Ausstellung in Grosselfingen: Kunstschönheiten im Gartenparadies

Die Künstlerin Helgard Zurmühl zeigt Skulpturen und Bilder im Gartenparadies der Kists in Grosselfingen auch über den "Tag der offenen Gartentür" hinaus.
Alexander Kauffmann- Ausstellung in Grosselfingen: 45 Bilder und acht Skulpturen im Garten der Familie Kist.
- Gezeigt werden Werke von Helga Zurmühl – Fokus auf Körperlichkeit und Wahrnehmung.
- Ihre Methode: entdeckendes Schauen, kein fertiges Konzept, Dialog mit der Leinwand.
- Zurmühl lebt seit 2003 teils in Auroville, Spiritualität prägt ihr Schaffen.
- Öffnungszeiten Hainburgstraße 25: 21., 24., 27. Juni; 1., 4., 5., 10., 11. Juli 15–18 Uhr, am 28. Juni 11–17 Uhr.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Helgard Zurmühl geht mit ihrer Kunst dem Menschsein auf den Grund. Ihre Arbeiten handeln von Körperlichkeit und Wahrnehmung. 45 Bilder und acht Skulpturen im Garten der Familie Kist an der Hainburgstraße in Grosselfingen zu sehen.
Für Zurmühl ist Kunst eng mit genauem Hinsehen verbunden. Schon als Kind malte sie leidenschaftlich gern. Prägend bleibt für sie die frühe Begegnung mit einem Kunstlehrer. Der hatte ein Bild von einem Wald mit lila Stämmen dabei. Als Zurmühl fragte, warum die Stämme lila sind, erhielt sie die Antwort, sie solle in die Natur gehen und ganz genau schauen. Das tut sie bis heute.
Zurmühl spricht in diesem Zusammenhang vom „entdeckenden Schauen“. Die damit verbundene Offenheit für Neues prägt ihre Arbeitsweise. Am Anfang steht die weiße Leinwand, die sie zunächst mit einem Kohlestift bearbeitet, also die leere Fläche gleichsam „zerstört“. Danach verteilt sie mit der Spachtel die weiße Grundierung, sodass eine neue Ausgangsfläche entsteht, die während des Schaffensprozesses zum Entdecken neuer Werke einlädt. Zurmühl: „Ich gehe nie mit fertigem Konzept in die Malerei. Es ist ein ständiger Dialog zwischen der Leinwand und mir, bei dem immer neue Impulse entstehen.“
Ein Schwerpunkt ihres Schaffens ist die Aktmalerei, mit der sie die „Schönheit des Menschseins ausdrücken“ will. Der Zugang zu diesem Thema hat mit ihrem Lebensweg zu tun.
Sie war Sportlehrerin, machte als Kind Kunstturnen und sagt von sich: „Ich bewege mich gern.“ Diese Nähe zur Körperlichkeit prägt ihre Arbeiten. Wenn Menschen ihren eigenen Körper nicht akzeptieren wollen, tue ihr das leid, weil sie sich dann nicht in ihrer Ganzheit annehmen können. Dass dies sehr wohl gelingen kann, zeigt das Bild eines Modells, das wegen einer Krankheit eine überempfindliche Haut hat und die meiste Zeit deshalb bewusst ohne Kleidung ist.
Bescheidenes Leben
Seit 2003 lebt Zurmühl in Auroville in Indien, meist neun Monate dort und drei Monate in Tübingen – ursprünglich kommt sie aus Heilbronn. Als Kind liebte sie die Geschichten aus „1001 Nacht“, später begann sie, sich für den tibetischen Buddhismus zu interessieren. „Spiritualität ist etwas Zentrales in meinem Leben“, sagt sie. Dazu gehöre auch, die „inneren dunklen Schatten zu überwinden“. Das eigene Potenzial zu entfalten, bedeutet für sie deshalb immer auch, den eigenen Körper zu akzeptieren.
Ihr Lebensweg war dabei von verschiedenen Einflüssen geprägt. Der Großvater war Pfarrer, der Vater trat aus der Kirche aus. Im Gymnasium besuchte sie teils den evangelischen, teils den katholischen Religionsunterricht und entschied sich schließlich für den evangelischen. Beruflich war sie als Lehrerin für Biologie, Sport und Musik tätig, später studierte sie in einem Zweitstudium Psychologie. 1978 reiste sie erstmals nach Indien. Auf einer Rundreise kam sie an Auroville vorbei. „Ich wäre fast dort hängen geblieben“, erinnert sie sich. Zurmühl entdeckte ein bescheidenes Leben, das nicht am Materiellen orientiert ist und neue Perspektiven eröffnete.
Kunst im Garten
Die Ausstellung ist im Garten der Familie Kist an der Hainburgstraße 25 in Grosselfingen zu sehen. Geöffnet ist am 21. Juni, 24. Juni, 27. Juni, 1. Juli, 4. Juli, 5. Juli, 10. Juli und 11. Juli jeweils von 15 bis 18 Uhr. Am 28. Juni, dem regulären Tag der offenen Gartentür, ist von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Der Garten kann dabei ebenfalls bestaunt werden.