Abschied im Freilichtmuseum Stein: Der Zenturio geht, und die Römer müssen ohne ihn weitermachen

Einmal Römer, immer Römer? Irgendwann muss Schluss sein, hat sich Gerd Schollian nach 49 Jahren als Vorsitzender des Fördervereins Römisches Freilichtmuseum Stein gesagt. Die Feierstunde zu seiner Verabschiedung ist, wie könnte es anders sein, auf dem Gelände der Villa rustica.
Thomas Kiehl- Abschied im Römischen Freilichtmuseum Stein: Gerd Schollian tritt als Vorsitzender ab.
- Nachfolge geregelt: Iris Kappler führt den Förderverein, Vorstandsposten sind besetzt.
- Feierstunde an diesem Sonntag, 21. Juni, in der Villa rustica mit geladenen Gästen.
- Erwartet werden Vertreter von Stadt, Landkreis und Land sowie Fachleute der Archäologie.
- Schollian bleibt dem Museum als Besucher verbunden, sein Wirken wird gewürdigt.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Wie soll das Römische Freilichtmuseum ohne ihn bestehen? Diese Frage hat man sich schon seit Jahren stellen können. Aber immer wieder hat Gerd Schollian, der Entdecker des römischen Gutshofes oberhalb von Stein, verlängert.
Förderverein hat die Weichen gestellt
Irgendwann ist aber wirklich mal Schluss. Bei der jüngsten Hauptversammlung des Fördervereins ist die Nachfolge des ewigen Vorsitzenden geregelt worden. Und das im besten Sinne des Wortes: Sämtliche Vorstandsposten sind mit erfahrenen Leuten besetzt worden. Den Vorsitz hat seither Iris Kappler inne, die ebenfalls seit Jahren mit dabei ist. Und siehe da, das Römische Freilichtmuseum besteht tatsächlich auch ohne Gerd Schollian weiter.
Feierstunde in der Villa rustica – wo sonst!
Der letzte Vorhang für den Gründungsvorsitzenden fällt an diesem Sonntag, 21. Juni, da, wo sich Gerd Schollian in den vergangenen fünf Jahrzehnten schwerpunktmäßig aufgehalten hat – in der Villa rustica. Die Verabschiedung im Rahmen eines festlichen Nachmittags findet vor geladenen Gästen statt. Unter ihnen sind hohe Repräsentanten von Stadt, Landkreis und Land und viele Weggefährten.
Iris Kappler kündigt an, dass bei der Verabschiedung ein außergewöhnliches Lebenswerk gewürdigt wird. Nach nahezu fünf Jahrzehnten an der Spitze des Fördervereins endet eine ebenso außergewöhnliche Ära. Iris Kappler schreibt: „Mit Gerd Schollian verbindet sich die Geschichte des Freilichtmuseums wie mit kaum einer anderen Persönlichkeit. Als damaliger Bürgermeister der Gemeinde Stein entdeckte er Anfang der 1970er-Jahre die ersten Mauerreste einer römischen Villa rustica und legte damit den Grundstein für eines der bedeutendsten archäologischen Freilichtmuseen Baden-Württembergs.“
Verein gegründet, Vorsitz übernommen und am Ruder geblieben
Den Förderverein gründete Gerd Schollian dann 1977 und übernahm gleich auch den Vorsitz – für 49 Jahre! Mit großem persönlichem Einsatz, so Iris Kappler weiter, habe er den Verein fast fünf Jahrzehnte geführt und die Entwicklung des Museums entscheidend geprägt.

Das war einmal: Der Recher von Stein – Gerd Schollian arbeitet am Tag des Saisonstarts des Römischen Freilichtmuseums vor der schon hübsch anzuschauenden Portikushalle im Tempelbezirk. Die bedeutende Bereicherung der Villa rustica ist längst fertiggestellt (Archivbild).
Hardy Kromer„Zahlreiche Grabungen, Rekonstruktionen und Erweiterungen der Anlage wurden durch seine Beharrlichkeit und sein außergewöhnliches ehrenamtliches Engagement möglich. Sein Name ist untrennbar mit dem heutigen Erscheinungsbild des Museums verbunden.“
Das Land, der Landkreis und die Denkmalpflege danken
Die Feierstunde solle deshalb nicht nur den Abschied eines langjährigen Vorsitzenden markieren, sondern vor allem Dank und Anerkennung zum Ausdruck bringen. Noch einmal Iris Kappler: „Die große Wertschätzung für Gerd Schollian zeigt sich auch darin, dass zahlreiche Ehrengäste ihr Kommen zugesagt haben. Erwartet werden unter anderem Landrat Günther-Martin Pauli, Regierungspräsident Klaus Tappeser sowie der renommierte Provinzialrömische Archäologe Prof. Dr. Claus Wolf, die mit ihrer Anwesenheit und Festreden die besondere Bedeutung von Schollians jahrzehntelangem Wirken für Denkmalpflege, Archäologie und die Region unterstreichen.“
Keine Angst: So ganz weg ist er gar nicht!
Ob er es tatsächlich umsetzt, muss noch recherchiert werden. Gerd Schollian hat unserer Zeitung gegenüber angekündigt, dass sein Abschied zwar ein vollkommener sein wird, aber ganz ohne Freilichtmuseum – das packt er nicht, und wieso sollte er auch?! Also dürfte man den Ex-Zenturio auch fürderhin als Besucher des herrlichen Freisitzes beim Kiosk begrüßen können. Und das vollkommen entspannt. Denn Gerd Schollian muss jetzt nicht mehr dies, das und noch viel mehr auf einmal machen.

