Amtsgericht Sigmaringen: Göggel-Brand: Prozess gegen Pyrotechniker ist eingestellt

Hunderte von Einsatzkräften aus der Umgebung waren beim Göggel-Großbrand im Juli 2022 in Gammertingen gefordert. Verantworten musste sich jetzt vor dem Amtsgericht ein 48 Jahre alter Pyrotechniker.
Thomas Warnack/Archiv- Prozess gegen 48-jährigen Pyrotechniker wegen Brand bei Hochzeit: 15.000 Euro Strafe.
- Brand im Juli 2022 verursachte Schaden von 25 Millionen Euro.
- Amtsgericht Sigmaringen stellt Verfahren nach 45-minütiger Sitzung ein.
- Hochzeit von Bruno Göggel endete in Brandkatastrophe; Göggel starb im Januar 2023.
- Richterin: Mehrere Personen machten Fehler; mögliche zivilrechtliche Klagen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Der Pyrotechniker, der angeklagt war, den verheerenden Brand auf dem Firmengelände des Gammertinger Reifenhändlers Göggel im Juli 2022 verursacht zu haben, muss zahlen. 15.000 Euro gehen an die Staatskasse. Damit ist der Prozess jedoch eingestellt. Der Schaden, der damals entstanden ist, wird mit 25 Millionen Euro beziffert.
Nach 45 Minuten die Entscheidung
Die Verhandlung gegen den 48-jährigen Feuerwerker hatte sich über insgesamt drei Tage gezogen. Der letzte Prozesstag am Montag dauerte allerdings nur 45 Minuten. Dann kam die Kammer zu ihrer Entscheidung.
Geklärt werden sollte, was offensichtlich schien: Ob noch nicht verglühte Feuerwerksköper auf gelagerte Reifen der Lagerhalle 8 des weitläufigen Firmengeländes getroffen waren und dort einen Stapel in Brand gesetzt hatten. Das Inferno soll an zwei unterschiedlichen Stellen ausgebrochen sein. Einen eindeutigen Beweis dafür gibt es jedoch nicht, nachdem das Feuer alle Spuren beseitigt hat.
Anlass für das Feuerwerk war die Hochzeit des Reifen-Großhändlers Bruno Göggel, die mit große Pomp, Flugzeugformation und DJ Ötzi, begangen wurde. Damals herrschte in der Region Trockenheit, öffentliche Feuerstellen waren gesperrt.
Auch andere haben Fehler gemacht
Hätte der Pyrotechniker die Gefahr erkennen müssen, hätte das Feuerwerk überhaupt nicht zugelassen oder unterbunden werden müssen? Die Sigmaringer Amtsrichterin Ruth Rosauer kam zu dem Ergebnis, es hätten mehrere Personen an dem Tag Fehler gemacht. In der öffentlichen Kritik stand auch der damalige Gammertinger Bürgermeister Jerg, der bei der Hochzeit als Gast zugegen war.
Damit ist für Richterin Rosauer der Fall vorerst erledigt, es sei denn, der Pyrotechniker legt Widerspruch ein, dann ginge die Sache in einer weitere Instanz. Auf ihn selbst könnten zivilrechtliche Klagen zukommen.

Bruno Göggel, ein Gigant der Reifenbranche aus Gammertingen, galt als exzentrisch, wurde jedoch auch bewundert, weil er sein Imperium aus kleinsten Anfängen heraus selbst aufgebaut hatte. Seine pompöse Hochzeit, die mit einer Brandkatastrophe endete, feierte er im Juli 2022. Gestorben ist der Unternehmer im Januar diesen Jahres. Ursache war ein Krebsleiden.
Reifen GöggelZunächst hatte das Amtsgericht Sigmaringen den Mann zu einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen verdonnert. Dagegen legte der 48-Jährige Widerspruch ein. Die Höhe dieser Tagessätze wurde nicht bekannt. Die Summe dürfte aber weit höher liegen, als die 15.000 Euro, auf die es jetzt herauskam.

