21. Tag der offenen Töpferei
: Die Hechinger Keramikerin Susanne Pohl vertritt die Zollernalb

Seit 20 Jahren hat Susanne Pohl ihr Keramikstudio in der Oelser Straße am Hechinger Fürstengarten. Gefeiert wird das am 14. und 15. März beim bundesweiten Tag der offenen Töpferei.
Von
Hardy Kromer
Hechingen
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Frühlingsgruß mit Eule und Ziege: Die Hechinger Keramikerin Susanne Pohl hat zum Start in die Gartensaison wieder originelle Tontiere getöpfert und bemalt.

Frühlingsgruß mit Eule und Ziege: Die Hechinger Keramikerin Susanne Pohl hat zum Start in die Gartensaison wieder originelle Tontiere getöpfert und bemalt.

Hardy Kromer
  • Susanne Pohl feiert 20 Jahre Keramikstudio in Hechingen am 14./15. März.
  • Tag der offenen Töpferei: einzige Teilnehmerin aus Hechingen/Zollernalbkreis.
  • Live-Raku-Brand am Sonntag, 15. März, um 14.30 Uhr im Freien.
  • Gezeigt: handbemalte Tassen/Teller, Gartenkeramik, Naturfotos; alles Unikate.
  • Öffnung 10–18 Uhr; Zufahrt nur über Silberburgstraße; Kaffeeerlös für „Kinder brauchen Frieden e. V.“.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Zwanzig Jahre sind eine lange Zeit. Als sie 2006 ihr Keramikatelier in der Oelser Straße eröffnete, war Susanne Pohl noch nicht einmal Fahrlehrerin. Damals hatte sie noch das Büro der „Zoller-Fahrschule“ ihres Mannes Jürgen Pohl gemanagt. Ihrer künstlerischen Neigung folgend machte sie sich mit kreativen Tonarbeiten selbstständig. Skulpturen waren immer schon ihr Ding, Kunstkeramik, auf der eigenen Scheibe selbst getöpfert und gestaltet.

„Ton bietet so viele Möglichkeiten“

Mittlerweile wird man beim Gang durch Susanne Pohls Atelier von einer Vielfalt von Farben, Formen und Stilen überwältigt. „Ton“, schwärmt sie, „bietet so viele Möglichkeiten, und ich entdecke immer wieder so viel Neues.“ Wenn sich die freischaffende Künstlerin, die autodidaktisch arbeitet, auf eine neue Ausstellung vorbereitet, dann wird sie, ihrem Temperament folgend, zum Workoholic. Dann dreht sich die Töpferscheibe oft noch mitten in der Nacht. „Ich mag es nicht, stehen zu bleiben“, lautet das Credo der Susanne Pohl. „Es ist einfach spannend und macht Spaß, Neues zu entdecken.“

Was sie vor zwei Jahren begonnen hat, ist, ihre Keramik von Hand zu bemalen. Aus Susanne Pohls Motiven spricht ihre große Liebe zur Natur, zu Pflanzen und Tieren. Ihr aktuelles Sortiment bietet eine enorme Vielfalt an handbemalten Tassen und Tellern mit bunten Tiermotiven – bei der weiblichen Kundschaft sehr beliebt. Und weil Männer häufig mehr auf Technik stehen, dürfen auch Motorräder und Autos die Lieblingstasse zieren. Da schlägt auch der Bezug zur Fahrschule durch. Susanne Pohls Gebrauchsgeschirr ist durchweg lebensmittel- und spülmaschinenecht. „Und jedes Stück“, betont sie, „ist ein Unikat.“

Buntes Getier für den Garten

Weil der Frühling vor der Tür steht, gilt das Augenmerk der Kunsthandwerkerin auch der Gartenkeramik. Stelen, Rauchhöhlen, Vogeltränken mit Badenixen, pfiffige Frühlingshühner - all das kommt ebenso bunt und originell daher wie die kunstvoll geformten und glasierten Köpfe von Katzen, Ziegen oder Eulen, die sich herrlich dekorativ auf einen Zaunpfosten stecken lassen.

Hühner in allen Rassen und Farbschlägen - in diesem Fall aus Susanne Pohls Brennofen.

Hühner in allen Rassen und Farbschlägen – in diesem Fall aus Susanne Pohls Brennofen.

Mandy Pacuku

Eine Technik, die Susanne Pohl seit Jahren praktiziert, ist der Raku-Brand. Das ist ein ziemliches Spektakel, denn die getöpferten Objekte werden 1000 Grad heiß aus dem Ofen genommen und dann mit Sägespänen, Pferdehaaren oder anderen kohlenstoffhaltigen Materialien in Berührung gebracht. Der Ofen steht im Freien, denn es qualmt gewaltig, die Hitze ist enorm, alles Brennbare, das mit der Keramik in Berührung kommt, fängt sofort Feuer. Ein Spiel mit den Elementen. Susanne Pohl trägt dazu einen an Astronautenkleidung erinnernden Feuerwehr-Spezialhelm und an jeder Hand zwei klobige Hochtemperatur-Handschuhe übereinander. Das Ergebnis sind von feinen Rissen durchzogene Oberflächen, die Tassen, Kannen, Schalen oder andere Formen unglaublich lebendig wirken lassen.

Die Künstlerin Susanne Pohl holt mit einer langen Zange die heißen Werkstücke aus dem Ofen und erläutert den interessierten Zuschauern den Ablauf des Raku-Brands.⇥

Susanne Pohl holt mit einer langen Zange die heißen Werkstücke aus dem Ofen und erläutert den interessierten Zuschauern den Ablauf des Raku-Brands.

Klaus Stifel

Am kommenden Sonntag, 15. März, um 14.30 Uhr kann man dieses Spektakel wieder live miterleben. Denn Susanne Pohl beteiligt sich wie jedes Jahr als einzige Keramikerin aus Hechingen und dem Zollernalbkreis am bundesweiten Tag der offenen Töpferei. Allein aus Baden-Württemberg präsentieren 53 Keramikerinnen und Keramiker ihr Kunsthandwerk.

Der „Hohenzollerndrechsler“ zu Gast

Verstärkung bekommt Susanne Pohl wie immer von Hans-Werner Hein, dem Hohenzollerndrechsler“ aus Thanheim, der nicht nur ausgewählte Arbeiten zeigt, sondern auch seine Werkbank mitbringt und sich vor Ort über die Schulter schauen lässt. Zu sehen sind am Wochenende auch weiterhin die Naturfotografien von Susanne Pohl und Mandy Pacuku. Der Eintritt ist frei. Der Erlös aus dem Kaffee-und-Kuchen-Verkauf geht an die Hilfsorganisation „Kinder brauchen Frieden e. V.“.

Zufahrt über die Silberburgstraße!

Das Keramikatelier Pohl ist am Samstag, 14., und Sonntag, 15. März, jeweils von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Wegen der Baustelle in der Zollernstraße ist die Zufahrt ausschließlich über die Silberburgstraße möglich. Informationen zu der Ausstellung gibt es unter der Telefonnummer 0152/01 97 14 20.

Noch ein Frühlingsereignis

Das nächste Frühlingsevent steht für Susanne Pohl schon vor der Tür: Am Samstag, 11. April, beteiligt sie sich an den Europäischen Tagen des Kunsthandwerks.