100 Jahre Musikverein Rangendingen: Zum Abschluss des Jubiläumsjahres gibt es die Pro-Musica-Plakette

Ehrungen beim Musikverein Rangendingen (von links): der scheidende Dirigent Arno Hermann, Ludwig Brenner, Josef Lohmüller, Vorsitzende Uta Schoder (mit der Pro-Musica-Plakette), Paul Wannenmacher, Jürgen Haug, Paul Gnant, Leni Haug und Sophie Schuhmacher. Rechts hinten: Kreisverbandsvorsitzender Karl Edelmann.
Antonia Lezerkoss- Der Musikverein Rangendingen feierte sein 100-jähriges Jubiläum mit einem großen Konzert in der Festhalle.
- Die Pro-Musica-Plakette des Bundespräsidenten wurde dem Verein für besondere Verdienste verliehen.
- Ehrungen gab es für langjährige Mitglieder sowie für Dirigenten wie Arno Hermann, der verabschiedet wurde.
- Höhepunkte des Abends waren Werke wie „March to Mars“, „Global Variations“ und ein Hornkonzert.
- Der neue Dirigent Bálint Takács wurde offiziell vorgestellt.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Hundert Jahre und kein bisschen leise... das stellten die Musiker und Musikerinnen des traditionsreichen Rangendinger Musikvereins wie bei vielen vorangegangenen, musikalischen Darbietungen im Verlaufe des Jahres 2025 auch bei ihrem festlichen Jahreskonzert am Sonntag in der ausgebuchten Festhalle mit erkennbarer Spielfreude unter Beweis.
Zunächst gehörte die Bühne der Jugendkapelle Rangendingen-Bietenhausen-Höfendorf, die unter der Leitung von Musikdirektor Arno Hermann mit einer gekonnten Werkauswahl ein erfrischend spritziges, musikalisches Klangbild boten. Nach dem farbenfrohen „Cheyenne“ von Michael Story im Western-Stil funkelten die olympischen Ringe und deren Klangwelt – musikalisch von Andreas Ludwig Schulte als „Olympic Dream“ umgesetzt. Mit frischem Schwung, sauberer Intonation und vorbildlicher Spielweise – teils melodisch-feierlich, teils schmissig – gestalteten die rund 60 jungen Musiker die drei Abschnitte – Eröffnungsfeierlichkeiten, Würdigung der Sieger und Abschlussfest – dieses abwechslungsreichen Musikstücks.
Für Heiterkeit sorgte die abschließende, einem stotternden Motor nachempfundene Klangkomposition „Bahumba“ von Peter Sciaino. Hier konnten sich vor allem die Percussionisten bewähren. Die vehement gewünschte Zugabe erfüllten die Jugendlichen – ergänzt durch die „Minis“ der Juka I – mit der jazzigen „Wundertüte“ des „Funky Pinguin“. Emilia Walz führte durch das Programm der Jungmusiker.

Der Konzerthornist Daniel Lohmüller und das große Blasorchester des Musikvereins Rangendingen harmonierten beim Jahreskonzert exzellent.
Antonia LezerkossMachtvolle Fanfarenklänge, furiose Passagen, rhythmische Wechsel und ausgefeilte Dynamik, sonore Phrasen der Hörner und des hohen Blechs, in dessen Klangbett das Holzregister seine virtuosen Spielereien setzt – das große Blasorchester unter der souveränen Stabführung von Arno Hermann entfaltete wieder einmal den großen Reichtum an Ausdrucksvarianten, die einem Orchester aus Blas- und Percussionsinstrumenten zu Gebote stehen. Dabei fesselten Klangreinheit, Exaktheit ebenso wie technische Brillanz des Höchststufenorchesters.
Zum Auftakt entführte der Konzertmarsch „March to Mars“ von Julius Steffaro (arr. Johan de Meij) musikalisch zum Mars und in eine spektakuläre, moderne Klangwelt. Höchste Anforderungen an die 80 Musikerinnen und Musiker stellte der Glanzpunkt des Konzertabends, das „Konzert für Waldhorn und Orchester“ Nr. 1 op. 11 aus der Feder von Richard Strauss (in einer Transkription von Simon Scheiwiller). In drei Sätzen verbindet es klassische Eleganz und Klarheit mit romantischer Tiefe und gehört zu den bekanntesten und meistgespielten Solokonzerten für Horn. Als Meister seines Fachs und Solist brillierte der Konzerthornist Daniel Lohmüller, der im Rangendinger Musikverein seine Wurzeln hat. Bravourös, mit facettenreich klarer Strahlkraft, in leuchtenden Farben und feinsinnigen Schattierungen gestaltete er seinen Part und begeisterte sowohl mit zarten, lyrischen als auch mit expressiv-virtuosen Passagen.
Mit Feuer und Schwung musizierte das Orchester nach der Pause „Music for a Festival“ von Philip Sparke und begab sich anschließend mit „Global Variations“ von Nigel Hess auf eine musikalische Weltreise. Mit ländertypischen musikalischen Elementen, wie den Glocken des Big Ben für England, der Marseillaise für Frankreich, Oboenklängen aus Indien und Big-Band-Klängen aus den USA streiften die Musiker dabei farbenfroh beschwingt durch eine Vielzahl von Ländern, Kulturen und Epochen. Durch das Konzert führte Wilfried Wild.
Mit dem traditionellen „Radetzky Marsch“ und einem Dirigenten, der mit großem Körpereinsatz die Musik sichtbar lebte und damit das Publikum erfolgreich animierte, den Rhythmus mitzuklatschen, endete ein großartiger Konzertabend mit einem spielfreudigen, bestens disponierten symphonischen Blasorchester.
Mit diesem Konzert verabschiedete der Musikverein seinen langjährigen Dirigenten Arno Hermann, der nach 15 Jahren das Orchester verlässt. Gleichzeitig wurde der neue musikalische Leiter Bálint Takács begrüßt.
Pro-Musica-Plakette verliehen
Im Rahmen des Konzerts durfte sich der Musikverein Rangendingen über die feierliche Verleihung der Pro-Musica-Plakette des Bundespräsidenten freuen. Diese Auszeichnung für wird Musikvereinigungen verliehen, die mindestens 100 Jahre bestehen und sich in dieser Zeit besondere Verdienste um die Pflege des instrumentalen Musizierens erworben haben. Stellvertretend für alle Mitglieder nahm die Vorsitzende Uta Schoder die Verleihungsurkunde freudestrahlend entgegen.
Ehrungen beim Musikverein Rangendingen
Kreismusikverbandschef Karl Edelmann ehrte
für zehn Jahre Musizieren mit der Ehrennadel in Bronze Querflötistin Leni Haug, Klarinettistin Sophie Schumacher und den Posaunisten Paul Gnant,
für 30 Jahre den Tubisten Jürgen Haug mit der Ehrennadel in Gold
und für 15 Jahre Einsatz im Vorstand mit der Förderermedaille in Silber Paul Wannenmacher. Darüber hinaus würdigte der Kreismusikverbandsvorsitzende auch das verdienstvolle Wirken der Dirigenten Ludwig Brenner, Josef Lohmüller und Arno Hermann.