Ausstellung Rathausgalerie: Belgien, Basel, Hechingen: Gabrielle Lilly Kleiner-Ziegler malt Reisen und Familie

Gabrielle Lilly Kleiner-Ziegler lädt an diesem Freitag, 8. Mai, zur Eröffnung ihrer Ausstellung "analog" in die Hechinger Rathausgalerie.
privat- Ausstellung „analog“ in der Hechinger Rathausgalerie eröffnet an diesem Freitag, 8. Mai.
- Gezeigt werden neue Ölbilder, eine größere Kachelarbeit und ein bis zwei Skulpturen.
- Werke basieren auf Reise- und Familienerinnerungen – Ziel ist ein sinnlich positives Gefühl.
- Eröffnung um 17 Uhr, mit Musik von Uli Kieckbusch und Hans-Jürgen X. Kleiner.
- Laufzeit bis Freitag, 10. Juli – zu den Öffnungszeiten des Rathauses, Zusatztermine folgen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Ein Hauch des Kunstvereins Hechingen, als er noch richtig lebendig war, weht am Freitagabend durch das Rathaus der Zollernstadt: Hans-Jürgen Kleiner, einst Vorsitzender der Vereinigung, macht die Musik zur Ausstellungseröffnung seiner Frau. Aber aufgepasst: Anders als üblich, beginnt die Vernissage bereits um 17 Uhr. Das könnte zusammenhängen mit dem Freitagabendmarkt, in dessen Trubel man sich nach der Rathausgalerie stürzen kann.
In ihrer Ausstellung zeigt die Künstlerin neuere Arbeiten, die von Reise- und Familienerinnerungen inspiriert sind. Gabrielle Lilly Kleiner-Ziegler, gebürtige Belgierin und der Liebe wegen in Hechingen zu Hause, widmet sich seit einigen Jahren neben ihrer beruflichen Tätigkeit als Ärztin und Psychotherapeutin in Basel intensiv der Malerei.
In einem Interview gibt Gabrielle Lilly Kleiner-Ziegler Auskunft über sich und ihre Arbeit.
Am 8. Mai haben Sie die Vernissage ihrer Ausstellung ‚analog‘ im Rathaus von Hechingen. Was werden Sie zeigen?
Ich werde vor allem Ölbilder, die ich in den letzten ein, zwei Jahren gemalt habe, zeigen, eine größere Kachelarbeit, Azulejos, wie die Portugiesen sie nennen, und ein bis zwei Skulpturen. Ich bin erst am Beginn meiner künstlerischen Tätigkeit, da ich hauptberuflich Ärztin bin und erst langsam meinen Stil, meine Ausdrucksform finde. Aber hinter den gezeigten Bildern stehe ich. Da kommt zum Ausdruck, was ich beim Betrachter erwecken möchte, und das ist vor allem ein sinnlich positives, Kraft gebendes Gefühl, also Freude, Lebendigkeit, Heiterkeit, Verbundenheit.
Sie sind Ärztin und noch, wenn auch reduziert, in ihrer Praxis in der Schweiz tätig. Es gibt viele Ärzte, die auch künstlerisch tätig sind. Wie stehen Sie dazu?
Um Arzt zu werden, muss man sowohl sehr neugierig, wissensbegierig und interessiert sein als auch eine große Liebe für Menschen haben und alles, was ihn ausmacht. Und sicher muss man beseelt sein von dem Wunsch, bedürftigen, kranken Menschen hilfreich sein zu können, sie zu heilen oder ihnen zu helfen, zu heilen. Ich war erst als Internistin im Unispital Basel tätig, lange auf der Intensivmedizin. In beiden Rollen wurde mir klar, dass die medizinische Hilfe, auch die Wirkung von Pharmaka, nur beschränkt ist. Da mir bewusst wurde, dass viele Krankheiten psychisch bedingt sind, habe ich eine weitere Ausbildung in Psychiatrie gemacht, um vor (!) der Entstehung somatischer Erkrankungen heilend wirken zu können, und habe seit 13 Jahren meine Praxis für Psychiatrie und Psychotherapie in Basel. Es gibt viele Formen und Methoden der Psychotherapie, aber die, die mich am meisten überzeugt und die ich auch mit Leidenschaft praktiziere, ist die hypnosystemische Verhaltenspsychotherapie. Durch diese Tätigkeit ist bei mir der Drang, die Bilder, die bei mir vor meinem inneren Auge erscheinen, auf Papier oder Leinwand zu bringen, immer größer und stärker geworden. Ich denke, es geht vielen Ärzten so, die zwar sehr viel geben, aber auch von Patienten viel zurückbekommen und dann das Zurückbekommene als Kunstwerke hinterlassen können.
