Ausstellung in Bisingen
: Helmut Ragers gemalter Alltag

Alltagsszenen, Licht und Schatten, Motive von der B27 bis zur Burg Hohenzollern – der Künstler aus Bisingen zeigt seine Werke im Foyer der Hohenzollernhalle noch bis Freitag.
Von
Alexander Kauffmann
Bisingen
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Helmut Rager aus Bisingen stellt seine Werke im Foyer der Hohenzollernhalle aus.

Helmut Rager aus Bisingen stellt seine Werke im Foyer der Hohenzollernhalle aus.

Alexander Kauffmann
  • Helmut Rager zeigt im Foyer der Hohenzollernhalle realistische Acrylbilder auf Leinwand.
  • Motive reichen von Alltagsstillleben bis zu Ansichten wie Burg Hohenzollern und Schloss Lichtenstein.
  • Er arbeitet detailreich mit Licht und Schatten, einige Werke entstanden in bis zu 600 Stunden.
  • Gezeigt werden auch Kopien alter Meister wie Rubens sowie genehmigte Werke nach Nelson und Ceval.
  • Die Ausstellung läuft täglich von 15 bis 19 Uhr bis Freitag, 29. Mai, der Künstler ist vor Ort.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Der 68-jährige Helmut Rager ist in seinem ganzen Leben „nie auf den Gedanken gekommen“, eine Ausstellung zu organisieren, die aus seinen Werken alleine besteht. Das hat sich jüngst erstmals geändert. Zum Glück, muss man sagen. Seine Bilder lassen einen Künstler erkennen, der ein Auge für den Alltag hat und diesen mit Acryl auf Leinwand mit augenscheinlicher Präzision umzusetzen weiß.

Vor gut vier Jahrzehnten hat Rager, der übrigens gebürtiger Bisinger ist, mit dem Malen angefangen. Erst mit Anleitung, bis ihm das eines Tages zu langweilig geworden ist. Er probierte sich an eigenen Bildern und ist im Laufe der Jahre immer besser geworden. So viel besser, dass sich manch ein Betrachter dabei ertappt, zweimal hinzusehen: Könnte das nicht eine Fotografie sein?

Die Bilder von Helmut Rager sind ein Imitat der Realität.

Die Bilder von Helmut Rager sind ein Imitat der Realität.

Alexander Kauffmann

„Nein“, heißt die Antwort. Alle Bilder hat Rager von Hand hergestellt. Zu finden sind Motive, auf denen Betrachter etwas erkennen können. Das ist ihm wichtig, wie er selbst sagt. Er setzt dabei auch scheinbar unbedeutendes Alltägliches in Szene.

Licht und Schatten

Dazu gehört das Motiv mit Vesperbrettle, offener Bierflasche mit Ploppverschluss, Speck, Zwiebeln und geschnittenen Tomaten – könnte es so oder so ähnlich nicht jedem auf dem Küchentisch aussehen? Das detailreiche Spiel von Licht und Schatten macht die Täuschung perfekt. Man könnte hineinbeißen.

Und vielleicht stimmt es ja doch, dass gut Ding Weile braucht. Rager deutet auf das Bild mit Gesellschaft unter einem Baum: „Das waren 600 Stunden, das daneben 400 bis 500 Stunden, das Stillleben 150 Stunden. Da hängt schon Lebenszeit drin.“ „Ruhe und Ausgeglichenheit“ ist es, was ihm das Hobby bringt, „wobei ich es als Rentner nicht mehr nötig habe“, sagt Rager lachend.

Diese Bilder zeigen Ansichten von den Dolomiten und von Dresden.

Diese Bilder zeigen Ansichten von den Dolomiten und von Dresden.

Alexander Kauffmann

Er macht das Unscheinbare sichtbar. Zum Beispiel den Blick von der B27 Richtung Hechingen auf Steinhofen und die Burg Hohenzollern, das Schloss Lichtenstein bei Engstingen und das Zollernschloss an der Eyach in Balingen. Die Perspektive könnten auch die Betrachter als Fußgänger und Autofahrer einnehmen, wenn sie persönlich vor Ort wären.

Von München nach Bisingen

Ein weiterer Quell für Motive sind Werke großer Maler, die Rager nachmalt. Der „Raub der Töchter des Leukippos“ von Rubens ist darunter. Das Original hängt in der Alten Pinakothek in München. Er kann das Motiv ohne urheberrechtliche Probleme ausstellen, weil der Originalkünstler längst verstorben ist. Heute können dieses Motiv und weitere im Foyer der Hohenzollernhalle in Bisingen bestaunt werden.

Ansichten aus der Heimat bieten viele Motive. Dazu gehören die Masken der Bisinger Narrenzünfte, die Burg Hohenzollern mit Steinhofen im Vordergrund und das Schloss Lichtenstein.

Ansichten aus der Heimat bieten viele Motive. Dazu gehören die Masken der Bisinger Narrenzünfte, die Burg Hohenzollern mit Steinhofen im Vordergrund, das Schloss Lichtenstein, das Zollernschloss in Balingen sowie eine Außenansicht der Kirche St. Nikolaus in Bisingen.

Alexander Kauffmann

Ein Hingucker sind sicher auch die Werke von Kenton Nelson und Michael Ceval – von ihnen hatte sich Rager eigens die Genehmigung geholt, die Bilder auszustellen.

Die Ausstellung bietet den Besuchern einen Rundumschlag, von Rubens über die Motive aus dem Alltag hin zu einzelnen Details wie Wasseranschlüssen für Gartenschläuche. Die Bilder wirken realistisch, und bieten neue Ansichten, auch wenn man sie schon kennt. Die Ausstellung ist überaus sehenswert, und es ist gut, dass Rager sich dann doch umentschieden hat und seine Werke zeigt.

Bis Freitag, 29. Mai

Zu sehen ist die Ausstellung noch bis Freitag, 29. Mai, täglich von 15 Uhr bis 19 Uhr. Der Künstler, Helmut Rager, ist vor Ort und kommt mit den Besuchern gerne ins Gespräch. Die Ausstellung trägt den pragmatischen Titel: „Öl auf Leinwand, Stillleben, Portrait, Landschaften, Kopien alter und neuer Meister“.