Appell von Wagenknecht und Schwarzer: Warnung vor dem Atomkrieg – Wolfgang Grupp ist mit im Boot

Trigema-Seniorchef Wolfgang Grupp ist einer von 38 Prominenten, die mahnen, in der Weltpolitik sei es „eine Minute vor Zwölf“.
Bernd Weißbrod/dpa- 38 Prominente um Alice Schwarzer und Sahra Wagenknecht warnen vor Atomkrieg.
- Neuer Appell „Eine Minute vor Zwölf“ richtet sich an die deutsche Politik.
- Unterzeichner: u.a. Wolfgang Grupp, Otto Schily, Juli Zeh.
- Appell kritisiert US-Rolle und warnt vor europäischem Nuklearkrieg.
- Sahra Wagenknechts „Manifest für Frieden“ erhielt 900.000 Unterstützer.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Knapp zwei Jahre nach ihrem „Manifest für Frieden“ startet BSW-Parteigründerin Sahra Wagenknecht mit der Autorin Alice Schwarzer und 36 Unterstützern einen neuen Appell für einen Waffenstillstand in der Ukraine. Der Aufruf mit dem Titel „Eine Minute vor Zwölf“ richtet sich „an die deutsche Politik“ und warnt vor „einem großen europäischen Krieg“.
Otto Schily und Juli Zeh dabei
„Wir befinden uns in der vielleicht gefährlichsten Phase dieses Krieges“, heißt es in dem Papier, das unter anderen der frühere Innenminister Otto Schily (SPD), die Schriftstellerin Juli Zeh, der Schauspieler Henry Hübchen und die Publizistin Gabriele Krone-Schmalz unterzeichnet haben.
Wie 2022 beim „Manifest für den Frieden“ ist auch der Textilunternehmer Wolfgang Grupp aus Burladingen unter den Erstunterzeichnern. Der 82-Jährige hatte damals schon mit Äußerungen zur Weltpolitik irritiert. In einem Interview wetterte er 2022 gegen die US-Regierung, die er als Strippenzieher im Ukraine-Krieg ansehe. Wiederholt plädierte er für Verhandlungen mit dem russischen Machthaber Wladimir Putin. Die USA, so sagte Grupp, seien die einzigen Gewinner des Krieges – Deutschland und andere hingegen die Verlierer. Grupp damals wörtlich: „Ich verstehe nicht, dass man 20 Jahre mit Herrn Putin bestens befreundet ist, sich 100 Prozent abhängig macht und innerhalb von zwei Monaten ist man Todfeind! Das gibt es nicht.“
Gefahr eines Nuklearkrieg „noch nie so groß wie jetzt“
In dem neuen Appell der 38 Prominenten heißt es, es gelte „eine Katastrophe für unser Land“ abzuwenden. „Noch nie seit dem Ende des 2. Weltkriegs war die Gefahr eines Nuklearkriegs in Europa so groß wie jetzt.“
„Neue Eskalationsstufe“ durch Biden
Das Papier weist den USA die Verantwortung für eine „neue Eskalationsstufe“ des Krieges zu, den Russland seit Februar 2022 gegen die Ukraine führt. Der scheidende US-Präsident Joe Biden habe der Ukraine Angriffe auf Russland mit von den USA gelieferten Raketen erlaubt. „Damit steigt das Risiko für ganz Europa extrem“, meinen die Unterzeichner.
Russlands jüngste Angriffe bleiben unerwähnt
Nicht erwähnt werden Faktoren, die die Ukraine und der Westen als Eskalation werten, darunter die jüngsten massiven Angriffe Russlands auf ukrainische Städte, Kraftwerke und andere Infrastruktur sowie die Einbeziehung nordkoreanischer Soldaten auf russischer Seite. Weder Russland noch die Ukraine sind derzeit zu einem Waffenstillstand bereit.
„Manifest für Frieden“ erhielt 900.000 Unterstützer
Sahra Wagenknecht und Alice Schwarzer hatten im Februar 2023 ihr „Manifest für Frieden“ veröffentlicht, das in dieselbe Richtung geht. Damals schrieben sie: „Es ist zu befürchten, dass Putin spätestens bei einem Angriff auf die Krim zu einem maximalen Gegenschlag ausholt. Geraten wir dann unaufhaltsam auf eine Rutschbahn Richtung Weltkrieg und Atomkrieg?“ Jenes Papier hat auf der Plattform change.org mehr als 900.000 Unterstützer.
Weitere Unterzeichner
Zu den Unterzeichnern des neuen Aufrufs gehören auch Wagenknechts Ehemann Oskar Lafontaine, der frühere CSU-Politiker Peter Gauweiler, der ehemalige EU-Kommissar Günter Verheugen, die Eiskunstläuferin Katarina Witt, der Rechtswissenschaftler Wolfgang Däubler, die Philosophin Svenja Flaßpöhler und der langjährige Fußballmanager von Union Berlin, Oliver Ruhnert.