Wie Ihr Mann Hans-Jürgen Kleiner, der Hechinger Orthopäde
Ja! Das verbindet! Er macht wunderbare Skulpturen, in einem schier unendlichen Prozess des Bearbeitens des Marmors. Meditativ. Ansteckend. Oder Jürgen Lehmann, mit der Musik. Kreativität ist so wichtig. Es fördert eindeutig und nachgewiesen die Gesundheit. Es wäre sehr gut, wenn sich mehr Menschen kreativ und mit den Händen, betätigen würden. Mehr bewegen, mehr Kreativität, mehr persönliche Treffen, das wäre ein günstiges, wirksames Präventions- und Glücksprogramm!
Ihre Ausstellung heißt ‚analog‘. An welche Bedeutung des Wortes haben Sie da gedacht?
Analog versus digital. Analog, das heißt, mit allen Sinnen, die dem Menschen gegeben sind, zu fühlen. Ein Bild, eine Skulptur anschauen, etwas in sich ansprechen lassen, durch die Geschichte, die man darin sieht, durch die entstehenden Assoziationen an eigene Erinnerungen die Gefühle wahrnehmen, die entstehen, die Körperwahrnehmungen, sogar die Geräusche und den Duft. Zum Beispiel bei dem grünen Taxi-Bild, da spüre ich den Staub der Straße auf der verschwitzten Haut, höre den lauten Motor des klapprigen, alten Autos.

Beim Bild mit dem grünen Auto und dem Taxi-Schild spürt man den Staub der Straße auf der verschwitzten Haut, und man hört den lauten Motor des klapprigen, alten Autos.
privatBetrachten Sie sich als Künstlerin?
Wenn Künstlerin bedeutet, durch das Kreieren von etwas Neuem, Ausdruck zu finden für das, was man sagen möchte, dann ja. Jetzt, wo ich langsam beginne, tatsächlich das darzustellen zu können, was ich möchte, und die Reaktionen derer, die das anschauen, wahrnehme, nimmt meine Freude am Kreativsein zu.
Sie sind nicht in der Schweiz geboren?
Nein. Ich bin erst mit 15 und damals sehr ungern in die Schweiz. Mein Vater wurde dorthin berufen. Ich bin in Belgien geboren und aufgewachsen. Meine Eltern, mein Vater Österreicher aus Innsbruck, meine Mutter aus Berlin, waren sozusagen Flüchtlinge aus dem damaligen Kriegsregime, beides Freidenker. So bin ich französischsprechend aufgewachsen. Mein Vater hatte in der Schweiz studiert, deswegen seine Berufung dorthin, Jahre später. Aber ich selbst wäre nie aus Belgien weg. Ich liebe nach wie vor die herzliche, unprätentiöse, unkonventionelle Stimmung dieses kleinen Landes, wo es viel regnet und man sehr gut isst.
Sie scheinen „multikulti“ zu sein. Wie gefällt es Ihnen, in Hechingen zu wohnen?
Ich kam nach Hechingen wegen meines Mannes, den ich in Italien beim Bildhauen in der Nähe von Carrara kennengelernt habe. Wir haben uns dort als Kollegen angeregt ausgetauscht, angefreundet und später verliebt. Er ist wie ich multikulti und ein Freigeist, auch wenn seine deutsche Sprache deutlich schwäbisch ist und er diesen Stolz aufs Schwabenland hat. Das ist etwas, das ich gut verstehen kann. Ich fühle mich hier nach zwölf Jahren sehr wohl, sehr aufgehoben.
Sie arbeiten noch als Ärztin und Psychotherapeutin?
Ja. Aber reduziert. Ich fahre ein- bis zweimal pro Monat nach Basel in meine Praxis am Rhein, für drei Tage. Seit diesem Jahr bin ich allerdings die Untermieterin bei einer Psychologin, die bei mir die Ausbildung gemacht hat, in meinen alten Räumen. In Hechingen mache ich Videobehandlungen, in meinem Atelier am Schloßplatz.
Der Bürgermeister wird eröffnen
Die Ausstellung wird an diesem Freitag, 8. Mai, um 17 Uhr eröffnet. Zur Begrüßung spricht Bürgermeister Philipp Hahn. Die Einführung gibt Alex Bär (Kunstmaler, Leipziger Schule). Für die Musik sorgen Uli Kieckbusch und Hans-Jürgen X. Kleiner. Die Ausstellung wird bis Freitag, 10. Juli, gezeigt, und zwar zu den Öffnungszeiten des Rathauses (Montag bis Freitag von 8.30 bis 12.30 Uhr, am Dienstag zusätzlich von 14 bis 16.30 Uhr). Die Künstlerin will vereinzelte Freitagabende von 17 bis 19 Uhr und Sonntagnachmittage von 14.30 bis 17.30 Uhr das Rathaus öffnen. Diese Termine werden noch bekanntgegeben.
