ZOB-Planung im Göppingen
: Elegantes Dach und genügend Platz für die Bäume

Der Zentrale Omnibusbahnhof in Göppingen soll neu gestaltet werden. Eine Jury hat aus 17 eingereichten Entwürfen den Sieger ausgewählt.
Von
SWP
Göppingen
Jetzt in der App anhören
Göppingen ZOB Omnibusbahnhof Busbahnhof ÖPNV

Der Göppingen ZOB ist in die Jahre gekommen. Für den Umbau wurde jetzt bei einem Wettbewerb über den Siegerentwurf entschieden.

Staufenpress

Nach fast 35-jährigem Betrieb seien beim Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) in Göppingen erhebliche funktionale und gestalterische Mängel festzustellen, schreibt die Göppinger Stadtverwaltung in einer Mitteilung. Konkret bedeutet das, der alten ZOB kann nicht barrierefrei umgebaut werden, auch die Nutzerfreundlichkeit und die Sicherheit sind nach der langen Zeit nicht mehr gegeben. Mit dem Ziel, einen neuen Busbahnhof mit zukunftsweisender Funktionalität und attraktiver Gestaltung zu erhalten, wurde ein freiraumplanerischer Realisierungswettbewerbs mit Neubau eines Überdachungsbauwerkes ausgelobt. Hier waren Konsortien von Planungsbüros gefragt, die sowohl Stadtplanung und Architektur als auch Freiraumplanung und Tragwerksplanung abdecken, schreibt die Stadt.

Busbahnhof soll barrierefrei werden

Im Vorfeld hatte der Göppinger Gemeinderat mehrfach über die Planungen für den ZOB diskutiert. Anfang Mai stimmten die Räte einem angepassten Vorentwurf mit einem teilweisen Erhalt der Bäume und der Westausfahrt zu. Jetzt wurden die Entwürfe einer Jury präsentiert.

Ein Preisgericht aus Experten, Vertretern der Kommunalpolitik und Verwaltung unter dem Vorsitz von Landschaftsarchitekt Friedhelm Terfrüchte aus Essen habe in einer ganztägigen Sitzung am 1. Oktober, die 17 eingegangenen Entwürfe bewertet. Zu Beginn des Tages wurde schnell deutlich, wie schwierig und komplex die Herausforderung war, die unterschiedlichen Disziplinen aus Städtebau, Verkehrskonzept, Wegeführung und Orientierung für Fußgänger, klimatologische Kriterien wie Baumerhalt und Grünflächen und Aufenthaltsqualitäten zu vereinen sind, betont Andrea Rothfuß, stellvertretende Pressesprecherin der Stadt Göppingen.

Wettbewerb neuer ZOB Göppingen Jury

Eine Jury hat sich alle eingereichten Entwürfe für die Neugestaltung des Göppinger ZOBs angesehen. Der Siegerentwurf stammt von einer Stuttgarter Bürogemeinschaft.

Stadt Göppingen

Mit einstimmigem Votum hat das Preisgericht die Bürogemeinschaft Uniola AG mit Hieber, Marquart, Lay und Bollinger + Grohmann, alle aus Stuttgart, mit dem ersten Preis ausgezeichnet. Dieser Entwurf sieht für den Zentralen Omnibusbahnhof eine prägnante Dachkonstruktion in der Mitte des Platzes vor. Das neue Dach fasse die unterschiedlichen funktionalen Bereiche zusammen. "Sowohl geschlossene und mit PV versehene Dachflächen als auch offene, mit Lamellen besetzte Strukturen ergeben ein großzügiges Ganzes, das dem ZOB einen eigenständigen Auftritt und einen großen Wiedererkennungswert gibt", beschreibt Andrea Rothfuß. Wie vom Gemeinderat vorgegeben, wird der vorhandene Baumbestand zum Teil erhalten. "Gezielte Baum-Neupflanzungen am östlichen und westlichen Zugang markieren die neue Eingangssituation", fügt die Pressesprecherin hinzu.

Der Göppinger Oberbürgermeister Alex Maier und Baubürgermeisterin Eva Noller sind sich zusammen mit den Stadträten und Preisrichtern einig, dass der Entwurf der Stuttgarter Architekten den ZOB mitsamt Mobilitätszentrale in die Zukunft führen wird.

Nach der derzeitigen Planung soll die Neugestaltung des ZOB Ende 2027 abgeschlossen sein. Dann gibt es mit 27 Bushaltepunkten zehn mehr als bislang.

Ausstellung zum Planungswettbewerb

Die Stadt möchte die Ergebnisse des Wettbewerbs auch der Öffentlichkeit vorstellen und bietet eine Ausstellung aller Arbeiten vom 7. bis 9. Oktober in der Grabenstraße 34 im ehemaligen Ladengeschäft Eisen-Weber in 73033 Göppingen an. Öffnungszeiten sind jeweils von 10 bis 17 Uhr. Eröffnet wird die Ausstellung am 7. Oktober um 10 Uhr.