung, da sie vom Durchgangsverkehr abgeschnitten waren.

Umleitung sorgte schon vorher für Kritik

Die Verkehrsführung hatte auch an anderer Stelle im Vorfeld für Diskussionen gesorgt. Während der Verkehr in Richtung Tübingen während der gesamten Bauzeit auf der B27 bleiben konnte, wurde die Fahrtrichtung Hechingen ab Ofterdingen großräumig umgeleitet: Über die L385 ging es durch das Dettinger Täle nach Rottenburg-Dettingen, weiter über Hemmendorf und schließlich nach Bodelshausen zurück auf die B27.

Damit rollte ein Teil des Verkehrs wochenlang durch die Ortschaften entlang der Umleitungsstrecke. Schon vor Beginn der Arbeiten hatten Politiker vor den Folgen gewarnt. Die CDU-Bundestagsabgeordneten Thomas Bareiß und Christoph Naser sprachen von einer erheblichen Belastung für Pendlerinnen und Pendler sowie Anlieger und forderten eine Beschleunigung der Arbeiten. Auch der Bodelshäuser Bürgermeister Florian King äußerte sein Unverständnis für die Sanierung im Vorfeld des vierspurigen Ausbaus.

Die CDU-Landtagsabgeordnete und Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut äußerte sich ebenfalls kritisch. Auf dem betroffenen Abschnitt der B27 sind täglich mehrere Zehntausend Fahrzeuge unterwegs.

Provisorische Ampelanlagen werden abgebaut

Auch die Umleitungsstrecke selbst musste vor dem Start fitgemacht werden. Auf der L385 im Dettinger Täle und der L389 zwischen Hemmendorf und Bodelshausen wurden zuvor Fahrbahnschäden beseitigt. Ausgerechnet dabei sorgte die Hitze Anfang Juli für Probleme: Asphaltarbeiten auf der L385 mussten teilweise wiederholt werden.

Zwischendurch gab es weitere Einschränkungen. So war wegen der Arbeiten am Anschluss Mössingen-Belsen die K6933 im August zeitweise gesperrt. Bereits am 21. August konnte die erste große Bauphase auf der B27 abgeschlossen werden, drei Tage später begann die Sanierung der Fahrbahn in Richtung Hechingen.

Am Samstag endet nun auch diese zweite Phase. Die Umleitung über Dettingen, Hemmendorf und Bodelshausen wird aufgehoben. Ganz verschwunden sein werden die Spuren der Baustelle allerdings noch nicht: Im Laufe des Septembers sollen unter anderem die provisorischen Ampelanlagen entlang der Umleitungsstrecke abgebaut werden. Daneben muss die Ampel an der Einmündung der K6933 in die B27 (Anschluss Mössingen-Belsen) wieder aktiviert werden. Diese Restarbeiten sollen außerhalb der Hauptverkehrszeiten stattfinden.

Auf Nachfrage gibt das RP bekannt, dass der zuletzt genannte Kostenrahmen von 2,4 Millionen Euro wahrscheinlich eingehalten werden kann. Ursprünglich war mit 1,6 Millionen Euro geplant worden.

Absperrungen zur Seite geschoben

So neigt sich der Sperrungs-Sommer dem Ende entgegen. Grundsätzlich zieht das RP eine positive Bilanz, wenngleich es teilweise gerumpelt hat: Probleme gab es laut Behörde nicht nur durch die an sich schon höhere Belastung der Gemeinden an der Umleitungsstrecke, sondern auch durch „Verkehrsteilnehmende auf der Suche nach Alternativrouten und Ausweichstrecken bei den Anliegern der Gemeinden Ofterdingen und Bodelshausen, sowie in den Teilorten Hemmendorf und Dettingen der Stadt Rottenburg“, heißt es vonseiten des RPs. Vor allem Verkehrsteilnehmer, die trotz Umleitung den schnellen Weg suchten, hätten einen hohen Aufwand ausgelöst, „indem sie die aufgestellten Absperrungen zur Seite geschoben haben, um gesperrte Bereiche zu befahren“, wie das RP mitteilt.

Die Sanierung in Zahlen

Laut RP wurden für die Sanierung 38.000 Quadratmeter Asphaltbinder- und Asphaltdeckschicht erneuert, das sind in der Summe etwa 9300 Tonnen. Zusätzlich wurden auch noch darunterliegend circa 700 Tonnen Asphalttragschicht ausgetauscht. Insgesamt wurden dementsprechend etwa 10.000 Tonnen Asphalt bewegt. Das entspricht mehr als 400 Lastwagen-Ladungen. Da der Abtransport des abgefrästen Asphalts ebenfalls mit Lastwagen erfolgte, kommen nochmals über 400 Lastwagen-Ladungen dazu. Zusammengefasst also rund 800 Lkw-Fahrten.